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„Eine unvorstellbare Zahl“

Borkenkäfer macht dem Walzbachtaler Wald zu schaffen

Um den Walzbachtaler Wald steht es nicht besonders gut. Diese Botschaft hatten die Gemeinderäte von Förster Christian Wachter und Forstamtsdirektor Timo Boden bereits bei einem Waldbegang vor einer Woche erhalten. „Dem Wald geht es überhaupt nicht gut“, erneuerte Boden schon mit den einleitenden Worten zu seiner Vorstellung des 2021er Bewirtschaftungsplan für den Gemeindewald diese Botschaft. So schlimme Kronenschäden wie zurzeit im Wald zu entdecken seien, habe es noch nie gegeben.

Die Schäden illustrierte er mit entsprechenden Fotos. Es gäbe in Walzbachtal zwar noch keine flächendeckend absterbenden Bestände aber jede Menge Alarmzeichen. Die Eiche sei noch die stabilste Baumgruppe, aber um die Buche müsse man sich große Sorgen machen. Die zufällige und nicht planvolle Nutzung der Holzernte steige stark an.

Das mache sich auch auf dem Holzmarkt bemerkbar. Die Preise würden nachgeben durch das auf den Markt drängende Schadholz, das aufgrund diverser Schäden habe aus dem Wald genommen werden müssen. Nicht überraschend sei deshalb das defizitäre Ergebnis, das der Forstwirtschaftsplan mit einem Minus von 64.000 Euro für das kommende Jahr 2021 ausweise. Die Situation sei sehr herausfordernd und könne durch die Schadholzförderung des Landes nur ein wenig gemildert werden. Investitionen in die Zukunft des Waldes seien nichtsdestotrotz notwendig: „Es wäre kontraproduktiv wenn wir jetzt sparen würden“, meinte Boden.

Diese Informationen unterfütterte Christian Wachter. Rund 2000 Festmeter Holz habe er wegen Borkenkäferbefall aus dem Wald nehmen müssen –  „eine unvorstellbare Zahl für uns“, berichtete der Förster. Dies obwohl er und seine Mannschaft sich sehr viel Mühe gegeben hätten, das Übel unter Kontrolle zu bringen. Trotzdem sei es „richtig heftig gewesen, was da abgegangen ist. Wir versuchen aber noch ein bisschen zu retten was noch zu retten ist.“ Bei der Wiederaufforstung der auch vom Eschensterben betroffenen Flächen setze er verstärkt auf Eiche und Douglasie.

Im Dank für die hervorragende Arbeit der Förster waren sich alle Fraktionen einig. Martin Sulzer (CDU) machte auf den Naherholungswert des Walzbachtaler Waldes aufmerksam. Er sei immerhin so attraktiv, dass Bürger aus den umliegenden Ortschaften zu langen Spaziergängen in die Walzbachtaler Wälder kämen. Das gelte insbesondere für die mit Parkplätzen ausgestattete Langen Richtstatt.

Andrea Zipf (Grüne) regte eine Überarbeitung des geltenden Forstentwicklungsplans an. An der einen oder anderen Stelle sollte man darüber nachdenken, den Wald durch Arrondierung zu vergrößern. Der für zehn Jahre geltende Forsteinrichtungsplan könne selbstverständlich nicht in der erarbeiteten Form weiter durchgeführt werden, versicherte Timo Boden. Er werde ohnehin in regelmäßigen Abständen überprüft. „Wir machen mitnichten einfach so weiter“, betonte der Forstdirektor.

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