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Einer von uns

Bayrische Brillanz bei Neuschl-Lesung im alten Rathaus Wer einen Bernd Neuschl in Hochform bei einer seiner Lesungen erleben will, der muss sich beim Kartenvorverkauf sputen. Wo andere Veranstalter sich bei kostenlosem Eintritt über einen mäßig vollen Saal des alten Brettener Rathauses freuen, da meldete Veranstalterin Anette Giesche schon weit vor dem Auftritt des Brettener Entertainers: „Ausverkauft!“ So kann es nicht weitergehen. So viele Besucher will die veranstaltende Stadtbücherei beim nächsten Mal nicht vor der verschlossenen Tür stehen lassen. Der Meister selbst grübelt über den nächsten Auftrittsort nach und liebäugelt mit der Stadtparkhalle. 20161024-bretten-neuschl-10000 Solcher Erfolg ist normalerweise nur den Stars beschieden, denen, die von weit draußen kommen. Aber Bernd Neuschl, „das ist einer von uns“! sagte am Ende eines begeisternden Abends eine ebenso begeisterte Zuschauerin, die stolz darauf war, dass ein Brettener Kind in Bretten solche Erfolge feiert. Und was zieht die, ja „Massen“ kann man vielleicht noch nicht schreiben, an? Es ist die umwerfende Komik, die der Gemeinderat und gelernte Lehrer Texten verleiht, die schon zu Hause im eigenen Stübchen und Lehnstuhl vor sich hin gelesen für mehr als nur ein Schmunzeln sorgen. Gerhard Polt ist das beispielsweise, der mit seiner „ Attacke auf Geistesmenschen“ in Festzelten für Lachsalven sorgt. Nicht anders war das in der Neuschlschen-Interpretation im Saal des alten Rathauses. Zum Polt-Original fehlt nicht mehr viel und das ist eine Auszeichnung, denn wem will schon gelingen, auf Augenhöhe mit einem der größten der deutsche Kabarett-Szene zu sein? Wer sich dieses Vergnügen einmal im Original gönnen will, der hat hier die Gelegenheit: https://www.youtube.com/watch?v=tQjHD2n-yGU . Oder der Harald Hurst ist das, mit seinem unvergleichlichen „Gmütlich sitze“ etwa, in dem er die deutsche Gemütslage so treffend beschreibt. Oder der Text in dem Neuschl jenes bronzene Benzinpumpendenkmals beschreibt, dessen Ursprung daher rührt, dass einst der Edmund Stoiber – oder wars gar der Franz-Josef, Gott hab ich selig – mit einem Benzinpumpenschaden auf dem Dorfplatz liegen blieb und sich daselbst zwei Radi, einen Wurstsalat, neun Maß und 14 Obstler zuführte. Wenn das mal eines Denkmals nicht würdig ist. Die bayrische Zunge wollte Neuschl dem Publikum „auditiv und phonetisch“ wie er sagte nicht den ganzen Abend zumuten. Und so wechselt er sprachlich die Landsmannschaften wie sein Spiel mit den Worten. Eine Konstante gab es allerdings an diesem Abend unter dem Motto „Hopfen, Malz & Co“. Alkohol, und das bei einem Malmsheimer-Text sogar bis zur Erlösung bringenden Bewußtlosigkeit. Er selbst kasteite sich während der Lesung mit drei von Caroline Traut gelieferten Mikro-Fläschchen Ensinger, die kaum die Sturzbäche an Schweiß kompensieren konnten, die die leidenschaftlichen Mühen des literarischen Zampanos kosteten.
Nachschub für den Chef brachte Ulrike Böckle

Nachschub für den Chef brachte Ulrike Böckle

Nach zwei Litern: Langsam reichts wirklich

Langsam reichts wirklich

Das änderte sich schlagartig, als der Meister des gelesenen Worts zu der Versteigerung eines halben „Rähmchens“ schritt, das bis dahin zu seinen Füßen ruhend eher der Kategorie Symbolik und Dekor zuzuordnen schien. Dann aber verbrachte der Ausgetrocknete auch trinktechnisch Außerordentliches. Mit zunächst sichtlichem, später stark nachlassenden Wohlbehagen widmete er sich fünf Mal einem halben Liter der schäumenden Gerstengetränke, die seine Lebensgefährtin Ulrike Böckle in genau temperierten Abständen servierte. Ein leichter, entschuldbarer Rülpser entschlüpfte ihm danach ehe er zur Versteigerung an OB Martin Wolff übergab. Nach einem kurzen Bieter-Gefecht zwischen Diedlse, Schbrantl und Rinklingä landeten die zehn Flaschen zum guten Schluss in Diedlse bei Marion Klemm und das gemeinsame gesungene „Badenerlied“ und eine letzte Zugabe Burgwaldmusikkanten beendete die alkoholische Bataille, die vorher schon das Publikum mit zünftig-angemessenen Egerländern wie dem „Böhmischen Traum“,, mit „Liebe und Lust , der „Vogelwiese oder dem „Egerländer Heimatlied“ umschmeichelten.
Gemeinsam dem Badenerlied verfallen

Gemeinsam zum guten Schluss dem Badenerlied verfallen

 

Ein Neuschl-Special als Bilder-Galerie

 

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