Fakten, Fakten, Fakten II

Kommentare zur B-293-Umgehung (Update 11.4. 18:00 Uhr)

Ich habe in einer Vorbemerkung zu der Kommentarspalte darum gebeten, sich beim Kommentieren nicht zu sehr in den Details zu zerfleddern und das Motto „In der Kürze liegt die Würze“ zu berücksichtigen. In der Diskussion um die B293-Umgehung wird der Bitte eher selten entsprochen. Das beeinträchtigt die Lesbarkeit in der engen Kommentarspalte sehr.

Wer sich für das Thema nicht interessiert, der muss sich eher durchquälen. Die Beiträge zu diesem Thema sind andererseits zumeist so interessant und auch fachlich fundiert, dass ich nichts kürzen will. Ich will das Dilemma  lösen, indem ich dazu einen eigenen „Thread“ außerhalb der Kommentarspalte eröffne und ihn jeweils mit den neuesten eingehenden Kommentaren füttere. Die aktuellsten stehen jeweils oben.

Lieber Martin L,

wir haben uns nur mit dem Individualverkehr befasst, den wir verstärkt durch die Streichung der Hohl in Jöhlingen befürchten. Den kaum nennenswerten Fernstraßenverkehr auf der B 293 befürchten wir keineswegs. Die ganz wenigen Fahrzeuge des weiträumigen Verkehrs (im einstelligen Bereich), die über Weingarten nach Karlsruhe fahren könnten, nehmen wir hin, zumal darunter kein Schwerverkehr ist. Warum bisher die 4.500 Fahrzeuge die längere Strecke über Weingarten nach Karlsruhe fahren, können Sie bestimmt vermuten oder auch glauben. Ihre sachgerechte Erklärung würde manchem zur Beruhigung seiner Befürchtungen helfen. Warum die bisher so fahren und nach dem Bau der Ortsumgehung dann über Berghausen auf der neuen B 293, können Sie uns bestimmt nachvollziehbar und verständlich erklären? Wenn Sie an die 4.500 Fahrzeuge weniger in der Jöhlinger Straße in Weingarten glauben, werden Sie sich bestimmt nicht darum kümmern, dass die künftig den Grötzinger Tunnel zusätzlich belasten? Das ist Ihnen vermutlich ähnlich egal, wie es uns egal ist, ob Sie für oder gegen die B 293 Ortsumgehungen in Jöhlingen und Berghausen sind?

Allerdings gibt es vom Fernstraßenverkehr der B 293 betroffene seit Jahrzehnten arbeitende Bürger und Initiativen, die sich von der Richtigkeit irgendwelcher Behauptungen überzeugen. Sie arbeiten nach dem uralten Prinzip von Aristoteles, wer Erfolg haben will, muss die richtigen Fragen stellen. Mit denen sollten Sie bei Interesse den direkten Kontakt suchen, nicht über uns. Können Sie erklären, was Fernstraßenverkehr nach Paragraph 1 Bundesfernstraßengesetz ist? Wenn diese Bürger und Initiativen vom Regierungspräsidium Karlsruhe am 6. April 2021 auf mehrmaliges Nachfragen endlich die Antwort bekommen, „Das Ingenieurbüro hat sämtliche Ordner, die Ihnen noch aus dieser Zeit zur Verfügung stehen, durchgesehen, konnte aber keinerlei Ursprungsdaten aus der Verkehrsbefragung mehr finden. Die Verkehrsbefragungen wurden im Jahr 2000 durchgeführt und damals in das Verkehrsmodell übernommen, stehen aber nicht mehr als Rohdaten zur Verfügung (Weder digital noch als Ausdruck)“, dann glauben wir, dass da ein riesengroßes Chaos herrscht und keinerlei aktuelle Zahlen zur Verfügung stehen, um den Überblick zu bewahren. Das gibt eine spannende Offenlage und Anhörung im rechtlichen Planfeststellungsverfahren. Wir werden daran mitarbeiten, dass Glaubensfragen zu nachvollziehbaren Wissensfragen werden, denn uns liegen ebenso wie dem Bundesverkehrsministerium Zahlen der damaligen Verkehrsanalyse vor. Wir ziehen Aussagen der Straßenplaner des Verkehrsministeriums in Stuttgart als Fakt Ihren persönlichen Glaubensfragen vor. NadR will Fakten, Fakten, Fakten II. Wir auch, allerdings liegt der Teufel auch bei der B 293 OU-Jöhlingen im Detail.

