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Gewerbesteuer fließt

Walzbachtaler Bürgermeister zu Besuch bei großem Arbeitgeber

Noch vor einem starken halben Jahr wusste Timur Özcan noch nicht einmal um die Existenz von Walzbachtal. Jetzt – nach seiner Wahl zum Bürgermeister – hat er natürlich immer noch ein Informationsdefizit.

Das versucht er in den ersten Monaten nach Amtsantritt durch Besuche innerhalb der verschiedenen Institutionen der Gemeinde, bei den Vereinen und bei den Gewerbebetrieben zu schließen.

Da staunte Timur Özcan – deutlich höher als der Londoner Big Ben ist der Vorwärmerturm im Zementwerk.

Am Donnerstagnachmittag war das Wössinger Zementwerk dran. Werkleiter Stefan Schenk und Umwelt Leiter Jörg Hainburg erwiesen sich als fundierte Gesprächspartner, um den Bürgermeister auf den aktuellen Informationsstand über Opterra zu bringen.

Der Umweltleiter führte zunächst in die technischen Grundlagen des zweitgrößten Walzbachtal Arbeitgebers ein, die Belegschaft besteht immerhin zu einem Drittel aus Walzbachtalern. Mit der Produktion von bis zu 800.000 Tonnen Zement pro Jahr erzielt das Werk einen Jahresumsatz von rund 50 Millionen Euro und ist einer der größten Gewerbesteuerzahler. Nicht zuletzt deshalb, weil die nach der deutschen Einheit gewährten Steuervergünstigungen nicht mehr gelten. Das Werk zahle den ganz normalen Gewerbesteuersatz versicherte Stephan Schenk.

Bürgermeiser Timur Özcan und wird geführt von Werkleiter Stephan Schenk

Jörg Heimburg wies auf die vielfältigen Bemühungen des Werks im Bereich des Umweltschutzes hin. Das Werk sei eines der energie- und umweltschonendsten in ganz Deutschland und sei ein Vorreiter bei der Reduktion von NOx-Emissionen. Auf den ehemaligen Abbauflächen seien Schutzgebiete entstanden für Flora und Fauna. So etwa ist dort der Uhu und der Wanderfalke zu Hause aber auch die Gelbbauchunke oder die Kreuzkröte. Das Landschaftsbild werde gepflegt durch den Einsatz einer Schafherde. Das Gelände wird in Zukunft noch ständige Erweiterung erfahren, denn das Werk habe – so informierte Heimburg – noch für mindestens weitere 20 bis 30 Jahre eine Abbaugenehmigung, die weit in den Lugenberg hineinreicht.

Jörg Heimburg wies auch darauf hin, dass Opterra sich in vielfältiger Weise im Dorf engagiere etwa bei der Unterstützung von Vereinen und Aktivitäten der Feuerwehr. Überdies nutzten die Steilwände des Werks etliche Nichtregierungsorganisationen als Ort für Übungen. Neulich erst war die Johanniter Rettungshundestaffel mit ihren Vierbeinern zur Ausbildung im angrenzenden Steinbruch. Die Schüler der Walzbachschule kommen zur Verkehrserziehung oder lernen spielerisch bei Führungen auf dem Naturlehrpfad ihre Umwelt kennen. Auf der Grundlage dieses schlüssigen Betriebskonzepts könne das Werk in diesem Jahr seinen 70 Geburtstag feiern.

Timur Özcan seinerseits erwies sich als äußerst interessiert an den Umweltfragen. So etwa an dem Einsatz von LKWs mit alternativen Antrieben oder auch an dem gelegentlichen Auftauchen von Silofahrzeugen aus dem Zementwerk im Dorf.  

Beim sich anschließenden Rundgang durch das Werk zeigte sich ein anderer Anblick als im Normalbetrieb, denn im Moment findet die jährliche Revision statt mit umfangreichen Arbeiten an den Drehöfen und den Schächten des Turms.

Aus 102 Metern Höhe schweift der Blick weit in die Landschaft

Während des Rundgangs räumte Werkleiter Stefan Schenk ein, dass es in der Vergangenheit Probleme rund um die Staubentwicklung gegeben habe. Fragen zur Quecksilberbelastung der Abluft wurden eher ausweichend beantwortet. Immerhin war so viel zu erfahren, dass die Quecksilberbelastung nicht nur aus dem Rohstoff Kalkstein, sondern zu einem nicht zu beziffernden Teil auch aus den Bestandteilen der im Werk eingesetzten Ersatzbrennstoffe stammt. Die Information darüber, wie das Verhältnis zwischen diesen beiden Bestandteilen ist, versprach Pressesprecherin Karin Bacher nachzureichen.

Für Timur Özcan war dieser Besuch Start einer Serie, mit der er die weiteren Betriebe in Walzbachtal ein suchen will. Die ersten Kontakte hätten in ihm auch die Gewissheit reifen lassen, letztlich  erfolgreich an dem Aufbau zweier Netzwerke für Betriebe und Einzelhandel und Gastronomie arbeiten zu können.

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