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Digitaler Pfad noch holprig

Walzbachtaler Grundschulen mit Defiziten beim Internetausbau

In Zeiten von Corona und Homeschooling spielt die Digitalisierung der Schulen eine ganz besondere Rolle. Nur in seltenen Fällen werden sie diesem Anspruch gerecht. Das gilt auch für die beiden Walzbachtaler Grundschulen, wie die beiden Rektoren Axel Orschessek und Ruben Goldschmidt bei einem Bericht vor dem Gemeinderat einräumten.

Ruben Goldschmidt, Rektor der Wössinger Grundschule, zeigte sich als erster enttäuscht beispielsweise von dem WLAN-Netz seiner Schule. Jedes Klassenzimmer sei zwar ausgestattet mit zwei Notebooks. Die Laptops greifen über das WLAN auf die Server zu. Da das Netz im gesamten Schulgebäude aber lediglich über kleine Home-Router bereit gestellt wird, die ebenfalls schon völlig überaltert sind, breche das WLAN-Signal dauernd ab und die Notebooks lassen sich nicht einmal mehr richtig hochfahren. Sie seien somit für den Unterricht unbrauchbar. Auch sei das gesamte Netz der Schule überlastet, wenn einige PCs im Computerraum laufen.

Oberste Priorität habe der Ausbau der Internetverbindung und die damit einhergehende Anbindung an das bereits vorbereitete Glasfasernetz. Die bestehende Internetverbindung könne die heute übliche benötigte Menge Datenvolumen für die Schule nicht liefern. Mit einer schnelleren Internetverbindung einhergehend ist der Ausbau des W-LAN-Netzwerkes im gesamten Schulgebäude dringend erforderlich. Das bestehende Netzwerk reiche nicht aus und könne noch nicht einmal eine Mindestanforderung erfüllen.

Obschon die Jöhlinger im Gegensatz zur Wössinger Grundschule „schon länger auf dem digitalen Pfad unterwegs ist“, wie deren Rektor formulierte, sei auch hier die Schwachstelle das WLAN, das nicht alle Stellen seiner Schule abdecke. Ein großer Wurf sei im letzten Jahr mit dem Nachrüsten von zwölf Klassenzimmern mit Beamern gelungen. Die Fachräume seien schon lange digitalisiert. Insgesamt stünden 55 iPads zur Verfügung. Das System sei aber überlastet bei Einsatz der i-Pads in Klassenstärke.

Die oberen Klassen verfügen über einen Moodle-Zugang, über den Aufgaben im Netz gestellt und gelöst werden können. Damit sei die Schule „für den Fall der Fälle gerüstet“. Wie in Wössingen sei auch in Jöhlingen die Wartung des Systems ein Problem. „Das macht man nicht einfach so nebenher“, wie es bisher geschehen sei, meinte er.

Nach Ansicht von CDU-Sprecher Tino Villano sei die Digitalisierung entscheidend für die Zukunft der Schulen. Gerade hier aber würden die Schulen extrem hinterherhinken. In Zeiten des Home-Schooling würden die Defizite offenbar. Die Infrastruktur in den Gebäuden müsse ausgebaut werden. Gleichzeitig dürfe aber nicht die Schulung des Lehrpersonals an dieser Aufgabe vernachlässigt werden.

Auf Nachfrage von Silke Meyer( SPD) räumte Bürgermeister Timur Özcan ein, dass weder die Wössinger noch die Jöhlinger Schule über einen Anschluss an das Glasfasernetz verfüge. Er zeigte sich jedoch überzeugt davon , dass das 2021 gelingen werde. Für die entsprechenden Tiefbauarbeiten rechne er mit einer starken Förderung durch den Landkreis.

Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Gemeindeverwaltung, Anträge vorzubereiten, mit denen Zuschüsse aus dem Sonderprogramm des Bundes „Digitale Infrastruktur“ abgeschöpft werden können. Walzbachtal könne mit Zuschüssen in Höhe von 108.600 Euro rechnen, wenn sie selbst mindestens 20 Prozent der förderfähigen Kosten übernimmt. Förderfähig sind der Ausbau der Infrastruktur, schulisches WLAN, mobile Endgeräte und schulische Server. Der Antrag muss bis spätestens 30. April 2022 gestellt werden. Der Abschluss der Maßnahme muss bis 31.12.2024 erfolgt sein. Antragsvoraussetzung sind Medienentwicklungspläne für beide Schulen.

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