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Diedelsheim abgesperrt

Bahnübergang ab 2.April geschlossen

Die Diedelsheimer machen sich auf was gefasst. Am 10. April – so ist seit gestern Abend die offizielle Lesart – ist Baubeginn für die Schnellbahnstrecke Mannheim-Stuttgart. Schon am 2. April wird deshalb der Bahnübergang Diedelsheim geschlossen und bis 31. Oktober geschlossen bleiben, so informierte am Dienstagabend DB-Netze-Sprecherin Anke England während einer Informationsveranstaltung im Diedelsheimer Bürgerhaus.

Nach 30 Jahren weise die Schnellbahnstrecke einen immensen Sanierungsbedarf auf. 380 Kilometer Schienen müssten raus und auf 300.000 neuen Schwellen und 200.000 Tonnen Schotter wieder rein. Die gesamte Maßnahme schlage mit rund 200 Millionen Euro zu Buche. In den nächsten vierzehn Tagen schon werde die Baustelle eingerichtet, informierte England.

Lang war die Expertenriege, die Rede und Antwort stand.

Während der Sanierungszeit müsse die Strecke zwischen Bruchsal und Mühlacker von der Bahn als Ausweichstrecke genutzt werden. Der Verkehr darauf erhöhe sich dadurch so sehr, dass der Bahnübergang in der Regel pro Stunde 50 Minuten geschlossen bleiben müsse, ergänzte der zweite DB-Netze-Vertreter Arthur Brecher. Er wie auch später sein Kollege Gunter Turgetto betonten die Unausweichlichkeit dieser Maßnahme. Alle anderen Ausweichstrecken seien ebenfalls bis zum Anschlag belastet. Die später aus dem Publikum kommende Anregung, den Ausweichverkehr auf andere Strecken zu führen, sei nicht realisierbar. Die verbleibenden restlichen zehn Minuten den Bahnübergang zu öffnen, sei genauso wenig realistisch, weil vom Sicherheitsaspekt her nicht zu verantworten, meinte Brecher.

„Wir kommen einfach nicht drum rum“, zeigte sich Martin Wolff fast ein wenig fatalistisch gegenüber diesen Planungen. Er wies aber andererseits darauf hin, dass es Gondelsheim noch weit schlimmer treffen werde als Diedelsheim. Dennoch habe man sich bemüht, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten, etwa bei der Planung der Ampelschaltungen am Alexanderplatz, die einer Quadratur des Kreises glichen. Er hoffte, dass die bautechnischen Zeiten eingehalten werden, „sonst holen wir uns die Chinesen, die bauen Krankenhäuser in zwei Wochen,“ witzelte der OB. Neben Ortsvorsteher Martin Kern, der die rund 60 Besucher begrüßte, war die gesamte Rathausspitze angetreten. Ein Zeichen, welche Wertigkeit dort dieser Maßnahme beigemessen wird.

Vermesser bestimmen den Ort der Betonsockels für den Fußgängerüberweg

Wert legte die Verwaltungsriege darauf, dass die Auswirkungen der Sperrung so gering wie möglich gehalten werden. Teil dessen ist eine Fußgängerbrücke, die neben den Schranken über die Gleise geführt werden wird. Sie sei keine „architektonische Kostbarkeit“ räumte Anke Engelmann ein. Aber sie werde ihren Zweck erfüllen. Die Vermessungsarbeiten für deren Fundament finden aktuell schon statt. Eine behelfsmäßige Ausweichmöglichkeit zwischen Gondelsheim und Diedelsheim über den Postweg schloss Bürgermeister Michael Nöltner rigoros aus. Der Postweg sei in miserablem Zustand („dort wo die Pfützen sind, beginnt Gondelsheim“) und komme aus Sicherheitsgründen dafür nicht in Frage. Die Diedelsheimer nutzten die massive Bahn-Präsenz auch zur Diskussion grundsätzlicher Fragen, etwa der nach einer Bahnunterführung oder Lärmschutzwänden.

Michael Nöltner: „Wo die Pfütze ist, da beginnt Gondelsheim.“

OB Martin Wolff appellierte am Schluss, in der schwierigen Phase gegenseitige Rücksichtnahme an den Tag zu legen und Anke England zeigte sich felsenfest davon überzeugt, dass die Strecke mit 280 Kilometern pro Stunde am 2. November wieder in Betrieb gehen werde und sich spätestens dann für die Diedelsheimer die Schranken wieder öffnen werden.

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