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Gegenwind

Ein Graben geht in der Beurteilung der Windkraftanlage durch die Bevölkerung

Mächtig Dampf macht derzeit die Bürgerinitiative Gegenwind, die die von der EnbW geplante Windkraftanlage auf dem Heuberg verhindern will. Ein Ableger der eigentlich in Obergrombach beheimateten, gleichnamigen Gruppe hat sich zunächst in Weingarten, etwas später auch in Walzbachtal gebildet. Beide eint das dorfübergreifende Ziel: „Stoppt den Bau! Es betrifft uns alle“ wie auch ein Flugblatt übertitelt ist. Die Gruppe ist besonders über die sozialen Medien aktiv. In Facebook jagt ein Posting das nächste, so dass es sogar den Moderatoren der Walzbachtal-Gruppe zu bunt wurde. Sie baten um Mäßigung.

In einem Brief hat sich die Gruppe als „engagierte Bürgerinnen und Bürger aus Walzbachtal“ jetzt auch an den Gemeinderat und den Bürgermeister gewandt. Es entstehe ein „überdimensionierter Industriewindpark innerhalb des schwachwindigen Naherholungsgebiets“. Walzbachtaler seien stärker betroffen als Weingartener. In einer unabhängigen, umfassenden Informationsveranstaltung solle die Gemeinde für die Gelegenheit zur Diskussion des Vorhabens sorgen.

Die Gegenwind-Argumente sind im Prinzip diejenigen wie sie überall in der Bundesrepublik gegen Windkraftanlagen vorgebracht werden. Schlagschatten über Wohnbebauung, Schallemissionen, Infraschall, fehlende Windhöffigkeit, Naturzerstörung. Die in den Postings verbreiteten Informationen stehen oft diametral gegenüber jenen, die der Projektbeauftragte der EnBW, Mathias Trenkel, am 27. Juli dem Walzbachtaler Gemeinderat präsentierte. Beispielsweise werden bei der Bürgerinitiative Schlagschatten über dem westlichen Jöhlinger Ende befürchtet. Nach den Berechnungen der EnbW ist gerade mal ein Haus ganz am Ende der Weingartener Straße betroffen. In einer wohl selbst angefertigten, optischen Umsetzung drohen die Windräder über der Jöhlinger Martinskirche. In der Präsentation der EnbW hingegen sind die Windräder vom Kirchplatz aus überhaupt nicht und im Jöhlinger Süden nur sehr klein zu sehen.

Die Stromertragserwartungen für die von uns aus zu sehende Straubenhardt- Anlage werden als zu hoch beschrieben. Die dortige Betreiberfirma Wirsol sagt hingegen: „Das erste Halbjahr lief sehr gut“. Das Unternehmen nennt für Straubenhardt auch erste Zahlen. Rund 36,5 Millionen Kilowattstunden Strom hätten die elf Anlagen zwischen Januar und Juli erzeugt.

Noch nicht positioniert in dieser Auseinandersetzung haben sich die Walzbachtaler Grünen, von denen ich dachte, dass sie in dieser Frage eine eher positive Einschätzung hätten. Die Walzbachtaler werden sich in den nächsten Tagen mit ihren Weingartener Kollegen zur Beratung zusammensetzen. Das sei umso empfehlenswerter als der Weingartener und nicht der Walzbachtaler Gemeinderat die Entscheidung trifft, so sagt der Vorsitzende Ernst Reichert auf eine entsprechende Nachfrage. „Wir wollen uns vorher gründlich informieren, bevor wir eine Entscheidung treffen“, meint Reichert. Der Einsatz für nachhaltige Energieformen sei innerhalb des Walzbachtaler Ortsverbandes unumstritten. Eine Entscheidung pro Windkraft dürfe aber nicht um jeden Preis erfolgen. Man wolle zum Beispiel die von der EnbW angekündigten Windmessungen abwarten.

In der NadR-Leserschaft ist die Zustimmung keineswegs stromlinienförmig. Für Evelyne Fraider beispielsweise werden eine Menge unbewiesener Behauptungen aufgestellt. Sie präzisiert:

z.B. Lärm und Infraschall – diese werden aber nur qualitativ genannt und nicht qualifiziert – oder gar ausgelegt bezüglich der Topographie – also welche Wohngebiet müssten bei den bestehenden Windlagen in welcher Jahreszeit tatsächlich mit einer erhöhten Lärmbelastung rechnen- wir haben ja nun nicht meistens Ost-Wind.

