Hunde haben die Schnauze voll

Wössinger Hundeverein bietet im Lockdown Homeschooling für Welpen an

Über ein Jahr dauern mittlerweile die Einschränkungen durch Corona. Nicht erst die jüngsten, von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossenen Lockerungen signalisieren, dass bei vielen Menschen die Geduld zu Ende ist.

Doch nicht nur die Menschen leiden. Auch die Hunde haben die Schnauze voll, berichtet die Vorsitzende des Wössinger Hundesportvereins Barbara Losereit.

In Wössingen liege seit Corona-Beginn die ganze Arbeit ihres Vereins und besonders die auf dem Hundesportplatz am oberen Herdweg flach. Für erfahrene Hundeführer, wie zum Beispiel die Vorsitzende selbst, sei es kein Problem, mit ihrem altdeutschen Schäferhund „Zeus vom schwarzen Traum“ allein über die Ein-Meter-Hürden zu setzen. „Das können aber Anfänger noch nicht“, ist sich Losereit sicher. Hier werde Hilfe benötigt.

„Zeus vom schwarzen Traum“ geht für die Vorsitzende des Wössinger Hundevereins über die Ein-Meter-Hürde

Für die Sozialisierung der Hunde sei der Kontakt mit anderen Hunden sehr wichtig. „Hunde wollen spielen, wollen beschäftigt sein“, weiß die Vorsitzende. Schließlich sei der Hund ein Gruppentier. Besonders unangenehm mache sich das bei den Welpen und deren neuen Besitzern bemerkbar. Gerade bei ihnen sei eine gelungene Ausbildung sehr wichtig, denn die Welpen- und die Junghunde-Jahre seien für den Charakter eines Hundes prägend.

Die Mitglieder haben sich Gedanken gemacht, wie man diese Lücke stopfen kann. Um die Zwangspause tolerabel zu gestalten, hat der Hundesportverein Angebote entwickelt, mit denen wenigstens ansatzweise ein regelmäßiges Training gewährleistet ist.

Und siehe da: Wie bei den Menschenkindern ist auch bei den Hundekindern Homeschooling angesagt. Für diese Zielgruppe hat der Hundesportverein einen eigenen YouTube Kanal eingerichtet, in dem von den Trainern des Hundesportvereins erstellte Videos gezeigt werden. Da geht es um Spielen mit dem Hund, Leinenführigkeit, Körpersprache, Kommando, Aufbau, Hunde Beobachtungen und noch vieles mehr.

Webseminare sind ein weiteres Element. In den virtuellen Treffen werden mit den Mitgliedern die verschiedensten Themen durchgesprochen. Mit Tipps und Tricks ist der Verein auch auf Facebook und Instagram vertreten. Im Bereich Turnierhundesport nimmt die Trainerin kurze Videos auf und stellt sie über eine WhatsApp-Gruppe zur Verfügung. Die Gruppenmitglieder können das Gezeigte üben und sich gegenseitig austauschen.

Es sei sogar gelungen, so berichtet Barbara Losereit, eine neue Sportart anzubieten: das Longieren. Das von Pferden bekannte Laufen im Kreis an einer langen Leine wird auf den Hund übertragen. Hier wird der Vierbeiner allerdings nicht an einer Longe geführt, sondern läuft frei am abgesteckten Longierkreis. Bei der späteren Arbeit seien nicht nur Richtungsänderungen, Gangartenwechsel und Kommandos möglich – auch Hindernisse können mit einbezogen werden, sogar Tricks und Apportierübungen.

Bei allen Übungen sei das Ziel dasselbe: ein gut sozialisierter Hund der den Besitzern und den Mitmenschen Freude bereitet. Artgerechte und moderne Erziehungsmethoden seien das Grundprinzip der Ausbildung im Hundesportverein und würden gewährleistet durch langjährige Erfahrungen der ehrenamtlichen Übungsleiter und Trainer in der Hundeausbildung. Sie stünden als kompetente Ansprechpartner jedem Anfänger zur Verfügung.

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