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Für die Ohren

Update für Versöhnungskirche Jöhlingen

Neben Altar und Kreuz ist die Orgel in jeder Kirche das Herzstück. Ohne sie sind Gottesdienste nur schwer vorstellbar. In der Versöhnungskirche der Jöhlinger Protestanten steht jedoch ein Exemplar, das seiner Rolle nur mehr bedingt gerecht wird. „Die Orgel hat so höhe Töne,

dass von ihr eine Gesundheitsgefahr ausgeht“, sagt Ralf Schultze, Vorsitzender des Fördervereins der Versöhnungskirche.

Darunter leiden die Organisten. Das Instrument bilde besonders für deren Gehör ein ernsthaftes Problem. Hauptleidtragender ist Hauke Lemberg, Leiter des Chors an der Versöhnungskirche. Nicht nur während dessen Konzerten setzt er sich an die Orgel und ist dann direkt den gesundheitsschädlichen Tönen ausgesetzt. Diese Einschätzung wird auch vom Leitenden Sachverständigen für Orgeln und Glocken bei Evangelische Landeskirche Baden, Dr. Martin Kares, bestätigt.

Seit mehreren Jahren schon ist deshalb der Kirchengemeinderat und Pfarrerin Andrea Kampschroer auf der Suche nach einer Alternative. Überraschend tat sich diese erst kürzlich auf. „In Böblingen sind wir über ein Orgel-Portal fündig geworden“, freut sich Ralf Schultze. Dort hatte sich vor zwanzig Jahren ein pensionierter Arzt eine Orgel ins Wohnzimmer einbauen lassen. So stattlich immerhin, dass sie durchaus kirchentauglich und eine wesentliche Verbesserung gegenüber der gegenwärtigen in der Versöhnungskirche ist.

Neue Orgel mit hervorragendem Klang, meint der Vorsitzende des Fördervereins der Versöhnungskirche Ralf Schultze.

Eine Jöhlinger Delegation unter der Leitung von Dr. Martin Kares kam schnell zu dem Schluss: Wie für uns gemacht. Ein sehr spezielles Exemplar, das durch den Einbau von Birnbaumholz aus dem eigenen Garten und damit einen besonderen Klang und Register (Birnflöte) besticht. Es sei so, „als ob diese Orgel auf uns gewartet hätte“, gab der Sachverständige ein überschwängliches Urteil ab.

Zwei Jahre immerhin ließ sich die Tochter des verstorbenen Arztes Zeit mit der Suche nach einem Nachbesitzer. Nur in gute Hände wollte sie die Orgel ihres Vaters übergeben und das sah sie bei einem Besuch des Jöhlinger Kirchengemeinderats gewährleistet. Gerne werde sie, so signalisierte sie, zum Einweihungsgottesdienst der Orgel aus München anreisen.

Billig wird das Unterfangen für die Jöhlinger Kirchengemeinde nicht. Immerhin tröstet der Gedanke, dass für ein vergleichbares Exemplar an die 160.000 Euro hätten berappt werden müssen. Die Orgel aus Böblingen hingegen wird nur stark 50.000 Euro kosten, was sich allerdings durch Umbau und Aufbau durch einen Orgelbauer auf rund 75.000 Euro erhöhen wird. Rund die Hälfte davon wird die Kirchengemeinde finanzieren müssen. Dafür stehen Rücklagen des Fördervereins zur Verfügung. Die Landeskirche hat überdies die Zusagen für einen Zuschuss und ein Darlehen von zusammen 50 Prozent gegeben.

Das trübt die Freude von Pfarrerin Andrea Kampschroer an der neuen Orgel keineswegs. „Ein wunderbares Instrument“ sei es, sagt sie: „Ein Meisterstück“. Der Orgelbauer ist im Moment noch dran am Aufbau, aber bald werden die Gottesdienstbesucher und besonders natürlich die drei Organisten die neuen Klänge genießen können.

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