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Haus der Gesundheit

Die Gesellschaft ist in sehr vielen Bereichen im Umbruch. Das gilt auch für das Gesundheitssystem. Besonders davon betroffen sind die Landgemeinden. Landauf landab beschäftige die Arztversorgung die Kommunen, meinte Bürgermeister Karl-Heinz Bürgermeister zum Auftakt einer Informationsveranstaltung zu einem „Haus der Gesundheit“ im Jöhlinger Martinussaal. Mit diesem Konzept versuche man einem Problem zu begegnen, von dem Walzbachtal nicht in den nächsten Jahren aber langfristig betroffen sein könne. Zwölf bis dreizehn Millionen Euro soll dieses Konzept nach Angaben von Architekt Engelbert Müller kosten. Es soll im Ortsteil Jöhlingen hinter dem Gebäude der Volksbank beginnend in mehreren Komplexen bis hin zum „Lamm“ entstehen. Die Notwendigkeit dazu unterstrich Ullrich Eidenmüller. Der langjährige Karlsruher Sozialbürgermeister skizzierte vor den rund 40 Besuchern mit drastischen Worten die drohende Entwicklung und entwarf gleichzeitig sein Gegenkonzept. Die jungen Ärzte wollten in ihrer Mehrzahl nicht in die Praxis eines Landarztes einsteigen, sondern in der Mehrzahl in einer Gemeinschaftspraxis regelmäßige Arbeitszeiten genießen. Die Gemeinden müssten auf diese Tendenz reagieren. Verwaltung und Gemeinderat hätten das Problem erkannt und verfügten darüber hinaus über ein ideales Grundstück, auf dem das „Haus der Gesundheit“ entstehen könne mit Praxen für Hausärzte, Zahnärzte, betreutes Wohnen und ambulante Versorgungen. Mit dem Badischen Landesverein für Innere Mission habe man sich schon einen Träger für zwei Wohngruppen der jungen Pflege gesichert. „Finale Gespräche“ würden zurzeit mit zwei weiteren Bewerbern für weitere Wohngruppen geführt. Architekt Engelbert Müller bestätigte die Eidenmüllersche Einschätzung zur Qualität des Grundstücks. Die im Gemeinderat geäußerte Sorge um die Zahl der Parkplätze versuchte er mit Hinweis auf die erdgedeckte Garage mit 42 und zehn weiteren Plätzen im Bereich des „Lamm“ zu entschärfen. Eine Tiefgarage allerdings würde nicht nur Genehmigungsprobleme durch das Landratsamt erhalten, sondern würde das ganze Projekt auch unangemessen verteuern. Müller hofft auf einen Baubeginn im Frühjahr 2017 und einer Fertigstellung innerhalb von zwei Jahren. Details zum Bau gab seine Kollegin Sonja Schirek bekannt. Auf der Grundstücksfläche von 4000 Quadratmetern soll eine Bruttogeschoßfläche von 7000 Quadratmetern mit einer Kubatur von 22500 Kubikmetern entstehen. Aus den Zuhörerreihen wurde das Projekt nahezu durchweg begrüßt. Ein Anlieger beschwerte sich allerdings darüber, dass lang als zementiert geltende Bauvorschriften für dieses Vorhaben über Bord geworfen worden seien. Noch vor eineinhalb Jahren sei ihm ein Bauantrag mit der Aussage versagt worden, dort wäre eine Bebauung in einer ökologisch wertvollen Zone unerwünscht. Karl-Heinz Burgey wies diese Vorwürfe mit dem Hinweis zurück, dass sich bauliche Vorstellungen eben über die Jahre hinweg ändern würden.

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