Liebe Wengerder,
es ist schon erstaunlich mit welcher Vehemenz Sie die Umgehungstraßen für Jöhlingen und Berghausen schlecht reden um eine vermeintliche Verschlechterung der Verhältnisse in Weingarten zu vermeiden. Die Aussagen der Verkehrsplaner, die Ihnen eine Verbesserung vorhersagen, scheinen Sie gar nicht zu interessieren. Ich bin überzeugt davon, dass der auswärtige Verkehr und die Wössinger Pendler die OU sehr wohl annehmen werden um nach Karlsruhe zu fahren. Nicht los werden Sie den Verkehr der durch Weingarten fährt um nach Stutensee usw. zu kommen. Das subjektive Gefühl, über Weingarten schneller nach Karlsruhe zu kommen wird sicher auch bei einigen Jöhlinger nachlassen.
Ich bin weiterhin für die OU Jöhlingen. Die Gründe habe ich in meinen vorherigen Kommentaren bereits niedergeschrieben.

Erlauben Sie mir noch die eine oder andere Anmerkung zum Stil Ihrer Diskussionsführung. Es gehört sich nicht, sich unter diversen Nicknames anzumelden. Und dann noch diese fadenscheinige Ausrede…. Es kommt auch nicht gut an, wenn man den anderen Diskussionsteilnehmer unterstellt, Dinge absichtlich nicht zu erwähnen oder zu vergessen. Aussagen falsch wiederzugeben oder zu behaupten, dass man auf NadR bestimmte Aussagen nicht hören oder lesen will, kommt im allgemeinen auch nicht gut an und ist einer gesunden Diskussion abträglich und schulmeisterische Belehrungen (z. B..Singular und Plural) gehen gar nicht.

Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit und bleiben Sie gesund.

Lieber Martin L,

letzter Kommentar zu Ihrer Darstellung zum Individualverkehr, die Fahrstrecke von Jöhlingen (ab Badischer Hof) über Berghausen sei die bessere Wahl um nach Karlsruhe (Kreuzung B 3 / B 10) zu kommen. Wir belegen als von Ihnen gewünschte Fakten die Präsentation in der Pfinztalhalle in Pfinztal, sowie das Internet. Verfolgen wir die am 18.03.2019 dargestellte Planung der Ortsumgehung Berghausen (mit Schwerverkehr) im Internet weiter, dann kommt zunächst auf der neuen B 293 die Abbiegespur zur Jöhlinger Straße (alte B 293) in Berghausen (Seite 46 der Präsentation). Die hier geplante Linksabbiegespur und die Ampelregelung führen bestimmt häufiger zu einer Verlangsamung Ihrer Fahrstrecke als die zusätzliche kaum genutzte Fußgängerampel in Weingarten auf der neu ausgebauten Jöhlinger Straße.

Danach folgt das geplante Kreuzungsbauwerk (Unterführung) der ICT-Zufahrt, wobei für diesen Streckenabschnitt bereits 70 km Geschwindigkeit ausgewiesen ist (Seite 45 der Präsentation), ähnlich der Abbiegung der L 559 zum Sallenbusch. Nun folgt mit dem ersten Kreisverkehr die Anbindung Untere Au und Erschließung Vogelpark / Kläranlage (Seiten 40 und 44 der Präsentation). Wir wollen aus Platzgründen keine fachlich anerkannten Aussagen über die Behinderung des fließemden Verkehrs durch Kreisverkehre zitieren, insbesondere wenn sich darunter Schwerverkehr befindet. Wir hoffen aber auf Zustimmung, dass der B 293-Verkehr, und damit die Fahrzeit nach Karlsruhe verlangsamt wird. Können Sie akzeptieren, dass der im Kreis befindliche geringe Verkehr aus Berghausen Vorfahrt vor dem B 293-Verkehr hat, der von Jöhlingen kommend in den Kreisel einfahren will.

