Gondelsheim impft Ü50

Die Impfpriorisierung war bisher ein Nadelöhr der Corona-Bekämpfung. In Gondelsheim wurde dieses Nadelöhr ein Stück weit aufgebohrt. Das alte Feuerwehrhaus wurde in ein kleines, kombiniertes Test- und Impfzentrum verwandelt.

Im Erdgeschoss wurden weiterhin die Corona-Schnelltests durchgeführt, im früheren Versammlungsraum im ersten Obergeschoss das Impfen. Erstmals erhielten dort auch Fünfzigjährige die Gelegenheit dazu.

Auf das Angebot schien Gondelsheim nur so gewartet zu haben. Zu Beginn der Aktion um 16 Uhr hatte sich vom alten Feuerwehrgerätehaus aus eine lange Schlange den Brunnenberg hinauf gebildet. Die Ersten waren schon eineinhalb Stunden vor dem offiziellen Beginn angestanden.

Gerd Kauke hatte sich dafür sogar einen Klappstuhl mitgebracht, auf dem er es sich schon gegen 14:30 Uhr vor dem Eingang gemütlich machte. Der 50-Jährige war der Junior der Aktion, denn von der bisherigen Priorisierung war abgewichen und die Ü60-Beschränkung aufgehoben worden. Kauke freute sich sehr darauf, mit der Aktion zumindest zum Teil sein früheres Leben wieder zurück zu erhalten. Als Kaufmann sitze er oft im Homeoffice und vermisse deshalb den Austausch mit den Kollegen. Obwohl damit die Kontakte im Moment sehr stark reduziert seien, wolle er mit der Impfung andererseits dennoch ein mögliches Risiko für seine Familie ausschließen.

Jürgen Bossert war ebenfalls einer der ersten, der sich seine Astrazeneca-Dosis geben lassen durfte.  Auch er war fast eineinhalb Stunden angestanden und bildete später den Kopf der langen Schlange. Das Impfen empfand der 55-Jährige wie durchweg alle anderen ebenfalls als die Möglichkeit, endlich wieder den Restriktionen der Impfschutzverordnungen zu entkommen. Dies obwohl das Pieksen für ihn keine so leichte Sache sei wie für die anderen Impflinge. Alles was mit der Nadel in ihn reingehe, sei für ihn ein Problem. Er sei bei einer Blutabnahme schon mal dem Arzt vor die Füße gefallen. Vorsorglich legte er sich deshalb vor dem Pieks auf eine bereit gehaltene Bahre.

Medizinisch betreut wurde die Aktion von der Gondelsheimer Ärztin Cordula Eidt und ihrem Team aus Karin Schäfer, Lena Splettstößer und Nicole Rudolf. Karin Schäfer sorgte mit dem Aufziehen der Totraumspritzen dafür, dass der Impfstoff bis zur Neige ausgeschöpft werden konnte. Lediglich 48 Dosen standen ursprünglich zur Verfügung. Von einer befreundeten Arztpraxis wurden weitere 12 Dosen zur Verfügung gestellt. Bis zum Ende der Aktion um 18 Uhr waren alle Dosen verimpft.

Unterstützt wurde die medizinische Truppe von einer Riege aus der Gemeindeverwaltung mit Bürgermeister Markus Rupp an der Spitze. Karl Walz sorgte mit der Vergabe von Zugangsnummern am Eingang für den geordneten Ablauf. Er musste nur einen Ruiter abweisen, denn die Aktion war ausschließlich für Gondelsheimer Bürger gedacht. Auf der Straße wachte mit Steven Heym der Gemeindevollzugsdienst, der aber außer einigen Hinweisen auf Parkverbot nichts zu tun hatte.

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