2. Schattenwurf:

Wieviele Straßenzüge sind in welcher Jahreszeit um welche Uhrzeit für WIE Lange betroffen. So wie der Gegenwind gestaltet ist löst er in mir viele viele Fragezeichen aus.

Es wird von Subventionen gesprochen diese aber werden nicht quantifiziert, sondern mit der Aussage „mit unserem Steuergeld“ Stimmung gemacht. Das Projekt wird als unrentabel hingestellt – die Frage warum sich EnBw dann da einbringt bleibt schlichtweg offen. Der Verfall der Vermögenswerte wird bei jedem Bauprojekt eingebracht, von Straße bis Pflegeheim- kann ich zwar irgendwie verstehen –  beziffert ist es aber auch nicht. Und wie viele der Eigenheimbesitzer*innen wollen demnächst verkaufen – es handelt sich ja in Jöhlingen nicht um Wohnblocks von Investoren.

Insgesamt viel zu viele nicht belegte oder nicht quantifizierte Behauptungen und außer Höhe und Breite der Windräder kaum tatsächliche Fakten – aber VieL VIEL Stimmung und viele Experten. Auch das Betonwerk frisst ganz schön viel Landschaft wie ich mit Bedauern feststelle, wenn auch langsam.

Den heiligen Zorn über die Anlage überwältigt hingegen Dieter Rehlich. Er schreibt:

Gigantomanie und Größenwahn sind im Zusammenhang noch nie gut gegangen. Was sollen diese Monster hier bei uns am Heuberg ?? Der richtige Platz für diese Windräder ist und bleibt die Küste im Norden, dort wo der Wind. Tatsächlich weht und diese riesigen Flügel auch in Bewegung bringen kann. Die geplanten Kosten für den Bau sollte man bestenfalls dafür nutzen, um die Stromtrasse von Nord nach Süd zu forcieren. Da wäre das Geld auf jeden Fall besser angelegt.

Alle Welt redet über den Klimawandel, der sich bei uns ja zusehends bemerkbar macht. Was also spräche dagegen, wenn man die zunehmende Sonnenintensität in unserer Region für Solaranlagen nutzen würde ??? Die Überheblichkeit der Weingartener, sich durch den Bau der Windräder über die Gesundheit der Walzbachtaler hinwegzusetzen, ist für mein Verständnis menschenverachtendes Verhalten und so nicht hinzunehmen. Wir können uns von den Mitbürgern der Nachbargemeinde, die sicher ein paar Euro daran verdienen werden, unsere Gesundheit, unsere Landschaft und die Natur nicht zerstören lassen.

Ich kann nur jedem Mitbürger vom Walzbachtal empfehlen, sich den Flyer von Gegenwind Obergrombach – Helmsheim – Kraichgau e.V. , Ortsgruppe Walzbachtal, durchzulesen !!

Die Position, die man in dieser Auseinandersetzung einnimmt, kann also seeehr unterschiedlich sein: und geht von dem Vorwurf an die Adresse der Gegner, sie würden nach dem schönen Motto reagieren „Verschon mein Haus zünd andre an“  bis hin zum „heiligen Zorn“.

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Kommentare (7)

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    Marta

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    Als Antwort auf: Gegenwind
    Wenn man nur kurz genauer schaut sieht man doch, dass die Bilder mit Kirchturm und Windkraftanlagen nicht am Kirchplatz gemacht wurden sondern der Kirchturm drauf ist! Dies ist ja wohl ein Unterschied. Diese Anlagen sollen 1/4 Kilometer hoch sein! Es wird sehr schwierig sein eine Stelle im Ort zu finden, wo man sie nicht sieht! Diese Simulationen wurde mit einem zertifizieren Verfahren äußerst genau erstellt. Es mag übertrieben wirken aber nur weil diese Größe schlicht und einfach übertreiben ist!

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    Madro

    |

    Die Abbildungen von Gegenwind und die der ENBW sind von unterschiedlichen Standorten
    aufgenommen, daher darf man die Bilder nicht 1:1 miteinander vergleichen.
    Der Standort der Aufnahmen von Gegenwind sind von der Schubertstraße (wie auch auf dem Flyer hingewiesen), die der ENBW vom Kirchplatz aus.
    Die Perspektive ist also eine andere, das ist also Äpfel mit Birnen verglichen.
    Die Fotomontagen wurden unter den gleichen genormten Verfahren und von Experten hergestellt, wie die der ENBW auch, so dass der Satz aus dem Artikel „…drohen die Windräder über der Jöhlinger Martinskirche…“ schon sehr zutreffend sein dürfte.

