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Gabenbringer

Sonderausstellung zu Weihnachten im Museum im Schweizer Hof
Alljährlich vor Weihnachten steht Peter Bahn vor derselben Aufgabe. Mit einer jahreszeitlich stimmigen Ausstellung will der Museumsleiter des kleinen Museums im Schweizer Hof in Bretten auf die Weihnachtszeit einstimmen. Mal waren es in der Vergangenheit Krippen, mal Winterbräuche, mal historisches Spielzeug.

In diesem Jahr ist Nikolaus höchstselbst dran. Der historische Bischof aus dem ehedem römischen, aber längst türkischen Myra steht zusammen mit seinem zeitgenössischen Kollegen, dem Weihnachtsmann, im Zentrum der Sonderausstellung „Die winterlichen Gabenbringer“. Auf zwei Stockwerken sind 200 bis 300 Exponate zu sehen. Darunter sehr viele Leihgaben von Privaten, von kirchlichen Einrichtungen und zwölf Museen. Etwa, so seltsam sich das anhören mag, auch aus dem Brotmuseum in Ulm. Denn der heilige Nikolaus, hier kommt die Aufklärung, war und ist neben vielen anderem auch Schutzheiliger der Bäcker.

„Das sind also zwei Figuren mit ganz unterschiedlichen Wurzeln“, sagt Peter Bahn. Denn im Gegensatz zum historisch realen Nikolaus mit Krummstab, Bischofshut und Mitra ist der Weihnachtsmann eine schiere Kunstfigur, die im roten, pelzbesetzten Mantel und Zipfelmütze mit seinem Rentierschlitten aus den Wäldern des Nordens heranbraust. Beide vereint die Tradition als Gabenbringer. In der Nacht vom fünften auf den sechsten Dezember stellen Kinder ihre Stiefel vor die Tür, damit der Nikolaus sie mit Geschenken füllt. In den USA hingegen ist am Abend des 24. Dezember der Weihnachtsmann zugange. Dort werden Socken aufgehängt, die der Weihnachtsmann in der Nacht auf den Weihnachtstag füllt.

Die beiden Figuren sind aber selbstverständlich international mit regionalen Abwandlungen: Knecht Ruprecht beispielsweise zählt dazu oder der fränkische „Pelzmärtel“, der niederländische „Sinter Klaas“ und das russische „Väterchen Frost“. All denen geht die Sonderausstellung nach und zeichnet ein Bild davon, was es mit den winterlichen Gabenbringern auf sich hat. Kostbarkeiten der erzgebirgischen Holzschnitzkunst und russische Darstellungen des „Väterchen Frost“ sind ebenso zu sehen, wie Adventskalender und weihnachtliches Spielzeug. Hinzu kommen vielfältige Informationen zum historischen Hintergrund des Nikolaus von Myra und zu den Bräuchen, die sich um ihn ranken. Nicht zuletzt die immer wieder einmal gestellte Frage, ob der Weihnachtsmann eine Erfindung der Coca-Cola-Company ist, wird in der Ausstellung beantwortet.

Die Ausstellung weist einen regen Zuspruch auf. Über 700 Besucher habe er schon gezählt, berichtet der Museumsleiter. Ideal ist die Ausstellung natürlich für Kinder. Hauptzielgruppe sind die Kindergärten und die Grundschulen. Schon mehr als 20 Gruppen habe er geführt, sagt Bahn und damit weit mehr als im gesamten ersten Halbjahr 2016.

Als eine „wunderbare Ausstellung“ empfindet auch Ursula Knauer „die winterlichen Gabenbringer“. Beim genauen Hingucken entdecke man immer wieder unbeachtete Details, berichtet die Kraichtalerin. An diesem Tag war sie wegen einer besonderen Attraktion ins Museum im Schweizer Hof gekommen. Die Ausstellung wird nämlich immer wieder ergänzt durch zusätzliche Aktionen. Mal steht Schokoladengießen auf dem Programm, mal eine Märchenerzählerin oder- wie an diesem Tag – mit Martin Rausch ein Mann, der seinen sogenannten „Schnitzesel“ mitbrachte, auf dem er im Lokalkolorit seine Geschichten zum Besten gab. Zuhörer sind dabei keineswegs nur Kinder. Erwachsene waren genau so fasziniert.

Die Ausstellung ist noch geöffnet bis zum 15. Januar jeden Samstag, Sonntag und Feiertag (außer 24., 25. Und 31.12.) von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Gruppenführungen (ab 10 Personen) sind nach telefonischer Voranmeldung (Tourist-Info Bretten, Tel. 07252 / 583710) jederzeit möglich.

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