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Es geht was

Fulminantes Kulturprogramm beim Neujahrsempfang der Stadt Bretten / Wolff wills noch mal machen / Schelte für die Kritiker
Schon die Silvesterparty stand als Zeichen für das, was die Brettener im Jubiläumsjahr erwartet. Keine zwei Wochen später setzte die Melanchthonstadt mit einem nicht minder fulminanten Neujahrsempfang in neuen Dimensionen noch einen oben drauf. Bewusst wurde auf die Verpflichtung auswärtiger Matadoren verzichtet und die Programmfolge bewies: das war auch gar nicht notwendig. Unsere Berichterstattung will nicht jedem Detail nachspüren und wird sich beschränken auf einige Splitter aus dem Neujahrsempfang einer außergewöhnlich langen Fotogalerie und dem ungekürzten Redemanuskript von OB Martin Wolff.

Die Splitter

Vom Brettener Neujahrsempfang gehen diverse Botschaften aus. Eine der wichtigsten. OB Martin Wolff signalisierte seine Bereitschaft zu einer erneuten Kandidatur mit diesen Worten „Ich bin stolz und froh, dass ich Oberbürgermeister einer Stadt mit einem so lebendigen Ehrenamtlichen- und Vereinsleben sein darf – und das möchte ich auch gerne bleiben!“ Nicht zu hören aber Letzteres war in seinem Redemanuskript fett unterstrichen!

Zweite Botschaft an seine Brettener und der Rede als Motto nicht von ungefähr angeheftet: „Es geht was!“ Das wohl vor allem deshalb gewählt, weil Wolff bei einem nicht geringen Teil von Einflussreichen der Stadt der genau gegenteilige Ruf vorauseilt, dass nämlich an vielen Stellschrauben der Stadt eben nichts oder nur sehr langsam geht.

Auf einem roten Teppich sollten die Besucher des Neujahrsempfangs schreiten. Der Schneefall der vorausgehenden Nacht machte das zunichte. Statt auf einem roten repräsentiven zu schreiten, schlitterten die Gäste auf dem äußerst rutschigen Geläuf gen Eingang.

Vor den Saaltüren wurden Sie dafür von den „Löffelstielzchen“ und – ganz im Gegensatz zu den Vorjahren – von schwarzen Gesellen empfangen. Die Schornsteinfeger verteilten ihre Glückspfennige nicht zum Schluss, sondern am Anfang.

Auftakt mit dem Pseudo-Versprecher „Neujahrsempfang Oberderdingen“ und wieder souveräne Vorstellung von Bernd Neuschl als Moderator einer Veranstaltung, die zeigte, wie viele renommierte Talente Bretten im Bereich der Kultur hat.

In seiner Rede teilte OB Martin Wolff – wohl schon im Wahlkampfmodus – kräftig an die Adresse seiner Gegner aus. „Es sind nicht immer die lauten, schrillen Töne, die uns weiterbringen. Wir in der Melanchthonstadt wissen: man muss nicht immer auf die Schreihälse hören, wenn man etwas verbessern will.“

Ob er damit seinen Vorgänger Paul Metzger meinte, der an dieser Stelle besonders gut zugehört haben dürfte, ließ er offen. Wer aber zwischen den Zeilen zu lesen vermag, der kommt um diesen Verdacht nicht herum. Den Ex-OB ging er direkt an mit seinem, wer fordere, „dass nur beim Krankenhaus ein Ärztehaus entstehen darf und damit wichtige Funktionen wieder an den Randbereich der Stadt verlagert werden sollen, agiert gegen unsere Stadtentwicklung, gegen eine funktionierende Innenstadt, gegen die, die eine neue Praxis im Zentrum wollen und brauchen und damit letzten Endes gegen die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt.“ Rumms.

