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Der König muss es sein

Sternsinger ziehen auch durch Oberderdingen
Fröhliche Klänge schallen aus dem Flehinger Pfarrhaus, wenn von Dirigent Manfred Dörner zur Generalprobe der Sternsinger aufgerufen wird! „Die Heiligen Drei Könige“ heißt das in diesem Jahr einzustudierende Heischelied, welches von Tür zu Tür durch den ganzen Ort gesungen wird. >Drei Gruppen aus insgesamt 27 Kindern teilen sich am zweiten und dritten Januar in den Bezirken von Flehingen auf. Wer dann noch nicht genug hat, darf noch einen dritten Tag in Zaisenhausen anhängen.

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Bereits zum 59. Mal findet das feierliche Treiben rund um den Dreikönigstag in Deutschland statt. Flehingen führt diesen alten Brauch auch schon seit über 40 Jahren fort. Drei Könige, bekannt unter den Namen Caspar, Melchior und Balthasar, ein Sternträger und fünf Sänger ziehen mit festlichen Gewändern für „Kinder in Not“ um die Häuser. In diesem Jahr lautet das Motto der bundesweiten Sternsingeraktion: „Gemeinsam für Gottes Schöpfung – in Kenia und weltweit.“ Es geht um den Klimawandel mit seinen dramatischen Folgen. Ausbleibender Regen und daraus resultierender Wassermangel ist eine der größten Sorgen unter anderem in Turkana. Hier soll unterstützt werden.

Nach dem musikalischen Vortrag, einem aufgesagten Vers und der Bitte um eine Spende wird von den Kindern der Segen „20*C+M+B+17“ mit Kreide über die Türen der Häuser geschrieben. Das „C+M+B“ steht dabei aber nicht für die Namen der drei Weisen aus dem Morgenland, wie häufig angenommen wird. Vielmehr sind es die Anfangsbuchstaben des lateinischen Segensspruches „Christus Mansionem Benedicat“, auf Deutsch: „Christus segne dieses Haus.“

Dass dieser Segen nicht überall erwünscht ist, zeigt sich in den Neubaugebieten „Spitzenäcker“ und „Hohenäcker“. Hier bleiben nicht nur viele Türen verschlossen, es werden sogar demonstrativ die Rollläden heruntergelassen. So kommt es, dass Anwohner dieses Wohngebiets, einen gewünschten Besuch der Sternsinger bei der Pfarrgemeinderatsvorsitzenden Petra Ehnes telefonisch anmelden müssen.

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Entmutigen lassen sich die siebzehn Mädchen und zehn Jungs im Alter zwischen sechs und sechzehn Jahren von solchen Erfahrungen dennoch nicht. Loxley, ein 14-jähriger Junge aus Flehingen, darf die Rolle des schwarzen Königs spielen. Da seine Eltern aus Sri Lanka stammen, kann bei ihm auf dunkles Theater-Make-Up im Gesicht verzichtet werden. „Es macht mir sehr viel Spaß, zusammen mit meinen Freunden schon zum dritten Mal dabei sein zu dürfen“, sagt er. Auch Dorothea, die 14-jährige Tochter des Leiters Manfred Dörner, legt großen Wert darauf, dass die Tradition weitergeführt wird, mit der sie praktisch aufgewachsen ist. Deshalb hängt sie auch immer nochmal ein weiteres Jahr bei den Sternsingern an, um anderen Kindern Vorbild zu sein. Die Sternsinger in Flehingen freuen sich besonders über die gastfreundlichen Anwohner, bei denen auf den fünf- bis sechsstündigen Touren zwischendurch eingekehrt und sich bei einer Stärkung aufgewärmt werden darf.

Bei der Frage nach der begehrtesten Rolle herrscht Einigkeit: Die Könige! Entschieden wird die Vergabe nach Körpergröße (man muss schließlich groß genug sein, um den Türrahmen zu erreichen) und der Zugehörigkeitsdauer. Die unbeliebteste Rolle ist übrigens die des Sternträgers. „Wer will schon freiwillig fünf Kilogramm durch den Ort schleppen“, sagt Loxley zwinkernd und probiert zufrieden sein edles Königsgewand an.

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