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Hoffnung to go

Mutmachende Aktionen am Wegesrand und am Fenster

An allen Ecken und nicht nur in den sozialen Medien sprießen derzeit Symbole des Zusammenhalts und der gemeinsamen Hoffnung auf ein Corona-Ende. Eine Facebook-Gruppe hat sich beispielsweise gebildet, die Steine der verbindenden Hoffnung auf den Heckerweg zwischen Wössingen und Jöhlingen legt. Eine Aktion, die von Sabrina Hohmann gestartet wurde und mittlerweile viele Anhänger findet.

In Jöhlingen hat sie den Startstein für einen wachsenden Steingarten gelegt, der am Ende auch ein Zusammenwachsen zwischen Wössingen und Jöhlingen symbolisieren soll. Ihr Aufruf geht so:

Liebe Kinder, liebe Spazierenden,

auch wenn wir in dieser außergewöhnlichen Zeit zueinander Abstand halten sollen, können wir doch gemeinsam etwas schaffen. Lasst uns gemeinsam unsere beiden Gemeinden verbinden und eine Steinbrücke bauen und wenigstens diesen Abstand  jeden Tag ein Stückchen kleiner machen. Jeder kann, wie auch im täglichen Miteinander, seinen Teil (Stein) dazu beitragen. Hier beim FC Viktoria ist der Startpunkt auf Jöhlinger Seite,  in Wössingen beginnt die Steinschlange nach der Unterführung beim Hofladen Unterweger. Malt was das Zeugs hält, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt  und als gemeinsames Projekt macht es hundertmal so viel Spaß.

Mittlerweile haben sich viel angeschlossen, selbst Abteilungen des TV Wössingen und der HSG Walzbachtal. Die Aktion wird auch als gutes Gegenmittel gegen die aufkeimende Langeweile bei den  Kindern angesehen: „Die Kids gehen täglich mehrmals schauen und sind total happy, wenn Steine dazukommen. Danke fürs mitmachen!“

Die Aktion greift in ihrer Symbolik eine andere auf, die schon seit einigen Wochen läuft. In den Fenstern prangen Regenbogen der Kinder, die nicht mehr in den Kindergarten dürfen. Wer in diesen Tagen aufmerksam durch die nahezu menschenleeren Straßen geht, der kann an vielen Fenstern bunte Regenbogen sehen. Mal mit Buntstiften auf Papier, mal mit Window-Color direkt auf die Scheibe gemalt oder auch aus Karton gebastelte Werke, aber immer von Kindern für Kinder gemacht. Viele tragen die Überschrift: „Alles wird gut!“ Wer diese schöne Aktion ins Leben gerufen hat, ist nicht bekannt. Zu sehen sein sollen die Regenbogen inzwischen aber auch schon an vielen Häusern in Italien, Spanien, Frankreich und England, überall als dasselbe mutmachende Zeichen: Auch in diesem Haus müssen Kinder zuhause bleiben! Ein kleiner und zu Herzen gehender Lichtblick in diesem traurigen Frühling. Unter dem Hashtag „#regenbogengegencorona“ wird die Aktion über die verschiedensten Social-Media-Kanäle verbreitet und publik gemacht.

Auch in Grossvillars bei Familie Schötterl leuchtet am Fenster neben der Haustüre ein buntes Exemplar. Die sechsjährige Tochter Jara hat sich viel Mühe gegeben und als Beiwerk noch Feen und Prinzessinnen neben den Regenbogen gemalt. „Am Anfang fand Jara es noch cool, so lange nicht mehr in die Schule gehen zu müssen“, erzählt Mama Katja. Aber nach ein paar Tagen sei die Ernüchterung gekommen. Super Wetter und nur noch mit dem Bruder und den Eltern zuhause zu sein wäre auf einmal nicht mehr so lustig gewesen für die Erstklässlerin. Anstrengend sei dieser Zustand für alle, bekräftigt Papa Jochen. Auch wenn die Geschwisterliebe in diesen Wochen wachse, so sei doch die Luft inzwischen raus. Der zwölfjährige Joel vermisse schmerzlich seinen Fußballverein und die Treffen mit den Freunden am Nachmittag. Auch mache er sich in seinem Alter schon weitreichendere und ziemlich bedrückende Gedanken zu der weltweiten Situation, berichtet Katja Schötterl.

Bei der siebenjährigen Leni Felsinger sieht es auf dem Wilfenberg ein bisschen abwechslungsreicher aus. Dort stehen als Gegenmittel bei dem früher oder später auftretenden „Lagerkoller“ sechs Pferde und ein eigenes Pony im angrenzenden Stall. „Wir gehen viel in die Natur“ erzählt Mama Yvonne, „aber immer nur zu zweit.“ So beobachten die beiden derzeit, welche Äcker bereits umgebrochen sind oder welche Bäume blühen. Aber auch Leni sehne die Normalität der Schule wieder herbei.

 „Alles wird gut!“ – Ein Zuspruch, dem auch die Erwachsenen in dieser mit großen Sorgen belasteten Zeit nur allzu gerne Glauben schenken möchten. Kaum ein Bildnis eignet sich passender als ein bunter Regenbogen, der symbolisch schon immer als Inbegriff für Hoffnung stand. Der „Bogen, den ich in die Wolken setze“, wurde schon im Alten Testament Noah von Gott als ein Zeichen gegeben, dass er die Erde nicht noch einmal durch eine Flut vernichten würde.  Auch heute noch spricht die Erscheinung am Himmel die Menschen an. Der Regenbogen gilt als Symbol für Harmonie, Ganzheitlichkeit, Naturschutz und als Zeichen der Verbindung zwischen Himmel und Erde. Erst recht, wenn er weltweit von Kindern für Kinder an die Fenster gemalt wird.

Vor dem Wössinger Pfarrhaus kann man sich aufbauende Worte von einer Wäscheleine zupfen. An der Tür der Jöhlinger Versöhnungskirche gibt es „Hoffnung to go“. An der leider verschlossenen Eingangstür der Jöhlinger Versöhnungskirche, so schreibt mir ein Leser und schickt die passenden Fotos dazu,  finden sich kleine Karten zum Lesen und zum Mitnehmen. Hoffnung to go…

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