Einen überraschenden Vorschlag hatte Wolff zur Milderung der Krise in der Weißhofer-Galerie parat. „Auch die Verlagerung unserer erfolgreichen Stadtbibliothek an die Sporgasse könnte ein Thema sein, um ihr noch mehr Veranstaltungsmöglichkeiten zu bieten. Ich kann mir aber auch einen Umzug der Stadtbibliothek in die Weißhofer Galerie vorstellen. Aber dort hat die Nachbesetzung des Sportgeschäfts mit Einzelhandel Vorrang.“

„Das geht ja gar nicht“! reagierte mancher der Besucher an dem im Eingangsbereich aufgebauten Stand mit den Nettigkeiten, die dem Brettener Jubiläumsjahr zusätzlich Flair verleihen sollen. Ziel der heftigen Äußerung: Das Brettener Maskottchen, das hier nämlich ganz im Gegensatz zu seinem historischen Vorbild einen Schwanz hat. Das geht in der Tat gar nicht.

Zum großen Auftritt funktionierte der Kürnbacher Bürgermeister eine eigentliche Peinlichkeit um. Strahlend mit beiden Händen ins Publikum winkend zelebrierte er seinen Abgang aus der Halle, nachdem Bernd Neuschl mit dem „Aufsteh-und-wieder-hinsitzen-Spiel“ die Zahl der Verdächtigen, im absoluten Halteverbot parkenden Audi-Fahrer auf ihn eingedünnt und zum Ausparken aufgefordert hatte.

Es waren nicht wenige Plätze, die am Sonntagmorgen leer blieben, es dürften weniger als die erwartete Zahl von Besuchern eingetroffen sein. Große Leere gähnte beispielsweise in der Stuhlreihe, die den Alt-Gemeinderäten vorbehalten war. Die rechte gegenüberliegende „Flanke“ war praktisch leer.

Während drüben in der großen Halle die geladenen Gäste sich die Rede von Martin Wolff und das umfangreiche Programm zu Gemüte führten, wieselten zeitgleich in der zweiten Halle jede Menge dienstbare Geister schon um das Buffet herum. Nicht weniger als 42 Mitarbeiter (ohne Chef, wie Sandra Geist betonte) kümmerten sich nach dem geistigen bei den Geists um das leibliche Wohl.

Muss man sich um die Gesundheit von Markus Rupp Sorgen machen? Der in der Vergangenheit schon mehrfach angeschlagene Gondelsheimer Bürgermeister musste die Teilnahme am Neujahrsempfang der Stadt Bretten gesundheitshalber absagen.



Die Rede

Liebe Brettenerinnen und Brettener, liebe Gäste, das gerade gespielte Stück der Stadtkapelle: „Mazel Tov“, heißt auf deutsch: Viel Glück – das wünsche ich uns allen in diesem Jahr! Ich sage es Ihnen ganz ehrlich: auch als Oberbürgermeister kommt man manchmal ins Grübeln. Heute – und da dürfen wir uns nichts vormachen – ist es vor allem der Zustrom von Flüchtlingen, der vielen Menschen zunehmend Sorgen macht. Hinzu kommt die Angst vor dem globalen Terrorismus, die uns im letzten Jahr begleitet hat. Aktuell stehen wir alle noch unter dem Eindruck der Terroranschläge in Berlin und Istanbul.