    Zu den Punkten von Fr. Fraider
    Auf einem Flyer ist der Platz begrenzt und es ist schwer dort jeden Punkt noch mit belastbaren Daten zu unterlegen.
    Der Flyer soll erstmal nur auf die Punkte hinweisen, mit denen die Anwohnerschaft konfrontiert sein wird. Nähere Informationen werden auf Informationsveranstaltungen bzw. -ständen vermittelt (siehe auch Flyer, letzte Seite unten).
    Des Weiteren darf man sich natürlich auch selbst über die Punkte schlau machen, gerade kürzlich z.B. gab es in der BNN vom 16.9.20, Rubrik Südwestecho einen interessanten Bericht von Anwohnern in der Nähe der WKA in Straubenhardt, die das Wohnen in Nähe der WKA als „Katastrophe“ bezeichnen, da ein ruhiges Schlafen nachts nicht mehr möglich sei.
    Bei Interesse gerne eine Email an walzbachtal@gegenwind-kraichgau.de , dann kann der Artikel gerne zugeschickt werden.
    Oder als BNN+ Mitglied
    https://bnn.de/nachrichten/baden-wuerttemberg/cdu-gemeinderaete-fordern-mindestabstand-von-windraedern-zu-siedlungen

    Ich persönlich kann nur jedem empfehlen, sich ausgiebig zu informieren und sich dann persönlich zu positionieren.

    Einmal aufgebaut, wird man die WKA nicht mehr los und Natur zu zerstören um selbige zu schützen ist meiner Meinung nach zumindest mal ein fragwürdiges Konzept!
    Wenn die WKA einmal stehen, muss man als Betroffener einfach damit leben.

    Dem Vorwurf an die Bürgerinitiative, nach dem Motto „Verschon mein Haus zünd andre an“ zu handeln, bleibt nur anzumerken, WKA haben bundesweit nichts in der Nähe von bewohntem Gebiet und nichts in Naturgebieten und Wäldern zu suchen und solange es keine Speichermöglichkeiten für den flatterhaft erzeugten Strom gibt, ist es grundsätzlich fraglich, ob eine Energiewende so umsetzbar ist.

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    Zuhörer

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    Die Proportionen und Positionen der Windräder sind der geplanten höchsten Windräder Deutschlands sind anhand Google Earth nach anerkannter Methode des Forums Energiedialog erstellt worden. http://www.energiedialogbw.de Energiedialog ist ein Angebot des Landes BADEN-WÜRTTEMBERG, welches Kommunen bei Konflikten um erneuerbare Energien unterstützt. Die Illustrationen wurden durch einen diplomierten Landschaftsarchitekten umgesetzt. Die EnBW hat sich der gleichen Methode bedient. Allerdings wurden die Bilder per Weitwinkelkamera aufgenommen. Dadurch wirken die Windkraftanlagen kleiner. Auch die Position, von denen die Aufnahmen gemacht wurden sind ungünstig gewählt. z.B. Aufnahme am Kirchplatz nur in wenigen Meter Entfernung zu einem Haus, was die Anlagen natürlich verdeckt. Die nicht vorstellbare Größe von 247m der WKA macht schon deutlich, dass egal von wo, diese zu sehen sind. Es sei denn man schickt den Fotograf hinter Häuser oder wählt den Ausschnitt per Weitwinkel so groß, dass es verharmlost.

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    Harald Kann

    |

    Wem an Vorstellungskraft fehlt, hier ein Hinweis: Die Windmühlen werden höher sein als der Stuttgarter Fernsehturm! Und den hat doch bestimmt schon jeder mal gesehen und war womöglich auch oben auf der Aussichtsplattform.

