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Die Kunst der Premiere

Angelika Luppold und Claudia Eberle ziehen Bilanz der ersten Walzbachtaler Kunsttage Die ersten Walzbachtaler Kunsttage sind vorbei. Es ist Montagmorgen 11 Uhr. Claudia Eberle und Angelika Luppold schnaufen durch. Der Speyerer Hof, an den beiden vorausgegangenen Tagen Walstatt vieler Schaulustiger, Interessierter und Käufer, ist besenrein, nicht zuletzt auch dank des Engagements des örtlichen Bauhofs. Die beiden Organisatorinnen sind erleichtert und auch ein wenig stolz auf das, was hinter ihnen liegt. Da stellt man sich gern dem überfallartigen Interview. Im Gespräch mit NadR ziehen sie eine erste Bilanz und blicken schon in die Zukunft, während die gestressten Gatten im Hintergrund noch ein wenig werkeln :

Immer mit dabei: Die "besseren Hälften" der beiden Organisatorinnen Claudia Eberle und Angelike Luppold rechts)

Immer mit dabei: Die „besseren Hälften“ der beiden Organisatorinnen Claudia Eberle und Angelika Luppold (rechts)


NadR: Ihr seid die Organisatorinnen der ersten Walzbachtaler Kunsttage. Montagmorgen, der Abbau ist beendet. Es ist Zeit für eine erste Bilanz. Wie sieht die Eurer Ansicht nach aus?

Eberle: Pauschal und auf die Schnelle fällt die Bilanz sehr gut aus. Wir sind zufrieden. Ich denke, für  das 1. Mal hat das ganz toll geklappt. Die Rückmeldungen sprachen auch dafür. Die Resonanz der Besucher war am Samstag nach der Eröffnung nicht so gut, dafür am Sonntag umso besser. Da war es ganz toll.

NadR: Lässt sich das vielleicht in Zahlen ausdrücken?

Luppold: Es war voll am Sonntag. Aber gezählt haben wir nicht.

NadR: Es gibt keine Statistik?

Luppold: Nein, haben wir nicht.

NadR: Den positiven Eindruck habt nicht nur Ihr, sondern auch die Aussteller?

Luppold: Ja, die Aussteller waren sehr zufrieden. Das hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass es eine sehr gute Atmosphäre zwischen den Ausstellern gab. Das ist keineswegs bei jedem Markt so. Es gibt oft Konkurrenz und Streitereien.

Eberle: Das war hier nicht der Fall. Es gab unheimlich viel Austausch untereinander. Es gab sehr viele gute Gespräche. Die Leute haben sich sofort super untereinander verstanden. Es sind freundschaftliche Gespräche aufgekommen. Es wurde viel gelacht. Gestern haben Aussteller noch gesagt: Ich habe nicht so viel verkauft, ok, aber es war trotzdem toll. Wir waren noch selten auf einer Ausstellung, wo alles so harmoniert hat. Diese Resonanz kam auch von einigen Besuchern, die gesagt haben: Mensch das ist toll, was ihr hier aufgezogen habt, das ist nicht langweilig, das ist interessant. Wirklich ganz super.

NadR: Bei der Eröffnung hat Karl-Heinz Burgey gesagt, er hoffe darauf, dass es nicht bei der ersten Auflage bleibt, dass es noch viele Walzbachtaler Kunsttage geben wird. Lässt sich aus dem, was ihr eben gesagt habt, schlussfolgern, dass dem auch tatsächlich so ist oder sein wird?

Eberle: Wir denken darüber nach. Wir haben noch nicht entschieden, kann ja noch was dazwischen kommen. Aber sicher wird es keine Wiederholung im nächsten Jahr geben. Wenn, dann im Zwei-Jahres-Rhythmus, weil wir ja auch noch im Wössinger Straßenfest eingebunden sind.

NadR: Wenn, dann immer Speyerer Hof?

Luppold: Das wissen wir noch nicht so genau. Wir haben auch schon an den Wössinger Hof gedacht. Das muss aber alles noch entschieden werden.

Eberle: Grundsätzlich schon eher im Speyerer Hof. Denn was den Ausstellern sehr, sehr gut gefallen hat, das war das Ambiente des Speyerer Hofs.

NadR: Danke für das Gespräch Euch beiden.



Als Ergänzung die Rede, mit der Claudia Eberle die Kunsttage eröffnete

Walzbachtaler Kunsttage – wie kamen sie zustande. Die Idee dazu stammt von Angelika Luppold , Initiatorin der Künstlergruppe PurPurArt, die diese Ausstellung bereits im letzten Jahr zusammen mit ihrer Künstlerkollegin- und freundin Angelika Henkele organisieren wollte. Leider kam es nicht dazu – Angelika Henkele verstarb im Dezember 2015 an den Folgen ihrer Krankheit, was alle die sie kannten zutiefst erschütterte. Pläne für Ausstellungen rückten in den Hintergrund.