Wir sind mit unseren Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen. Wir wissen, dass es ein Anschlag auch auf unsere Freiheit, auf unsere Art zu leben war. Aber wir können darauf keine andere Antwort geben, als genau diese Freiheit zu bewahren. Die Sicherheitsbehörden müssen ihre Arbeit machen, und wir müssen ihnen dafür die rechtliche und technische Ausstattung geben, die notwendig ist. Aber wir dürfen – und wir werden, meine Damen und Herren – uns von Terroristen nicht vorschreiben lassen, wie wir zu leben haben. Die Welt da draußen, unsere Welt!, scheint Kopf zu stehen, gezeichnet von Krieg, Katastrophen und Terror. Und ja, wir feiern! Wir feiern 1250 Jahre Stadt Bretten, 1250 Jahre Stadtteil Diedelsheim, 500 Jahre Reformation. Vielleicht ist es hilfreich, sich der Geschichte zu erinnern. Ich persönlich glaube: zur Zeit Philipp Melanchthons, vor gut 500 Jahren, war die Welt ebenso wenig von Frieden und Harmonie geprägt. Es dürfte kein Zufall sein, dass der große Sohn unserer Stadt das Motto „Wir sind zum wechselseitigen Gespräch geboren“ als Überschrift zu seinem weithin wirkenden Schaffen gesetzt hat. Nicht aus einem naiven Optimismus in einer heilen Welt heraus. Sondern im festen Glauben daran, dass Dialog und Gesprächsbereitschaft die Welt besser machen können, auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Daraus kann man eine Art Melanchthon‘schen Dreisatz ableiten: „Dialog – Disput – Erneuerung“. Ja, es gibt Zeiten, in denen man meinen könnte, dass wir alle im Disput verharren; dass Konflikt und Konfrontation unser Leben dominieren – das gilt auch für uns hier in Bretten.

Meine Damen und Herren: Ich teile den Glauben Philipp Melanchthons an die Kraft der Kommunikation. Lassen Sie mich einige Beispiele nennen, bei denen wir meiner Überzeugung nach über den Dialog und den oft unvermeidlichen Disput auf dem Weg zu einer Erneuerung sind. Als erstes möchte ich das Sporgassenareal ansprechen. Der Einzelhandel kann die Entwicklung in der Innenstadt nicht mehr allein tragen. Es müssen also verstärkt andere Dinge dazu kommen, die die Innenstadt wieder zu einem zentralen Ort machen. Bei der Entwicklung des seit Jahrzehnten nur als Parkplatz und Festplatz genutzten Geländes zu einem wichtigen Mosaikstein in der Brettener Innenstadt sind wir auf dem Wege der Erneuerung. Wir entwickeln in den nächsten Wochen ein tragfähiges Konzept: Tiefgarage, multifunktionaler Platz, Gesundheitshaus, Wohnen usw. Auch die Verlagerung unserer erfolgreichen Stadtbibliothek an die Sporgasse könnte ein Thema sein, um ihr noch mehr Veranstaltungsmöglichkeiten zu bieten. Ich kann mir aber auch einen Umzug der Stadtbibliothek in die Weißhofer Galerie vorstellen. Aber dort hat die Nachbesetzung des Sportgeschäfts mit Einzelhandel Vorrang.

Wenn festgelegt ist, was auf dem Gelände realisiert werden soll, wird es zum Schwur kommen: Wer ist bereit, das Areal zu entwickeln und Geld dafür in die Hand zu nehmen? Und wie soll letztendlich die Architektur aussehen? Und meine Damen und Herren, wer fordert, dass nur beim Krankenhaus ein Ärztehaus entstehen darf und damit wichtige Funktionen wieder an den Randbereich der Stadt verlagert werden sollen, agiert gegen unsere Stadtentwicklung, gegen eine funktionierende Innenstadt, gegen die, die eine neue Praxis im Zentrum wollen und brauchen und damit letzten Endes gegen die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt. Ich halte nach wie vor beide Ärzte- oder Gesundheitshäuser für eine nachhaltige Gesundheits- und Ärzteversorgung für uns, die Bürgerinnen und Bürger, für wichtig und richtig und das unterstütze ich auch, auch die Aktivitäten beim Krankenhaus.