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    Hans Dampf

    |

    Als Antwort auf: Gegenwind
    Gegenwind hat keine belegten Argumente – liefern sie ja nicht, sondern Thesen und damit wird Stimmung gemacht – geht auch nur so, sonst müsste man ja eingestehen, dass die Liste halt doch kurz ist. Warum fragt man wegen der Windausbeute und Lärm nicht mal das ICT das dort ein Windrad betreibt? Wenn ich vorbei jogge höre und sehe ich es, da muss ich aber schon stehen bleiben und zuhören; aber schon am Hummelberg (Haltestelle), nix mehr: vmtl sogar weniger als 1km;
    bei Wind – das ist dann wenn die sich drehen – hat man obendrein genug andere Geräusche, die es verdecken – der Wald, das Laub, abholzen und verbrennen – schlimm sowas.
    Und so sind wir nun dort bei den verbleibenden Argumenten – es stört mich in meinem Auge! Die schöne Natur!!! Schon mal die Natur betrachtet? Wer von Ihnen ist schon mal auf dem Heuberg gelaufen und hat die Natürlichkeit gesucht? Zerklüftet in Flur durch Land-/Forstwirtschaft, Siedlungen und Infrastruktur (Straßen), aber Windräder für unsere Grundversorgung…no way!!! das hat der Teufel sich ausgedacht.
    der nächste Kracher ist ja…die fiesen Weingartner wollen da (unrentable – nach Behauptung) Windräder aufstellen nur um dem Tölpeln aus Jöhlingen/Walzbachtal eine reinzuwürgen… Wie kleinkariert muss man eigentlich denken? Es wird doch gebaut, der sein Land cleverer-weise zu verpachten vermag. Für Solaranlgen oder WKAs, so what – bringt mehr ein als eine Brachwiese. Das hätte auch Jöhlingen sein können?!

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    raimund Würtz

    |

    Als Antwort auf: Gegenwind
    Zeitpunkt und Wahrnehmung
    Anstrengend. Der maskierte Autor, der maskierte Lärm. Ziemlich durcheinander oder „durch den Wind“ dieser Text. Scheint etwas von einem größeren Windrad abbekommen zu haben. Berghausen womöglich, da erwähnt. Als Solitär imposant, dieser Spargel mit Flügeln. Er wird aber putzig erscheinen gegen das gigantische Heubergquintett. Laut verlachen und auspfeifen werden diese Stimmgiganten das kleine Kerlchen. Was für eine Einbildung, als Referenz für den kommenden Exzessiv gelten zu wollen.
    Ist es erst einmal da, das Quintett, wird sich in Jöhlingen eine wahre Bildungsexplosion im Fachgebiet der Akustik zeigen. Verstehen, geistig durchdringen die akustischen Phänomene dieser gigantischen Sounds, die Wahrheit dahinter ergründen und diese Erkenntnisse der Welt mitteilen. Einige haben sich dahingehend schon auf den Weg gemacht. Die einen, wagemutig und heroisch like Don Quichotte kämpfend gegen Windmühlen. Keine Chance. Schon der Kleine aus Berghausen wird sie aushebeln und durch die Gegend schleudern. Ein elendiges Verlieren.
    Andere, Liebhaber des gepflegten und kontrollierten Humansounds sind in den Sphären der Klangmaskierung schon sehr weit. Zumindest in dem, was sie von sich geben. Die Antilärmler, bei deren Ansatz auch Infraschall nicht zu kurz kommt, arbeiten an der Idee, die naturgegebenen, menschlichen Klänge gegenseitig aufzuheben. Im anstehenden Planfeststellungsverfahren „Ortsumgehung“ wird es eine phasenverschiebende Winkelanpassung der B 293 hin zum Heuberg geben, die bewirkt, dass beide Schallereignisse ausgehend von den Windrädern und dem Verkehr sich gegenseitig neutralisieren.
    Bei dieser Gruppe haben sich auch Wössinger gemeldet, deren Ziel es ist, den Schalleintrag in die Gemeinde ausgehend vom Zementwerk zu optimieren. Als Erstes gilt es, den Status Quo zu erfassen und mit den vor Jahren simulierten Werten, Grundlage der Genehmigung, zu vergleichen. Erste Erkenntnis: Ein nicht taugliches Messgerät, das keine validen Daten, sondern in die Irre führendes Zeug liefert. Das Thermometer muss mit einem hochauflösenden, digitalen Akustikmesssystem ersetzt werden. Dafür fehlt es an Geld und Wissen. Wenn man das alles beieinander hat, irgendwann, soll dann der Abgleich mit den nicht mehr auf dem Stand der Technik sich befindenden Genehmigungsgrundlagen erfolgen. Eine Änderung derselben allerdings nicht. Wieso auch? Nur wegen der Menschen?

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