Weiter geht die Strecke zum zweiten Kreisverkehr (Seiten 42 und 47 der Präsentation) mit den bereits genannten Verlangsamungen wie bei jedem Kreisverkehr. Hier befindet sich entgegen der Meinung, die ehemalige B 10 hätte keine Einfahrt in den Kreisverkehr, allerdings eine Einfädelspur aus Berghausen heraus für die Autofahrer (ohne Schwerverkehr), die Richtung Jöhlingen wollen. Wenige Meter nach der Einfahrt muss der Schwerverkehr aus Jöhlingen diesen Kreisverkehr wieder verlassen, um sich zweimal in den fließenden Verkehr vor dem Grötzinger Tunnel einzuordnen, jeweils nicht vorfahrtberechtigt. Vielleicht wird die Planung noch geändert, das werden die Offenlage und die Erörterung der Planung zeigen.

Dabei sollte nicht vergessen werden, dass die B 10 bis zur neuen Einmündung in die B 293 abgestuft werden muss. Daher erscheint es auch unlogisch, wenn der Pfinztaler Gemeinderat den Hopfenbergtunnel gemeinsam mit Verkehrsminister Hermann wünscht. Daher wurde bei der nichtöffentlichen Vorstellung der Planung am 23.05.2017 in einem „Zwischenzustand“ die spätere „Umsetzung“ des Hopfenbergtunnels dargestellt, nachzulesen im Internet. Angeblich ist die Realisierung aller Projekte, somit auch der Hopfenbergtunnel, bis 2030 gesichert. Damit könnten wir wieder von der rein örtlichen „besseren“ Fahrtstrecke aus Jöhlingen zurückkehren (falls es in NadR überhaupt interessiert) zum wirklichen Problem, das der Bund mit der gesamten B 293 sowohl in Jöhlingen und Berghausen wie auch bei der Überquerung des Rheins in die Pfalz mit einer zusätzlichen Rheinbrücke hat: Die Verkehrsbedeutung für seinen weiträumigen Verkehr.

Als Antwort auf: Fakten, Fakten, Fakten?
Bei all der Diskussion über die B293 fände ich auch einen Blick auf die Öffis wichtig, denn alle, die auf die Öffis wechseln, entlasten die Straße und produzieren weniger CO2 und Lärm. Aktuell werden die Öffis sehr wenig genutzt. Es braucht hier ein Angebot für die neue Zielgruppe der „Gelegenheitspendler“, die 1-3 mal die Woche zur Arbeit in die Stadt pendeln. Bei einer Internetrecherche habe ich ein neues Angebot der DB gefunden, wo wohl auch die AVG teilnimmt (https://www.10er-tagesticket.de/). Wenn dieses Ticket auch noch preislich gegenüber den Einzeltickets attraktiv ist, kann es zur Reduzierung des Pendlerverkehrs beitragen. Leider konnte ich eine Buchung eines Tickets von Walzbachtal zum Hbf Karlsruhe nicht abschließen, vielleicht ist die S4 Strecke auch noch nicht „freigeschaltet“.

Als Antwort auf: Fakten, Fakten, Fakten?Als Antwort auf: Wengerder
Vorschlag zur mehrstöckigen Verkehrsführung
Die Trasse der Bahn ab Bebauung Jöhlingen (Ost) bis Ortsausgang West (eventuell auch weiter) gemeinsam nutzen. Ausschachten (Kanal) und zwei Ebenen bilden auf ca. 1.400 m. Unten in einer Röhre (hinsichtlich Schallschutz) die B 293, darauf gesetzt die Bahn. Wenn man will, kann man, da wo Platz, eine dritte Etage mit Gewerbe und Infrastruktureinrichtungen bilden. Bei entsprechender Planung und Bauorganisation ist dies in einer zweijährigen Bauzeit zu bewerkstelligen.
Beispiel Reichsbrücke Wien: Bauzeit Januar 1978 bis Mai 1980, Länge 850 m Untergeschoss U-Bahn, Auf der Decke eine 6-Spurige Autostraße Links und rechts getrennte Rad- und Fußgängerwege.

Weitere Beispiele: Lange Wapper Bridge (Oosterweel) Antwerpen, Mannhatten Bridge, Bullay Mosel, Oberbaumbrücke Berlin, Rialtobrücke Venedig, Krämerbrücke Erfurt, Verkehrsführung Basel gegen Süden… Flächen mehrfach nutzen. Zusammenbringen, was zusammen gehört (Verkehr). Auch in Pfinztal/Grötzingen! Kein unnötiger weiterer Flächen- und Landschaftsverbrauch! Hinsichtlich Planung und Ausführung bei Stadt- und Verkehrsplanern von Megacities anklopfen und fertige Planungen und Konzepte aus der Schublade ziehen.