Unsere Weißhoferstraße wollen wir zwischen der Sporgasseneinmündung bis runter zum Marktplatz neu und attraktiv gestalten. Aber vorher muss der ganze technische Untergrund mitsamt den Hausanschlüssen erneuert werden. Die Fachleute rechnen mit Bauarbeiten von mindestens eineinhalb Jahren. Deshalb muss diese Maßnahme eng mit den Anwohnern und mit den Maßnahmen in der Sporgasse abgestimmt werden. Auch bei der Verkehrsentlastung der Innenstadt, Stichwort: B 294, sind wir ein großes Stück weiter gekommen. Im neuen Bundesverkehrswegeplan bis 2030 sind wir mit einer Umgehungsstraße erstmals im vordringlichen Bedarf. Wir werden daran arbeiten und argumentieren, dass die Stadt Bretten die bestmögliche Entlastungsvariante bekommen wird. Nach meinen Besuch im Verkehrsministerium in Berlin zusammen mit meiner Kollegin aus Bruchsal steht eines fest: So nah dran wie heute waren wir noch nie! Hilfreich für unsere Vorstellung sind dabei die studentischen Projekte in Zusammenarbeit mit der technischen Hochschule Karlsruhe. Am Ende muss aber eine Trasse gefunden werden. Und es wird dabei dann trotz aller Gespräche und Moderationen berücksichtigte und nicht berücksichtigte Anliegen geben.

Zum Verkehr haben wir auch eine Verbesserung der Situation in der Georg-Wörner-Straße vor. Vor einigen Wochen wurde unsere Planung den betroffenen Anwohnern vorgestellt. Als wesentliches Element soll im Bereich der Withumanlage und des Spielplatzes durch eine neue Gestaltung der Verkehr eingebremst werden, um nicht nur die Sicherheit sondern auch die Optik dort zu verbessern. Unsere Planung wurde sehr positiv diskutiert. Nun soll sie auch in diesem Jahr umgesetzt werden. Selten ist das Motto „Dialog, Disput, Erneuerung“ so konkret nachvollziehbar geworden wie bei unserem integrierten Stadtentwicklungskonzept, kurz: ISEK. Die Beteiligung der Bürger an diesem Prozess war bemerkenswert – rund 1.200 Vorschläge kamen zusammen. Nachdem das ISEK-Konzept mit daraus rund 100 gemeinsam mit den Bürgern, der Verwaltung und Gemeinderäten herauskristallisierten Maßnahmen und Projekten vom Gemeinderat im November beschlossen wurde, stehen wir, Gemeinderat und Stadtverwaltung, in der Pflicht, uns Schritt für Schritt an die Umsetzung dieser Projekte zu machen. Vieles davon ist bereits in Arbeit: Beispielsweise sind viele Ideen der Bürger in die Gestaltung unseres Jubiläumsprogramms eingeflossen. Wir wollen die Stelle eines Citymanagers schaffen, der unsere Aktivitäten zur Stärkung der Innenstadt in die Hand nehmen und bündeln soll; auch schnelles Internet wird, angefangen in Ruit und Sprantal, bald Wirklichkeit, Gölshausen, Rinklingen und Diedelsheim sollen folgen. Auch für die Kernstadt will ich eine Lösung, obwohl von der BBV nur eine Abschlussquote von 20 % der Haushalte erreicht wurde. Ich bin derzeit mit allen möglichen anderen Anbietern im Gespräch. Mir liegt sehr viel an der Bürgerbeteiligung, ISEK hat das, denke ich, gut gezeigt. Und noch etwas: dass rund 700 Bürger ihre Ideen einbringen und die Stadt mitgestalten möchten, zeigt, dass wir Brettener gerne aktiv mitmischen, statt wie vielerorts üblich, nur zu fordern und zu klagen.

Es sind nicht immer die lauten, schrillen Töne, die uns weiterbringen. Wir in der Melanchthonstadt wissen: man muss nicht immer auf die Schreihälse hören, wenn man etwas verbessern will. Im Sinne Melanchthons könnte man sagen: ein Disput ist gut – wenn er nicht um seiner selbst Willen geschieht, sondern zu einem Ziel, einer Erneuerung, führen soll. Ich freue mich darauf, in diesem Sinne den Dialog mit Ihnen, den Bürgerinnen und Bürgern, zu den wichtigen Zukunftsfragen unserer Stadt fortzusetzen, auch bei der Umsetzung des ISEK. Stichwort Erneuerung: In Bretten geht was! Unsere Stadt ist so attraktiv, dass viele Unternehmen, öffentliche Träger, aber natürlich auch die Stadt selbst viel Geld in Bretten verbauen.

