Corona behindert nicht

Regionale Firmen haben keine Probleme bei der Nachwuchssuche

Die Rekrutierung ihres Nachwuchses fällt vielen Betrieben in den vergangenen Jahren zunehmend schwer. Unterstrichen wird das von einer aktuellen Meldung der IHK Karlsruhe. In deren Bezirk wurden im vergangenen Jahr 383 oder 9,2 Prozent weniger Verträge abgeschlossen als im Vorjahr. Diesen Trend können Firmen der Region nicht bestätigen. Einen anderen Trend aber durchaus: Das Bildungsniveau der Bewerber schwinde im gleichen Maße wie das Interesse an den handwerklichen und technischen Berufen.

Für die rund dreißig Stellen gebe es zwar immer ausreichend Bewerber, sagt Sylvia Spörnöder. Einzig im technischen Bereich sei die Bewerberdichte etwas dünner. „Keiner will mehr Schlosser oder Elektriker werden und was mit der Hand schaffe, das fällt uns extrem auf“, stellt die Kleiberit-Betriebsratsvorsitzende fest. Die Zahlen für die einzelnen Bereiche seien aber über die Jahre hinweg ziemlich konstant in allen vielfältigen Ausbildungsformaten, die Kleiberit anbietet. Nachwuchsprobleme sieht sie nicht. Das reicht vom Studium bis zur Lehre. Unter den Auszubildenden seien vielfach Studenten: drei Bachelors Industrial Management,  zwei Bachelors in der Fachrichtung Wirtschaftsinformatik, vier Chemielaboranten etwa oder sieben Chemikanten. Kleiberit übernehme jeden Auszubildenden, der seine Prüfung bestanden hat und stelle dafür wieder einen neuen Azubi ein. 2020 seien das insgesamt 6 Studenten und 23 Azubis gewesen, von denen 5 Azubis 2020 ihren Abschluss gemacht haben.

Das Zementwerk Wössingen bildet regelmäßig Facharbeiter in den Bereichen Baustoffprüfer, Elektroniker, Industriemechaniker und Verfahrensmechaniker der Steine- und Erdenindustrie aus. Die Anzahl der jährlich angebotenen Ausbildungsplätze sei auf die Personalplanung entlang des Bedarfs ausgerichtet, informiert Jörg Heimburg. Da in den nächsten Jahren in den benötigten Fachrichtungen im Werk keine altersbedingten Austritte zu erwarten seien, seien tatsächlich 2020 nur zwei Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, ergänzte der Leiter Umwelt und Öffentlichkeit. Die Pandemie hab das Finden neuer Auszubildender nicht leichter gemacht. Eine Vielzahl zusätzlicher Maßnahmen und interner Auflagen habe den Einstellungsprozess beeinträchtigt. So konnte zum Beispiel im handwerklichen Bereich kein Praktikum stattfinden. Auch das persönliche Vorstellungsgespräch entfiel. Einschränkungen wie diese hätten selbst für erfahrene Personalmanager und Ausbilder eine Herausforderung dargestellt. Unabhängig von der Pandemie sei es in den letzten Jahren zunehmend schwieriger geworden, geeignete Bewerber zu finden. Wirklich gute Absolventen seien im Wettbewerb mit anderen Unternehmen der Region gefragt.

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