Lieber Martin L., während wir bei unserem letzten Kommentar auf Ihren Wunsch nach den Fakten des Fahrwegs von Jöhlingen über Weingarten eingegangen sind, wollen wir auch noch auf Ihre Aussage zu der „besseren Wahl“ von Jöhlingen (ab dem Badischen Hof) über Berghausen nach Karlsruhe (Kreuzung B 3 / B 10) eingehen. Sie reden vom Kreisverkehr (Singular), an dem die Teilnehmer der B 10 Vorfahrt haben sollen. Allerdings fehlt Ihr Hinweis auf den Fakt, dass in Berghausen zwei Kreisverkehre (Plural) geplant sind.

Aber zunächst ist festzustellen, dass zwischen dem Planungsende der B 293 hinter dem Jöhlinger Buckel und dem Planungsbeginn vor Berghausen ein großes Teilstück ungenannt bleibt. Nicht nur von Ihnen, sondern auch von Herrn Verkehrsminister Hermann, der dieses Teilstück als nicht ausbauwürdig beim Bund „vergessen“ hat anzumelden. Soll dieses Teilstück der B 293 zwischen der OU Jöhlingen und der OU Berghausen im jetzigen gefährlichen Zustand bleiben? Wir gehen von der üblichen erkennbaren Taktik der „geschönten Zahlen“ des Verkehrsministers aus. Wenn dieses Teilstück einem der beiden Projekte zugerechnet wird, oder wenn es beiden Ortsumfahrungen jeweils zur Hälfte zugerechnet wird, erhöhen sich die Kosten der Projekte und damit verringert sich das vom Land nicht korrekt berechnete Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV).

Um ein Straßenbauprojekt volkswirtschaftlich (nicht nur für den örtlichen Verkehr) zu beurteilen, wird vom Bund mittels einer „Nutzen-Kosten-Analyse“ (NKA) überprüft, in welchem Verhältnis der Nutzen des Projekts zu den damit verbundenen Kosten steht. Dazu werden die ehrlichen und aktuellen vollständigen Aus- und Neubaukosten für das Projekt, genauso wie die Planungskosten zugrunde gelegt. Der Nutzen wird monetär ermittelt und anschließend mit der Kostenseite verglichen. Nur wenn der ehrlich prognostizierte Nutzen die ehrlich prognostizierten Kosten übersteigt, ist das Nutzen-Kosten-Verhältnis (NKV) größer als die erforderliche 1, ansonsten kollidiert das jeweilige Projekt, genauer beide zusammen, mit den gesetzlichen Bestimmungen der Bundeshaushaltsordnung. Die monetären Berechnungen sind im „Methodenhandbuch zum Bundesverkehrsplan 2030“ im Internet auf 493 Seiten nachzulesen. Dieses NKV ist das entscheidende Kriterium, um eine Finanzierungszusage des Bundes zu bekommen, die mit der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan nicht gegeben ist. Ständig wird die Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan als Finanzierungszusage des Bundes behauptet. Allerdings nur von denen, die von der Materie nichts oder zu wenig verstehen.

Gerne diskutieren wir hier über den Walzbachtaler Individualverkehr weiter. Wir bitten zu bedenken, dass dieser kürzere Weg gegenüber der Strecke über Weingarten einen ganz bedeutsamen Nachteil hat. Hier muss der Schwerverkehr beachtet werden, der die Einfahrten in die beiden Kreisverkehre wesentlich erschwert. Vermutlich mehr als die bereits eingezeichneten sechs Parkplätze und die beiden Blitzer, die noch in der Jöhlinger Straße in Weingarten eingebaut werden.