Für ein quasi neues Hallenbad für die ganze Familie: 17 Millionen Euro. In wenigen Wochen können im neuen Kinderbereich die Kleinen planschen, im neuen Wohlfühlbecken können Sie sich durch den Strömungskanal treiben lassen, sportlich im Schwimmerbecken ihre Bahnen ziehen oder in der neuen Sauna gemeinsam mit Anderen schwitzen. Dank einiger Sponsoren konnten einige Glaswände von Willi Gilli gestaltet werden. Ein echtes Highlight. Das muss man gesehen haben. Zusammen mit dem noch fast neuen Freibad als Kombibad haben wir dann eines der modernsten und attraktivsten kommunalen Bäder in der Region. Mit Spaßbädern à la Sinsheim oder ähnlichen wollen und können wir uns nicht vergleichen. Für den Neubau der Rechbergklinik investiert der Landkreis 54 Millionen Euro. Vor kurzem haben wir das Richtfest gefeiert. 2018 soll der Umzug in die neuen Räumlichkeiten erfolgen. Über die weitere Nutzung des sich anschließenden Gesamtgeländes sind wir mit dem Landkreis im engen Austausch. Die Entwicklung von Wohnen, auch für betreutes Wohnen, steht dabei mit im Fokus.

Auf dem Mellert-Fibron-Areal verbaut die Firma Südbau auf einem Teilbereich rund 25 Millionen Euro – dort entsteht ein modernes Dienstleistungszentrum in verschiedenen Gebäuden mit Diakonie, einem Abrechnungszentrum, einem Ingenieurbüro, einem Kindergarten und einigem mehr – eine hervorragende Ergänzung zu unserem Behördenzentrum Hermann-Beuttenmüller-Straße 6 mit unseren Technischen Ämtern, dem Bürgerbüro Bauen, dem Jobcenter, der Kfz-Zulassungsstelle, dem Pflegestützpunkt und der Energieagentur. Daneben, bzw. dahinter im Gleisdreieck entsteht derzeit ein neuer zentrumsnaher Parkplatz mit rund 150 Parkplätzen – natürlich auch mit Ladestationen für E-Autos. Um die Ecke beim Brückle entstehen derzeit ein Seniorenzentrum mit Betreutem Wohnen und ein neues Pflegeheim für den Stift Freiburg für insgesamt rund 18 Millionen Euro. Die Firma Harsch will ihr altes Steinzeugwerk beim Alexanderplatz in den nächsten Jahren in ein Wohn- und Gewerbegebiet, den „Steinzeugpark“, umwandeln: Als Gesamtinvestition wurden 50-60 Millionen Euro genannt. Ein erstes Modell wurde bereits öffentlich vorgestellt. Die Firma Deuerer hat als erste Maßnahmen für eine Umsiedlung vom Rinklinger Tal ins Industriegebiet Gölshausen bereits rund 55 Millionen Euro in ein neues Logistikgebäude sowie in ein neues Gebäude für die zentrale Verpackung investiert. Als nächstes sollte dann in den kommenden Jahren die Produktion nachfolgen. Auch den Bau eines Wohnheimes für Flüchtlinge mit Aufenthaltsstatus durch unsere Wohnungsbaugesellschaft für rund 5 Millionen Euro gilt es zu erwähnen. Damit können wir unsere anstehende Aufnahmeverpflichtung erfüllen. Und weiter kann ich vermelden, dass mein jahrelanges Bemühen, die Firma Würth in Bretten anzusiedeln, nun erfolgreich ist! Im ersten Halbjahr wird eine Niederlassung in der Melanchthonstraße eröffnet. Das sind nur die wichtigsten Schlaglichter.

