Zu angeregten Diskussionen führten die Stelltafeln, mit der die Walzbachtaler Gemeindeverwaltung das Thema Radwegekonzept vorbereitet hatte.

Eingeschränkte Mobilität

Umsetzung von Vorschlägen für ein Radwegekonzept scheitert meist an der schwierigen Gesetzeslage

Ein erster Anlauf für den Entwurf eines Mobilitätskonzepts wurde in Walzbachtal Anfang 2020 unternommen. An die 160 Bürger beteiligten sich an dem ersten Walzbachtaler Mobilitätsforum. Die Pandemie machte allerdings einen dicken Strich durch die Fortsetzung des Projekts. Immer wieder mussten Nachfolgetermine aufgrund der kritischen Infektionslage verschoben werden. Nach einer mehr als zweijährigen Pause konnte das Thema gestern Abend fortgesetzt werden.

Im Ratssaal des Wössinger Rathauses trafen sich zwölf engagierte Radfahrer. Etwas weniger als Bürgermeister Timur Özcan erhofft hatte. An der Qualität der Runde allerdings gab es keine Zweifel wie sich schon bei der mitunter etwas länglichen, persönlichen Vorstellung der Teilnehmer erwies. Schließlich handelte es sich um leidenschaftliche Radfahrer, die sich an vielen Stellen schon Gedanken gemacht hatten, „wo es kneift“, wie ein Experte bei der ersten Auflage des Mobilitätsforums formuliert hatte.

Hart im Raum traf sich die Wunschvorstellung auf dem Plan mit der Realität

Gemeinderat Michael Plaumann führte in das Thema ein und wies auf die Beratungen einer aus den Reihen des Gemeinderats gebildeten Arbeitsgruppe hin. Sie hatte dazu ebenfalls Vorschläge erarbeitet, die teilweise schon umgesetzt sind wie etwa die Fahrradbügel am Rathaus, die Installation von Ladestationen für E-Bikes und eine Überdachung der Fahrradständer auf dem Rathausplatz. Andere Details wollte Plaumann allerdings nicht verraten. Er wolle der Diskussion an diesem Abend nicht vorgreifen.

Die Runde biss sich zunächst einmal an der Beschilderung der Radwege fest, an der es einiges auszusetzen gab. An vielen Stellen mangelhaft, bestätigte denn auch Ordnungsamtsleiterin Mirjam Müller Dietzel mit einem tiefen Schnaufer. Als wenig realistisch wurde von den anwesenden Vertretern der Gemeindeverwaltung der immer wieder diskutierte Vorschlag eingeschätzt, Radwege entlang den beiden Walzbachtaler Hauptstrecken, der Wössinger und der Jöhlinger Straße einzurichten. Verkehrsrechtlich äußerst problematisch, meinte der Bürgermeister, und nur realisierbar, wenn man einseitig die Parkplätze aufhebt. Daran allerdings wird sich so schnell niemand wagen. Mit einem jährlichen Sonderetat von 25.000 Euro könne man allerdings etliche kleinere Maßnahmen angehen.

So frustriert der ein oder andere über die verkehrsrechtliche Ablehnung so mancher Vorschläge auch reagierte, setzte Moderator Pietrzak dennoch an positives Zeichen ans Ende des zweistündigen Treffens: Walzbachtal sei in dem Thema schon weit vorn und eine von nur zwei Gemeinden im Landkreis, „wo sich die Gemeindeverwaltung mit den Bürgern zusammensetzt.“ Er ließ es offen, ob es noch zu einer Fortsetzung dieser Diskussionsrunde kommen werde.

Die Veranstaltungsreihe soll allerdings zu weiteren Mobilitäts-Themen fortgesetzt werden. Die Arbeitsgemeinschaft motorisierter Individualverkehr folgt am 2. Juni 2022, die Arbeitsgemeinschaft Fußverkehr am 30. Juni 2022 und die Arbeitsgemeinschaft ÖPNV am 7. Juli 2022. Die Termine beginnen jeweils um 18 Uhr im Ratssaal des Wössinger Rathauses.

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