Lieber Martin L., wir kennen Ihr zuhause in Jöhlingen und Ihren Arbeitsplatz in Karlsruhe nicht, daher sollten wir vielleicht einig sein, als Ausgangs- und Endpunkt für die Überlegungen zum Individualverkehr in Jöhlingen und Weingarten den jetzigen Zusammenschluss der L 559 mit der B 293 (ehem. Gastwirtschaft Badischer Hof) zu nehmen. Von hier bis zum Jöhlinger Buckel sind es durch die Hohl ca. 1.500 Meter. Dieses Straßenstück entfällt mit dem Bau der B 293-Ortsumfahrung. Warum eigentlich? Künftig werden alle zunächst auf der Verlängerung der L 559 in Richtung Wössingen fahren müssen. Dann auf der neuen B 293 durch das Attental bis zum Jöhlinger Buckel. Das sind etwa 2 km mehr als bisher durch die Hohl für jeden Jöhlinger, der morgens zu seinem Arbeitsplatz in Karlsruhe mit dem Auto fährt. Als Ausgangs- und Endpunkt unserer Überlegungen zum Individualverkehr in Jöhlingen und Weingarten rechnen wir die Kreuzung der B 3 / B 10 in Durlach / Grötzingen. Jeder Jöhlinger wird ab hier die gleichen 2 km mehr als bisher auch abends fahren müssen. Beides Fakten, über die wir uns einig sein sollten.

Wenn das ab dem Jahr 2030 jeder Jöhlinger tut, sind wir in der Jöhlinger Straße in Weingarten alle Sorgen los und freuen uns über ein ruhiges Wohnen ohne Jöhlinger Verkehr, der nach Karlsruhe will. Aber die erforderliche „faktische Garantie“, dass es so sein wird, gibt uns bislang niemand.

Das Regierungspräsidium Karlsruhe behauptet, dass wir künftig in Weingarten eine Abnahme von 4.500 Fahrzeugen auf unserer Jöhlinger Straße haben werden. Das sind alles Autofahrer aus und nach Jöhlingen, die für ihre jahrelange Entscheidung vier km mehr Strecke nach und von Karlsruhe zu fahren einen Grund haben. Welchen? Nach der Dauerzählstelle L 559 Weingarten haben wir im Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2016 (vor der Vollsperrung) insgesamt 6.277 Kfz/DTV, wovon 4.500 Fahrzeuglenker bisher die „attraktive Abkürzung“ von Jöhlingen über Weingarten und umgekehrt nehmen. Warum soll sie durch sechs ausgewiesene Parkplätze „unattraktiv“ sein? Werden die 4.500 Fahrzeuge künftig alle den „besseren“ und kürzeren Weg über die beiden neuen Ortsumfahrungen Jöhlingen und Berghausen der neuen B 293 nach Karlsruhe und zurück fahren? Gibt es Gründe, diese Aussage der Gutachter (Seite 30 der Präsentation vom 31.01.2019 unter dem Titel C3 Betriebsbedingte Effekte und Risiken) als „Fakt“ glaubhaft und nachvollziehbar hinzunehmen?

Liebe Wengerder,
ein Fakt ist eine Tatsache, die belegt werden kann. Wie belegen Sie den „Fakt“, dass die Fahrt über Weingarten eine Abkürzung ist? Von meinem Zuhause in Jöhlingen bis zu meinem Arbeitgeber in Karlsruhe sind es derzeit 16,2 km über die B293 und 19,5 km über die B3. Dies macht 3,3 km Umweg über Weingarten, damit ist dieser „Fakt“ widerlegt. Und selbst wenn ich später um Jöhlingen herum fahren muss, wird die Strecke über Berghausen die bessere Wahl sein. Denn Ihre Aussage vom 26.03.2021, dass am Kreisverkehr die Teilnehmer der B10 Vorfahrt haben (das alleine ist schon eine Falschinterpretation), ist dem Plan des RP sehr gut zu entnehmen wie der Verkehr dort geleitet wird. Die B293 wird nach der Brücke über die Pfinz und die Bahngleise durch den Kreisverkehr führen und die B10 aus Berghausen heraus unter der Brücke hindurch. Erst im Anschluss kommen beide Straßen zusammen, Wobei m.E. die B10-Teilnehmer dann einfädeln müssen. Ferner kommt hinzu, dass die Jöhlinger Straße in Weingarten nach der Fertigstellung nicht mehr so gut zu befahren sein wird wie vor der Sanierung. Haltbuchten/Parkplätze, die Verengung, Ampeln und Geschwindigkeitskontrollen machen diese Straße für den Durchgangsverkehr eher unatraktiv.
Ich bin für die OU. Schon alleine deshalb, weil die OU Berghausen dringend gebaut werden muss und dann tatsächlich mehr Verkehr zu erwarten ist. Hier stimme ich mit den Gegner überein. Wenn die OU Jöhlingen dann nicht gebaute werden würde, hätte wir noch mehr Verkehr im Ort, der dann für Jahrzehnte durchfährt. Mir wäre es auch lieber wie bräuchten diese OU nicht, aber eine Änderung der Verkehrszahlen die über Jahrzehnte aufgebaut wurden, bekommt man nicht so schnell wieder zurückgefahren. Neue Konzepte, die immer wieder gefordert werden, sind auch nicht von Jetzt auch Nachher zu realisieren, egal welches Verkehrsmittel dabei eine Revolution erfahren sollte. Vorschlag (nicht ganz ernst gemeint): Ihr Wengerder verhindert die Windräder und wir Jöhlinger verpflichten uns nicht durch Weingarten zu fahren :o)

