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Fliegende Zwerge

Seitenhiebe auf die Lokal- und große Politik bei der Prunksitzung des TV Wössingen
Ganz schön närrisch ging es im letzten Jahr auf der Welt zu. Mit Donald Trump scheinen sich die USA gar einen Obernarren auf den Thron gesetzt zu haben. So eine Steilvorlage ließen sich selbstverständlich die Wössinger Narren nicht entgehen. Während ihrer Prunksitzung in der Böhnlichhalle nahmen sie ein ums andere Mal den amerikanischen Präsidenten aufs Korn. Sie beließen es dabei nicht nur mit Äußerlichkeiten wie etwa der Trump-Tolle, die sich – nur ein Beispiel von vielen – Karl Lacher bei den „Mondspritzern“ aufs Haupt setzte. Mit treffenden Versen brachte die Truppe ihre Besorgnis nicht nur über die Entwicklung in den USA, sondern auch in der Türkei unter Erdogan zum Ausdruck.

So manche Narretei hat sich im abgelaufenen Jahr allerdings auch im „Walzbachtälchen“ ereignet. Mit besonderer Liebe in eine Moritat gegossen wurden die Temperaturen, bei denen sich die Gemeinderäte im Wössinger Hof, die Sportler in der Böhnlichhalle oder die Schüler der Walzbachschule einen kalten Hintern holten. Mit einem langgezogenen Wehklagen nach der Melodie von Peter Maffays „Eiiiiiiiiszeit“ nahmen sich die Mondspritzer dieses Themas an („wenn die Heizung nicht mehr geht, weil oina daran dreht“). Da war es Sitzungspräsident Karsten Matt geradezu eine Lust, den Bürgermeister „in einer wohlgewärmten Halle“ begrüßen zu können.

Der Wössinger „REWE“ zog sich als zweites Thema durch den Abend. Damit begann schon Benjamin Morlock, der statt der Institution Petra Adam den Wellenbrecher zu Beginn machte, „obwohl ich ihr schon rein physisch das Wasser nicht reichen kann“. Inhaltlich brachte er das in einer Grenzgänger-Moderation allerdings sehr wohl nicht nur dort fertig, wo er frohlockte, dass „im Premium Shuttle-Bus von REWE immer en Platz kriegsch“.

Der REWE-Shuttle-Bus war auch dem „Bobbes-und-Bobbes“-Duo Joachim und Volker Kinsch einen Vers wert. Für sie ging es im letzten Jahr „Vööööllig losgelöst von der Wahrheit“ im Stil von Peter Schillings „Major Tom“, gesanglich und nicht nur das phantastisch interpretiert von Joachim Kinsch. Für den Neubau des Rathauses wünschten sich die Brüder das Versprechen des Bürgermeisters, dass es ein „ehrenwertes Haus für den Bürger“ werden möge. In einem seiner stärksten und mit langem Applaus belohnten Auftritt als Wössinger „Till“ legte auch Karsten Matt immer wieder „den Finger in die Wunden der Gesellschaft“ wie sein Elferratskollege Daniel Veit abmoderierte.

Einen Seitenhieb mit einer Trump-Tolle gab es auch bei den „Dobbeldribblern“, die mit einer tollen Show ein erstes optisches Highlight mit dunklen, an Schwarzlicht erinnernden Elementen brachten. Nach dem Motto „Männer in Röcken“ sind immer für Lacher gut, setzten später die „Borzelbehmla“ in diesem Genre nach. Für viel Bewegung auf der Bühne und Staunen im Publikum sorgten die Nachwuchsturner des TV Wössingen. Als Zwerge verkleidet zeigte die Wettkampfgruppe unter der Leitung von Laura Unger eine bärenstarke Nummer. Fürs Optische sind natürlich hauptsächlich die Mädchen und Frauen der Tanzgarde zuständig, die mehrfach die Beine fliegen ließen. Verstärkung erhielten sie von Alexander Mücke, der sich als „Candy Man“ unter die holde Weiblichkeit mischte.

Laut wurde es zum Abschluss des Abends, als sich die Guggenmusiker der Gölshausener „Krautscheißa“ unters Publikum mischten und zusammen mit der gemeinsam intonierten Nationalhymne der Wössinger Narren, dem „Walzbachtääääälchen“ für den Abschluss sorgten. Da hatte Präsident Daniel Veit längst schon keine Stimme mehr. Die hatte er während der Schunkelrunde verloren, die er stimmlich mitten unter dem die Bühne stürmenden Publkum anheizte.

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