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Gemeinderatsplitter

Mehr Zebrastreifen ins Dorf? / Maskenpflicht für Gemeinderäte (jetzt mit Fotos)

Das war eine Gemeinderatsitzung für die Geschichtsbücher. Nicht etwa weil die Gemeinderäte dem Bürgermeister die Gefolgschaft oder die Haushaltsverabschiedung versagt hätten oder etwa weil sie protestierend ausgezogen wären. Nein, das Bemerkenswerte an dieser Sitzung war die düstere Stimmung, die die Böhnlichhalle dominierte.

Die Symbolkraft der Corona-Krise zeigte sich hier nicht in leeren Straßen, Plätzen, sondern in ganz vielen handfesten Kleinigkeiten und nicht zuletzt in dem von Timur Özcan am Ende der Sitzung geäußerten Abschiedswunsch: „Bleiben Sie gesund. Hoffentlich sehen wir uns bald wieder in einer etwas fröhlicheren Atmosphäre“.

Schon dass am Eingang die Besucher von Florian Apelt mit einer Maske ausgestattet wurden, die in der Böhnlichhalle getragen werden sollte und auch getragen wurde, gehörte dazu. Dass jeder ein Stift erhielt, mit dem er ein Kontaktformular ausfüllen sollte für den Fall, dass Kontaktketten hätten nachverfolgt werden müssen, gehörte auch dazu. Genau fünf Besucher ließen sich von den Äußerlichkeiten nicht abschrecken und saßen brav in weitem Abstand.

Ebenso gehörte dazu, dass die Gemeinderäte auf das ansonsten übliche Ritual der gegenseitigen Begrüßung zu Beginn der Sitzung verzichteten und auf Distanz blieben. Jeder Gemeinderat erhielt seinen eigenen Tisch und damit reichlich mehr als die gebotenen 1,5 Meter Abstand, Abstand, Abstand.

Gesichtsmasken  trugen aber erst recht die Gemeinderäte, Bürgermeister und Verwaltungsmitglieder. Ein sagen wir mal mindestens ungewohntes Bild und auch für manchen unter ihnen bestand noch Gewöhnungsbedarf im Umgang mit dem sperrigen Teil. Bei etlichen rutschte es unter die Nase. Das hätte den Virologen nicht gefreut.

Die übliche Sitzordnung war in der Böhnlichhalle natürlich nicht einzuhalten. Die Fraktionen gruppierten sich nicht nebeneinander, sondern konzentriert in kleinen Pulks aber mit Abstand.

Schwierigkeiten gab es mit der Technik. Die auf den Rathaussaal ausgerichtete Mikrophonanlage reichte nicht für alle Tische und so waren die wenigen Redebeiträger der Gemeinderäte nur schwer zu verstehen. Nur den Fraktionsvorsitzenden wohl stand ein Mikrophon zur Verfügung.

Zu beschließen gab es viel, aber die wichtigsten Angelegenheiten waren nicht darunter. Zwei Mal Fahrzeuge Bauhof und Forst, zwei unproblematische Bauanträge, ausführlich vorberatene Änderungen bei der Kinderbetreuung und ihre Entlohnung. Da war schnell Schluss und der Gemeinderat konnte sich zur nichtöffentlichen Beratung zurückziehen, wie auch schon vor der öffentlichen Sitzung.

Etwas Spannung kam höchstens am Anfang in der Fragestunde auf, als Bernd Sprißler erneut das Thema Frühlingsfest im Jöhlinger Schulhof aufgriff, das für ihn längst noch nicht erledigt scheint. Corona hat anscheinend auch hier negativen Einfluss auf die juristische Aufarbeitung. Beim kleinen Wortgefecht mit dem Bürgermeister, ob es nun notwendig sei, seine Fragen noch einmal zu stellen, knisterte die Luft. Die beiden einigten sich darauf, dass der Bürgermeister sich auf ein Telefonat mit dem Beschwerdeführer freut, wie er versicherte.

Gibt es Geld für zusätzliche Zebrastreifen in Walzbachtal? Diese Hoffnung setzt Tino Villano in das landesweite Aktionsprogramm „Sichere Straßenquerung – 1.000 Zebrastreifen für Baden-Württemberg“. Er bat den Bürgermeister in der Sache aktiv zu werden und zu prüfen, ob sich Walzbachtal nutzbringend daran beteiligen könne.

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Kommentare (4)

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    Bernd

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    Als Antwort auf: Gemeinderatsplitter
    Mehr Zebrastreifen ins Dorf? Ja, Zebrastreifen beim Penny-Markt !

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    Radfahrer

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    Als Antwort auf: Gemeinderatsplitter
    Dann aber den jetzigen Überweg entfernen und den Zebrastreifen und einen Zugang an den Anfang des Geländes. Leider sind die Zufahrten zu all unseren großen Supermärkten nur für Autos, aber nicht für Fußgänger und Radfahrer konzipiert. Der Penny hat natürlich auch noch den Zugang über die Freiheitsstraße aber als Radfahrer nicht wirklich akzeptabel.

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    Ein Walzbachtaler

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    Als Antwort auf: Gemeinderatsplitter
    Frau Silke Maier hat wohl noch nicht verstanden wie eine Maske zu tragen ist. Nur wenn Mund und Nase bedeckt sind ist das Tragen einer. Maske effizient. Unglaublich.

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    Daniela L.

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    Als Antwort auf: Gemeinderatsplitter
    Zebrastreifen? Ja, bitte auch nach Wössingen auf die Wössinger Strasse, und bitte nicht nur einen! Im Gegensatz zu Jöhlingen und seiner Jöhlinger Strasse (3 Ampeln, Zebrastreifen und Querungsinseln), haben wir auf der Wössinger Straße gerade mal eine Ampel an der Grundschule. Aber wir betteln schon seit Jahren um Gehör und hoffen dann mal weiter dass sich an vielen Orten was tut. Danke an Tino Villano für den Einsatz!

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