City-Manager umstritten

VBU: Aufgabe der Stadt und nicht der Unternehmen
Enttäuscht zeigte sich Oberbürgermeister Martin Wolff nach der Haushaltsklausur des Gemeinderats über die Absage der Vereinigung Brettener Unternehmer (VBU), sich an der Finanzierung eines City-Managers zu beteiligen. Die VBU sei leider nicht in der Lage gewesen, so formulierte der OB in einer Presserklärung, „ein derartiges finanzielles Engagement mit zu stemmen. … Es ist schade, dass das Vorhaben eines gemeinsamen Citymanagers zwischen Stadt und VBU letztlich nicht zustande gekommen ist.“ Diese Formulierung stieß bei der VBU sauer auf. Sie kontert das Wolffsche Bedauern mit der folgenden, im Wortlaut wiedergegebenen Presseerklärung:

(PM) Der Vorstand der Vereinigung Brettener Unternehmen (VBU) weist einmütig die jüngsten öffentlichen Äußerungen von OB Wolff zur Finanzierung der Stelle eines Citymanagers als deplatziert zurück. Dem OB ist bekannt, dass sich die VBU als Verein ausschließlich über Beiträge ihrer Mitglieder finanziert und die Mitfinanzierung einer städtischen Personalstelle auch aus grundsätzlichen Erwägungen nicht möglich ist.

Die Unternehmen zahlen ihre Steuern, Gebühren und Abgaben direkt und indirekt an die Stadt. Trotz Rekordeinnahmen bei der Gewerbesteuer hat die Stadt erst vor wenigen Jahren die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer um 20 Punkte erhöht. Die Stadtverwaltung ist damit in die Lage versetzt, ihre Pflichtaufgaben zu erfüllen und nach Vorgaben des Gemeinderats, auch Freiwilligkeitsleistungen zu finanzieren. Viele Städte haben Stadtmarketing schon längst als „Pflichtaufgabe“ definiert und finanzieren nicht nur die Personalkosten, sondern für durchzuführende „Events“ auch die deutlich höheren Durchführungskosten. Effizientes Stadtmarketing kann nicht nur verwaltet werden.

Die VBU weist im Übrigen daraufhin, dass sie die Interessen von Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung in Bretten insgesamt vertritt und in diesem Rahmen auch den innerstädtischen Handel unterstützt. An Eventkosten wird sich die VBU im Einzelfall und im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten weiter beteiligen. Auch das wurde dem OB mitgeteilt.

Für die VBU haben sich in Bretten jedoch deutlich größere Probleme angestaut. Auf die Agenda des Gemeinderats muss dringend die Durchsetzung einer konsequenten und ganzheitlich betriebenen Stadtentwicklung. Für die Realisierung stehen mit den in der Vergangenheit von der Stadt teuer erworbenen und baufähig gemachten Grundstücken (Sporgasse, Bluschgelände und im gesamten Brettener Süden) attraktive Grundstückspotentiale zur Verfügung. Wie kaum eine andere vergleichbare Stadt hat die Große Kreisstadt Bretten dadurch alle Möglichkeiten, ihre Standortqualität als Mittelzentrum wieder insgesamt und systematisch aufzuwerten. Das darf nicht Zufälligkeiten überlassen bleiben. Betriebe, auch Arztpraxen, benötigen klare Perspektiven und neue, attraktive Ansiedlungsflächen. Für die VBU ist dafür eine aktiv betriebene Verkehrs-, Grundstücks- und Gewerbepolitik wichtiger, als Streitigkeiten über subalterne Stellenbesetzungen mit denen sich bestehende Defizite nur marginal beseitigen lassen.

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