Als Antwort auf: Fakten, Fakten, Fakten?
Vielen Dank Wengerder! So wird es kommen, die Ortsdurchfahrten Jöhlingen und Weingarten werden durch die OU nicht entlastet sondern belastet! Die Vorstellung der Planer „alle fahren nur noch über die Umgehung“ bleibt ein Wunschdenken! Den direkten Anschluss über die Hohl zum Jöhlinger Buckel gibt es dann nicht mehr und kann somit auch nicht mehr „gewählt“ werden – auch wenn dies immer noch viele Jöhlinger glauben! Dieser Straßenabschnitt wird nicht mehr befahrbar sein, weil er schlicht und ergreifend nach Bau der Umgehung zugeschüttet wird! Was bleibt: Entweder der weite Weg über die Umfahrung oder der kurze Weg über Weingarten.

Wir befassen uns nicht mit dem Umleitungsverkehr während der Sanierung der B 10 in Berghausen diesen Sommer, die ist irgendwann beendet. Die Nutzer dieser Umleitung werden allerdings den Vorteil dieser Umleitung als Abkürzung nach Karlsruhe erkennen. Unsere Sorge ist seit Jahrzehnten dieser Abkürzungsverkehr beim vorgesehenen Neubau der Ortsumfahrung der B 293 in Jöhlingen, denn der bleibt auf Dauer für die Anwohner der Jöhlinger und der Durlacher Straße in Weingarten. Immerhin wohnt da eine Mehrzahl von Menschen gegenüber den Anwohnern, die ihre Zufahrt in Jöhlingen direkt von der B 293 haben. In Jöhlingen wird eine angeblich sinnvolle Ortsumfahrung von den Planern behauptet, die nur Vorteile für die Menschen dort bringen würde. In Wirklichkeit wird der störende Verkehr nach Weingarten verlagert. Eine recht seltsame Zukunftsplanung ohne Abwägung ihrer Vor- und Nachteile. Nicht vergessen darf werden, dass durch diese geplante Ortsumfahrung der B 293 auch die Jöhlinger Straße in Jöhlingen mit Mehrverkehr durch all die Menschen belastet wird, die nicht mehr den direkten Anschluss über die Hohl zum Jöhlinger Buckel der B 293 wählen werden. Dazu gehören auch die Wössinger der eigenen Gemeinde, die für sich die Abkürzung über Weingarten nach Karlsruhe bestimmt beibehalten werden.

Es ist bedauerlich, dass von dem ursprünglich von NadR angeregten Punkt „Abstufung von Bundesstraßen“ am Beispiel der B 10 und der B 3 abgewichen wurde, ohne das Thema zumindest so zu beenden, wie es auch der Bund getan hat. Hierzu gibt es einen Bericht vom 9. Januar 2019. Er umfasst mit Anlagen 30 Seiten und wäre wichtig für die weitere Diskussion über die Funktion (Kategorie) der B 293-Ortsumfahrung Jöhlingen. Warum wird er nicht veröffentlich, weder von NadR (Waidelich) noch von den BNN (Waidelich)? Es gibt sicherlich in Walzbachtal, speziell in Jöhlingen, genügend Bürger, die sich für Informationen aus erster und vor allem kompetenter Hand interessieren. Es ist ihnen zuzutrauen, dass sie einem solchen Bericht mehr vertrauen, als irgendwelchen Meinungen, die sehr einseitig dargestellt werden und zumeist nur die Meinung von Redakteuren wiedergeben, die sich mit der Materie nicht beschäftigen. Ähnlich verhält es sich mit dem erwähnten Bericht zur „Fernverkehrsrelevanz von Bundesfernstraßen“ vom 28. August 2020. Er ist zeitnah und umfasst 13 Seiten. Warum verheimlichen die Gemeindeverwaltung, der Bürgermeister, der Gemeinderat, das Regierungspräsidium, Verkehrsminister Hermann, die Bundes- und Landtagsabgeordneten, die Medien deren Inhalte? Fakten, Fakten, Fakten (ohne Fragezeichen) sollten nur von denen diskutiert werden, die sich mit den beiden Berichten befasst und sie verstanden haben.

