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Gemeinderatssplitter

Närrische Überraschung für Özcan / Gewerbe ohne Land

In den letzten Gemeinderatssitzungen drängten sich die Besucher geradezu auf den Zuschauerbänken. Gestern gab es das Alternativprogramm: Besucher nahezu Fehlanzeige. Nun muss man aber auch sagen, dass das Gegenteil eine Überraschung gewesen wäre. Es war keine Sitzung die von der Tagesordnung her auch nur eine Maus hätte hinter dem Ofen vorlocken können.

Wer interessiert sich schon für so ein spannendes Thema wie „Vergabe der äußeren Rohrleitungsarbeiten zur Anbindung des neuen Steuerbauwerks in der Jahnstraße“? Und was anderes stand nicht auf der Tagesordnung. Außer Robert Sprißler, Stammgast in den Gemeinderatssitzungen und von den Gemeinderäten dafür schon ausdrücklich gelobt, und einem weiteren Kurzbesucher (zu dem am Ende mehr) wollte sich niemand dafür interessieren.


Dass die Gemeinderäte nicht einzig angetanzt waren, um das Sitzungsgeld zu kassieren, musste sich dann in der folgenden nichtöffentlichen Sitzung beweisen. Da muss schon Wichtiges auf der Tagesordnung gestanden haben. Dass sich dafür gegen Ende der laufenden öffentlichen Sitzung Gäste in den Zuschauerreihen niederließen, darf als Indiz dafür gewertet werden.


Daniel Veit – kostenfreie Böhnlichhalle please!

Kurz Verstärkung erhielt Robert Sprißler zu Anfang der Sitzung. Die rote Fraktion lief lautstark ein. Will heißen: Die Narren von der Fraktion der Wössinger Mondspritzer zeigten, wer an diesem Tag Herr des Geschehens ist. Ober-Mondspritzer Daniel Veit machte lautstark von dem Recht Gebrauch, dass die Narren am 11.11. die Rathäuser stürmen. Nicht ohne Forderungen an den Bürgermeister und die Räte zu stellen: Auch bei den Narren deckten die Gewinne die Ausgaben nicht mehr, beklagte er und legte die Forderung drauf: „Keine Miete für die Böhnlichhalle“ bei den Prunksitzungen des TV Wössingen.



Mondspritzerlied jetzt bei jeder Gemeinderatssitzung?

Sitzungspräsident Karsten Matt wies darauf hin, dass der Bürgermeister – vorsichtig gesagt – noch nicht so viel gemacht habe. Das möge sich schnell ändern. Zumindest so viel habe er in Erfahrung bringen können: Der Bürgermeister und er hätten vieles gemeinsam, „wir können sogar Zwillinge sein“. Evangelisch getauft seien beide und hätten Migrationshintergrund. Erklärungbedürftig zumindest für ihn: Özcan komme aus Mannheim, er selbst habe viele Jahre ein Jöhlingen gewohnt. Beide hätten darüber hinaus ungemeines Interesse an Politik. Beide leiten ungeheuer wichtige Sitzungen, „bei denen immer unheimlich viele Narren um uns rum sitzen“. Und noch eine Gemeinsamkeit: „Wir werden es niemals schaffen, es allen Leuten recht zu machen“.


Heftig bedauerte Matt, dass die Jöhlinger Narren nicht dabei waren. Doch mit den Blaukitteln, wie Matt die närrische Unterdorffraktion der Kreizkepf nannte, möge Özcan seine eigenen Erfahrungen machen und sehen, was auf ihn zukomme. Zum Abschluss schunkelten Bürgermeister und Gemeinderäte zu der gemeinsam gesungenen Wössinger Nationalhymne der  Mondspritzer, „dem Walzbachtälchen“.



Nur mäßig erstaunt und wohl auch vorgewarnt über die für ihn neue Tradition ließ Timur Özcan das Ritual nicht nur über sich ergehen, sondern sang kräftig mit und konterte mit einem kecken: „Das machen wird jetzt jedes Mal bei den Gemeinderatssitzungen“.


Damit war dann aber Schluss mit lustig für den Bürgermeister. Einem zaghaften Blick in die Runde und einem, „Jetzt könnten wir theoretisch anfangen, ich schau mal vorsichtig rum“, folgte eine richtiges Fragen-Battle mit einem Gewerbetreibenden, der sich bitter darüber beklagte, dass es für ihn in Walzbachtal kein Grundstück in den Gewerbegebieten gebe. Özcan sei auf mehrere Schreiben nicht eingegangen. Der Fragesteller, wollte sich auch nicht mit einem Özcanschen Gesprächsangebot und der Antwort zufrieden geben, es gebe halt keine Gewerbegrundstücke mehr in Walzbachtal. So gut stehe Walzbachtal doch nicht da, dass die Gemeinde auf einen Betrieb mit  60 Angestellten und einer Gewerbesteuer im sechsstelligen Bereich verzichten könne. Das Schreiben, das er vom Bürgermeister erhalten habe, hätte er eigentlich nur beantworten können mit einem: „Dann bin ich halt weg“!

Das Thema Parken im Jöhlinger Schulhof schlug jetzt nach Beschwerden aus den Kreisen der Fahrraddemonstranten „Critical Mass“ auch im Gemeinderat auf. Micahel Futterer machte darauf aufmerksam, dass das Halteverbot im Schulhof regelmäßig verletzt werde, „auch von Leuten, die von auswärts kommen“. Das sollte besser kontrolliert werden.

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Kommentare (4)

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    Anonymous

    |

    Als Antwort auf: Gemeinderatssplitter
    Wo sollen die Leute dann parken??

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    Hans

    |

    @ Anonymous
    Die Gemeinde, oder der Schulhausmeister soll einfach das Tor abschließen, damit hat das Parken im Schulhof endlich ein Ende.

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    Michael

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    Als Antwort auf: Gemeinderatssplitter
    Auf dem Schulhof ist das Parken von Mo-Fr. von 7-17 Uhr verboten. Zu dieser Zeit ist auch das Hoftor geschlossen. Für Sportveranstaltungen in der Sporthalle, Abend- oder Wochenendkurse in der Schule, den Schachklub, die Kirchgänger etc. ist es wichtig, dass die Parkplätze genutzt werden können. Ich verstehe gar nicht, warum das Parken dort stört.

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      Michael Futterer

      |

      Als Antwort auf: Gemeinderatssplitter Als Antwort auf: Michael
      Es ging in meiner Anfrage auch nur um das bestehende Halteverbot im Zeitraum von 7 Uhr bis 17 Uhr. Wenn Kinder auf dem Schulhof sind, haben dort Autos nichts zu suchen. Außerhalb des Zeitraums darf natürlich geparkt werden. Dies war auch zu keinem Zeitpunkt hinterfragt. Im Amtsblatt steht es auch genauer drin als bei diesem Gemeinderatssplitter.

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