Anfang diesen Jahres fragte unser BM dann jedoch nochmals bei Frau Luppold wegen der Ausstellung an. Diese entschloss sich, die Sache in Angriff zu nehmen und schaute sich nach einer Mitstreiterin um. Da komme ich ins Spiel. Wir beide waren schon zusammen bei der Hochzeitsbilderausstellung des Heimat- und Kulturvereins aktiv – und das hat wunderbar harmoniert

Gemeinsam haben wir uns dann an die Arbeit gemacht. Es war nicht einfach und überaus zeit- und arbeitsintensiv. Aber ich glaube, was wir ihnen präsentieren wird Ihnen gefallen und damit wäre unser Ziel erreicht.

Knapp 30 Künstler aus Walzbachtal und näherer Umgebung zeigen was sie mit Leidenschaft und ihrer schöpferischen und produktiven Gestaltungskraft geschaffen haben und stellen bei uns ihre Werke oder Teile davon aus. Die Besucher erleben eine reiche Vielfalt verschiedener Techniken , Stilrichtungen und ungewöhnlichen Experimenten mit Materialien, Formen, Farben und Darstellungen. Auf unserem Kreativmarkt im finden Sie anspruchsvolle und hochwertige Arbeiten – schauen Sie sich alles in Ruhe an – lassen sie sich inspirieren – es findet sich sicher das eine oder andere – vlcht. auch schon das 1. Weihnachtsgeschenk

Alle Künstler sind vor Ort und unterhalten sich gerne mit Ihnen und lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen.

Besonders hervorheben möchte ich an dieser Stelle unsere Sonderausstellung „Arche Noah“ mit Gemälden des Malers und Grafikers Rolf B. Koch. Nicht nur seine Bilder verdienen – meiner Meinung nach – besondere Beachtung. Sondern auch die Tatsache, dass wir einen Teil der Ausstellung in der kath. Kirche präsentieren dürfen. Dies ist eine kleine Premiere und wir freuen uns ganz riesig darüber. Der andere Teil ist ab Sonntag im Kinderhaus Arche zu sehen – dort haben sich auch die kleinen Künstler mit dem Thema befasst und glauben sie mir es ist sehenswert. Aber schauen sich sich das einfach an – wir hoffen Sie finden Gefallen daran. Im Vorfeld gab es für die Kinder bereits einen Malwettbewerb – die Bilder wurden von einer Jury mit echten Künstlern prämiert. Die Preisübergabe wird am Sonntag von unserem BM vorgenommen.

Nicht zu vergessen wäre noch, dass morgen auf dem Vorplatz des Speyerer Hofes alte Handwerkskunst gezeigt wird. Unter anderen wird uns ein Seiler vorführen wie man Seile macht und jeder der will kann es selbst einmal probieren , auch ein Korb- und ein Stuhlflechter zeigen ihr Können und ihre Fingerfertigkeit,in einem Handwerk welches heute schon beinahe in Vergessenheit geraten ist. Und wenn Sie vom vielen Schauen und Stöbern hungrig und durstig geworden sind, dann steht das Gastro-Team des Fußballvereins Wössingen für Sie bereit um Sie herzhaft kulinarisch zu verwöhnen . Wir sagen herzlichen Dank für die spontane Zusage sich an den Kunsttagen 2016 zu beteiligen an den FV o4 und seine Verantwortlichen.

So, nun bleibt mir nicht mehr viel zu sagen. Ob das Ganze ein Erfolg wird mit der Option „2. Walzbachtaler Kulturtage“ liegt bei Ihnen, unseren Besuchern.

Ich für meine Person, möchte mich – auch im Namen von Frau Luppold natürlich – bedanken bei unserem Herrn Bürgermeister für die Übernahme der Schirmherrschaft und sonstige Unterstützung bei der Ausrichtung des Events und bei unseren Ehemännern und Freunden für die tatkräftige Hilfe beim Aufbau Ich hoffe, sie lassen uns übermorgen beim Abbau auch nicht im Stich.

Schließen möchte ich mit einem Zitat von Rebekah Joy Plett, welches mich persönlich sehr anrührt:

Wenn du etwas von einem freien Künstler kaufst, dann kaufst du nicht einfach nur ein Bild oder einen Roman oder einen Song, sondern du kaufst hunderte Stunden Experimentiererei, tausende Stunden voller Misserfolg. Du kaufst Tage, Wochen, Monate, Jahre der Frustration und Momente der puren Freude. Du kaufst Nächte, erfüllt von der Angst, die Miete nicht mehr bezahlen zu können, nicht genug Geld zu haben, um sich Essen zu kaufen oder die eigenen Kinder, den Vogel, den Hund zu ernähren. Du kaufst nicht nur ein Ding, du kaufst ein Stück Herz, ein Stück Seele, einen intimen Moment aus dem Leben von jemandem. Aber das Wichtigste: Du kaufst dem Künstler mehr Zeit dafür, etwas zu tun, für das er ernsthaft brennt; etwas das all dem genannten, der Angst und den Zweifeln einen Sinn gibt; etwas das das Leben lebenswert macht.

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Kommentare (1)

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    Bernhard

    |

    Zum Artikel „Kunst neben der Kirche“

    Ich möchte hier nur auf die vier Bilder, die in der kath. Kirche präsentiert wurden, eingehen und ich muss sagen, dass ich die Präsentation der Bilder, aber ganz besonders auch der dazugehörenden Texte, in einer katholischen Kirche, dazu noch vorne im Altarraum,nicht nachvollziehen kann und völlig unpassend fand.

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