Als Antwort auf Jöhlinger.

Welche Verbesserung bringt die geplante Umgehung denn für die Anwohner mit den Schildern in den Vorgärten? Kaum Nennenswerte… Mal ein paar Fakten aus der offiziellen Maßnahmenvorstellung des RP in der Böhnlichhalle (ja, ist schon ein paar Tage her ).
Dieser Bereich wird durch die hochliegende Straße und Anschlußstelle weiterhin massiv verlärmt, sogar gleichmäßiger als vorher, da der Schall „von oben“ kommt und Nachbargebäude kaum noch Schallschatten gewähren.
Die Reduzierung des Schallpegels liegt mit 2 bis 3 dB(A) für diesen Bereich an bzw. knapp unter der Wahrnehmbarkeitsschwelle. In diesem Bereich wird auch zukünftig der gesetzliche Lärmgrenzwert weiterhin deutlich ÜBERschritten werden – was in diesem Bereich zulässig ist, weil sich der Zustand ja nicht verschlechtert. Von einer deutlichen Verbesserung war nie die Rede.
Die Grenze der absoluten Unzumutbarkeit wird dort zukünftig rechnerisch um ganze 0,2 dB(A) unterschritten werden – hierzu noch zwei Vergleiche:
1. an allen anderen Immissionsorten hat das RP in der Vorstellung der Lärmbelastung gar
keine Nachkommastellen angegeben
2. die Wahrnehmbarkeitsschwelle liegt – wie bereits oben genannt – bei 2 bis 3 dB(A), im technischen Regelwerk werden 3 dB(A) angesetzt.
Und eine verkehrstechnische Verbesserung in Berghausen liegen soll, ist auch nicht gerade offensichtlich. Dort mündet die Umgehung in den jetzigen Schleichweg auf der Gewerbestraße – hinter der Eisenbahnbrücke wird nur die Kreuzung (Einfädelung des Walzbachtäler Verkehrs in die vorfahrtberechtigte B10) durch einen Kreisverkehr ersetzt (in dem der durchfahrende Verkehr Pfinztal – Karlsruhe auf der B10 gegenüber dem Walzbachtäler Verkehr vorfahrtberechtigt ist).

Als Antwort auf: Fakten, Fakten, Fakten?
Anfangs habe ich die Ortsumgehung befürwortet. Je mehr Informationen ich darüber bekomme, um so skeptischer werde ich gegenüber diesem Projekt. Hierfür auch ein Dank an viele konstruktive Beiträge in NADR.
Ich hatte mir eine deutliche Lärmentlastung versprochen. Bei näherer Betrachtung der Fakten ist dies jedoch ein Trugschluss. Die Anwohner des Wielandwegs werden nach Bau der Umgehung keine Lärmentlastung bekommen und laut Regierungspräsidium sogar einer höheren Schadstoffbelastung ausgesetzt sein. Durch die verschiedenen Bauwerke hinter dem Wielandweg und der Brücke durchs Landschaftsschutzgebiet werden zudem weitere Ortsteile neu verlärmt (Jahnstraße, Daubmann, Attental, Gageneck und auch die Ortsmitte). Das hat für mich mit Entlastung nichts zu tun! Im Gegenteil, die Ortsumfahrung entlastet nicht sondern beschallt den Ort regelrecht!
Aber das ist noch nicht genug! Die BI macht immer wieder darauf aufmerksam, wieviel Boden durch den Bau dieser Straße versiegelt wird. Diese Tatsache sollte nicht außer Acht gelassen werden. In den BNN gab es zu diesem Thema „Bodenversiegelung“ einen sehr guten Leserbrief. Vielleicht können Sie, Herr Waidelich diesen auf NADR veröffentlichen? Wäre toll.m Die Ortsumgehung zerstört mehr als dass sie gut macht!

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