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Gemeinderatssplitter

Erste Sitzung: gut gemacht / das Kreuz mit dem Kreuz / Atmosphärische Störungen beseitigen / Katastrophe im Wald

Jetzt ist es geschehen. Timur Özcan hat seine erste Gemeinderatssitzung geleitet. Von vielen mit Spannung erwartet: wie schlägt sich der Neue? Um es gleich vorweg zu nehmen. Er hat sich gut geschlagen. Die Anforderungen

während dieser ersten Sitzung waren allerdings auch nicht übermäßig hoch. Eine Routinesitzung mit Routinetagesordnungspunkten.


Dennoch wusste der neue Schultes, dass seine Premiere besonders neugierig auch aus den gut gefüllten Zuschauerreihen beäugt werden würde. Er bat deshalb eingangs um Verständnis, sollte ihm der ein oder andere Fehler passieren. Doch nichts dergleichen geschah.


Unterschiede zu Sitzungen unter dem Vorgänger waren aber unübersehbar. Während Karl-Heinz Burgey der unumschränkte Dominator war, begnügte sich Özcan mit einer moderierenden Rolle. Sehr zurückhaltend, ganz anderer Stil. Einzig darauf bedacht, die Diskussion mit Wortzuteilung am Laufen zu halten. Er wird sich noch in die kenntnisreiche Rolle seines Vorgängers hineinmanövrieren müssen. Aber wie sagte der Landrat bei seiner Einführung: „Älter wird er von alleine und mit dem Alter kommt die Erfahrung.“


Ganz offensichtlich waren auch Veränderungen auf der Verwaltungsbank. Mit Gerd Eberle saß dort ein alter Bekannter, der unter dem Vorgänger in die Diaspora geschickt worden waren. Sogar Protokollant Florian Apelt durfte sein Katzentischchen im Eck des Saals verlassen und am Tisch Platz nehmen und mit Esther Breuninger mischte erstmals auch die neue Leiterin der Abteilung Bürger- und Sozialdienste mit.


Christian Wachter, als Förster zum ersten Tagesordnungspunkt vorne mit dabei, wünschte zum Auftakt „alles Gute, dass alles glatt läuft“. Im Wald aber läuft derzeit fast gar nichts glatt. Der Förster zeichnete ein Katastrophenszenario für den Walzbachtaler Wald. „Brutal schwere Bedingungen“ herrschten dort nach dem Trockenheitsjahr 2018. „Ich tue mich im Moment brutal schwer mit der Arbeit draußen“, zeigte sich der Förster fast resigniert, „obwohl ich im Prinzip ein positiver Mensch bin“. Bei 500 Festmeter Schadenseinschlag bei den Buchen und sich in den Fichten ausbreitendem Borkenkäfer dürfte das auch schwer fallen. Eine Mammutaufgabe müsse er angehen.


Für etwas Aufregung sorgte ein Tagesordnungspunkt, von dem man so was als Allerletztes erwartet hatte. Die Gemeinderäte zeigten sich gegenüber der Verwaltungsvorlage aufmüpfig und verweigerten der katholischen Pfarrgemeinde einen zwanzigprozentigen Zuschuss für die Sanierung des historischen Feldkreuzes vor Sankt Elisabeth. Andrea Zipf löckte gegen den Stachel und sah nicht ein, dass bei den Zuschüssen die Kirche (20%) gegenüber den Vereinen (10%) bevorzugt werden solle und beantragte Gleichbehandlung. Das Ungeheure geschah und zwei Kampfabstimmungen führten bei vielen Gegenstimmen schließlich zu dem beantragten 10-prozentigen Zuschuss. In der Tat hätte man sich als Geflügelzuchtverein, der Augenblicke später ebenfalls die zehn Prozent für die Sanierung der Hasenhalle erhielt, benachteiligt fühlen können selbst denn Jutta Belstler die Gleichsetzung von Kirche und Verein als nicht statthaft empfand.


Ob sich Andrea Zipf hingegen mit einer anderen Bemerkung bei den mit Holz heizenden Hausbesitzern beliebt gemacht hat, darf füglich bezweifelt werden. Die schon lange stabilen Sterpreis von 70 Euro pro Festmeter nahm sie zum Anlass, über eine Preiserhöhung nachzudenken.


Wenig erfreut sein dürften auch die Bauherren eines großen Vorhabens in der Gondelsheimer Straße. Zum wiederholten Mal wurde ihnen ein Bauantrag mit der Begründung abgelehnt, er füge sich nicht in die Umgebungsbebauung ein.  


Zweckentfremdet sah Silke Meyer die Hinweisschilder an den Ortseingängen. Das Zementwerk habe dort großflächig für seinen Zementwerkslauf geworben. Das gehe nicht an, fand die SPD-Fraktionsvorsitzende. Da könnte sonst jeder Geschäftssinhaber kommen und seine Werbung platzieren wollen. Die Schilder seien allein für die Vereine da.


Die vom Bürgermeister und den Ortsbaumeister Björn Heimann nicht zu beantwortende Frage von Sascha Fanz, ob der für so viel Unruhe sorgende Ausbau der Jöhlinger Straße in Weingarten im Zeitplan sei, nahm Jutta Belstler zum Anlass für eine erweiternde Bemerkung. Der Weingartener und der Walzbachtaler Gemeinderat sollten sich nicht nur über dieser Frage doch mal zusammensetzen, um dieses und andere Themen (Radweg, Abwasserverband) gemeinsam und nicht gegeneinander besprechen. Man solle die atmosphärischen Störungen doch endlich einmal beseitigen.

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