In den Stadtteilen haben wir in den letzten Jahren viel investiert, es bestand auch erheblich Nachholbedarf. Beispielsweise wurden die Sporthallen in Bauerbach und Büchig ertüchtigt und modernisiert. In Bauerbach und Neibsheim sind schöne Dorfplätze entstanden. Als weitere Beispiele seien das neue Feuerwehrhaus in Dürrenbüchig und die neuen Aussegnungshallen in Büchig und Neibsheim genannt. Weitere Aussegnungshallen und Feuerwehrhäuser werden beispielsweise in Sprantal und Bauerbach saniert. In Diedelsheim wird beim neuen Kunstrasenplatz ein neues Sanitär- und Umkleidegebäude gebaut. In Neibsheim und Rinklingen werden einige Straßen saniert und schön gestaltet.

In Bretten geht was: das zeigt auch ein Blick auf die vielen Neubaugebiete: In den letzten paar Jahren waren das die „Brunnenstube“ in Bretten, der „Wössinger Weg“ in Rinklingen, „Auf dem Bergel“ in Gölshausen und dem „Knittlinger Weg“ in Ruit. Vorgesehen und in der Planung sind weitere Baugebiete in Bauerbach, in Büchig, in Neibsheim, in Sprantal, die „Katzhälde“ in Diedelsheim sowie „In der Eidelstein“ in der Kernstadt. Auch in Dürrenbüchig müssen wir an ein weiteres Gebiet denken. Da wir überall die freiwillige Umlegung praktizieren, hängt es bei der Realisierung davon ab, ob alle Grundstückseigentümer mitmachen. Unsere Stadt wird weiter wachsen und auch attraktiver werden. Das zeigt allein die Tatsache, dass bisher jedes Baugebiet in Nullkommanix verkauft und bebaut war. Aber auch im Innenbereich tut sich einiges: Baulücken werden geschlossen. Nicht nur in der Heilbronner Straße, in der Hirschstraße, sondern auch das ehemalige Bluschgelände werden in nächster Zeit von privaten Unternehmen bebaut. Mitten in Ruit können wir ein Stück Dorf erneuern und neue Wohnungen schaffen. Auch laufen die Vorbereitungen für ein neues Sanierungsgebiet: Vom Gottesackertor Richtung Westen gibt es genügend Sanierungspotential.

Mich freut es besonders, dass Bretten im kommenden Jahr mit dem Seilrutschenpark, gleich gegenüber vom Tierpark Willig, um eine Freizeitattraktion reicher werden wird. Wenn alles glatt läuft, kann man schon im Frühsommer von Baum zu Baum rutschen. Auch für die Kleinen ist ein spezieller Parcours geplant. In der Innenstadt wollen wir als ISEK- und 2017-Projekt zusammen mit Sponsoren einen Mehrgenerationenpark mit verschiedenen Sportmöglichkeiten einrichten – und zwar auf dem Parkgelände zwischen „Im Steiner Pfad“ und „Im Brückle“. Dort können dann Großeltern und Enkel und auch Andere sich gemeinsam aktiv an modernen Trimmgeräten betätigen. Unsere Kinder und ihre Entwicklung sind uns viel wert: In Kindergärten und Schulen investieren wir jährlich Millionen. Dies im Einzelnen aufzuführen würde allerdings den Rahmen heute sprengen. Ebenso die Einzelmaßnahmen zum Hochwasserschutz in Gölshausen, Bretten, Diedelsheim und Ruit. Das kostet alles auch nicht wenig Geld.

Durch den Abbau von rund 14 Millionen Schulden in den letzten Jahren haben wir uns wieder etwas Spielraum verschafft. Aber: Durch die allgemeine Entwicklung von Gewerbesteuern und der Vorwegentnahme des Landes beim Finanzausgleich, einer höheren Kreisumlage usw., sind wir genötigt, in diesem Jahr mit der Aufnahme von rd. 2 Millionen Schulden zu planen.

