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Friedenspfeife

Ortsvorsteher und Oberbürgermeister reichen sich am Fuß des Hochwasserwalls die Hand
Das Thema Hochwasser ist in Bretten spätestens seit dem Starkregen am 6. Juni 2015 ein kitzliges. Seither bemühen sich Stadtverwaltung und die Ortschaftsräte der besonders betroffenen Stadtteile um Lösungen für einen effizienten Hochwasserschutz. Einer, dem es bei diesem Thema viel zu langsam ging und geht ist Aaron Treut. Der Gemeinderat und Ruiter Ortsvorsteher hat über dieses Thema schon so manchen Strauß mit dem OB ausgefochten.

Gestern kam es zur Versöhnung. Am Fuß des 10.000 Euro teuren, aus NEFF-Erde aufgeschütteten Walls, der Ruit vor Überschwemmungen aus Richtung Kleinvillars schützen soll, reichten sich die beiden Hochwasser-Kontrahenten demonstrativ die Hand. So richtig aus der Welt geschafft scheint der Konflikt damit nicht ganz. Schon mit seinem einleitenden „Was lange währt wird vielleicht gut“! relativierte Martin Wolff die Bemühungen und auch später kam es noch am Ort des Friedensschlusses zu einigen Sticheleien über der Frage, an welcher Stelle in Bretten am schnellsten das Problem angegangen werden sollte und mit welchen Beträgen. Der OB bat um Verständnis dafür, dass man Priorität auf die Bereiche wie etwa in Diedelsheim lege, wo Häuser abgesoffen und Leute obdachlos geworden seien

Oberbügermeister Martin Wolff und der Ruiter Ortsvorsteher beim Handschlag am Hochwasserschutzwall Ortsausgang richtung Kleinvillars.

Martin Wolff erklärt dem umgeduldigen Ruiter Ortsvorsteher: „Alles nicht so einfach“.



Martin Wolff wies zunächst drauf hin, dass eine der Hauptaufgaben in diesem Bereich das Schaffen von Retentionsflächen sei. Solche Dinge müssten allerdings „sauber geplant sein“. Ein Schnellschuss der nach hinten losgehe, helfe niemandem. Saubere Planung brauche eben ihre Zeit, „damit aus Starkregen nicht Hochwasser wird“. In diesem Zusammenhang verlor der OB auch einige Worte in Richtung Gondelsheim. „Aus der Nummer kommt keiner raus, auch Markus Rupp in Gondelsheim nicht“, mahnte Wolff und wies darauf hin, dass die in Gondelsheim gepriesene Hochwasser-App in Bretten deshalb nicht realisierbar sei, weil nur Gondelsheim über einen offiziellen Pegelmesspunkt des Landes verfüge. „Bei uns können wir das nicht machen“.

OB und Ortsvorsteher beim "Wer-hat-Schuld-Spiel"

OB und Ortsvorsteher beim „Wer-hat-Schuld-Spiel



Überraschend verkündete Wolff seinen Abschied von dem anfangs verfolgten Konzept des Hochwasserzweckverbandes. Der habe sich als nicht effektiv erwiesen. Zusammen mit Bruchsal arbeite Bretten nunmehr an einem „schlankeren, effektiverem Modell“, das derzeit juristisch überprüft werde. Wie dieses Modell aussehen werde, wollte er nicht präzisieren. Unabhängig davon sei die Stadt aber schon „an vielen, vielen Ecken unterwegs“, versicherte Wolff. Er wies aber gleichzeitig auf die Verantwortung der Hausbesitzer hin, sich ebenfalls gegen Überschwemmungen zu schützen.

Als eine „Herzensangelegenheit“ bezeichnete Aaron Treut den Hochwasserschutz. Über dieser Frage habe es „ein paar Differenzen“ zwischen ihm und dem OB gegeben, erinnerte der Ruiter Ortsvorsteher, unterstrich andererseits seine Übereinstimmung in der negativen Beurteilung des Hochwasserschutzverbandes. Der sei mit viel Bürokratie verbunden und man habe nicht mehr die direkte Einflussmöglichkeit.

Aaron Treut: Erleichtert, dass seine jahrelangen Bemühungen nun endlich von Erfolg gekrönt waren.

Aaron Treut: Erleichtert, dass seine jahrelangen Bemühungen nun endlich von Erfolg gekrönt waren.



Treut zeigte sich erleichtert, dass seine jahrelangen Bemühungen nun endlich von Erfolg gekrönt worden seien. Es sei für ihn nicht leicht gewesen, „diese offensichtlich dringliche Maßnahme zum Schutz der Einwohner so lange unerfüllt zu wissen,“ betonte Treut. Damit werde die Angst der Bevölkerung vor einem neuen Starkregen minimiert. Die war bei dem Ereignis denn auch in nicht geringer Zahl vor Ort und hakte an der ein oder anderen Stelle nach.

Oberbügermeister Martin Wolff und der Ruiter Ortsvorsteher beim Handschlag am Hochwasserschutzwall Ortsausgang richtung Kleinvillars.

Etlich Volk hatte sich eingefunden, um den Handschlag zu verfolgen.



Stille Beobachter weit am Rande

Stille Beobachter weit am Rande

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