Meine Damen und Herren, der Dreiklang aus Dialog, Disput und Erneuerung würde in unserer Stadt nicht funktionieren ohne die vielen Bürger, die sich einbringen, die Ehrenamtlichen, die Helfer in den Vereinen, ohne all diejenigen, die sich nicht zu schade sind, sich um die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen zu kümmern. Ein Beispiel dafür ist die Arbeit mit den Flüchtlingen, Menschen, die aus großer Not zu uns gekommen sind. Ohne die großartige ehrenamtliche Unterstützung wäre die Stadtverwaltung alleine hier überfordert. Ich würde mich freuen, wenn es uns gelingt, die bemerkenswerte Willkommenskultur, die wir bisher demonstriert haben, auch bei einer deutlich höheren Zahl an Flüchtlingen mit derselben Herzlichkeit aufrecht zu erhalten. In Bretten steht man zusammen – das hat sich bildhaft im großen Jubelbild von Thomas Rebel gezeigt, zu dem trotz des schlechten Wetters rund 700 gewandete Bürger auf den Marktplatz kamen; ein toller Vorgeschmack auf unser großes Stadtjubiläum, bei dem wir sicher alle unter Beweis stellen werden: In Bretten geht was! Ich bin stolz und froh, dass ich Oberbürgermeister einer Stadt mit einem so lebendigen Ehrenamtlichen- und Vereinsleben sein darf – und das möchte ich auch gerne bleiben!

Das Sinnbild für die Kreativität und Innovationskraft in Bretten, für die Erneuerung im Sinne Melanchthons, ist sicher unser Kulturleben in der Stadt. Was sich hier im Rahmen der neuen Veranstaltungskonzepte und Veranstaltungsorte abspielt – denken Sie nur an die Stadtbibliothek oder das Alte Rathaus – ist wirklich beachtlich. Auch deshalb haben wir den heutigen Neujahrsempfang den vielen Kulturschaffenden in Bretten gewidmet. Ein paar Kostproben haben wir ja schon bekommen. Auf viele andere dürfen wir uns noch gemeinsam freuen. Liebe Brettenerinnen und Brettener, liebe Gäste, ich würde mir wünschen, dass wir uns alle zusammen auf die Kraft der Verständigung, auf Melanchthons „wechselseitiges Gespräch“ besinnen; dass wir selbst aktiv und zusammen daran arbeiten, dass unser Alltag und unsere Gemüter nicht von Terror, Krieg und Unfrieden bestimmt werden. Am besten geht das, indem wir selbst für positive Nachrichten und Schlagzeilen sorgen. Und was wäre dafür besser geeignet als unser Jubiläumsjahr 2017?!

Hineingefeiert haben wir mit einer fulminanten Silvesterparty vor dem Rathaus. Über 1.500 Bürgerinnen und Bürger, Alt und Jung, feierten friedlich und ausgelassen zusammen den Start ins Jubiläumsjahr. Konzerte, Ausstellungen, Vorträge zur Stadtgeschichte, die Messe Ende März, Jubiläumswochenende im Mai, Sommer im Park, Sporttage und vieles mehr bieten reichlich Gelegenheit, gemeinsam zu feiern. Ich freu mich drauf. Apropos Messe: Wer von den Unternehmen noch nicht dabei ist, hat noch die Möglichkeit sich anzumelden. Eine einmalige Gelegenheit sich bei diesem Schaufenster der Region zu präsentieren. Wir verknüpfen nämlich die Leistungsschau mit den Ausbildungstagen und einer Gesundheitsmesse, begleitet von einem bunten Rahmenprogramm. Da ist das Dabeisein ein Muss. Es gäbe noch viel zu berichten, aber wir wollen auch noch etwas Musik hören. Ich wünsche Ihnen noch viel Freude beim heutigen Kulturprogramm – und uns allen zusammen ein friedvolles Festjahr 2017, das von drei Dingen geprägt ist: Dialog, Disput und Erneuerung. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! __________________________________________________________________________________

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