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CDU prescht vor

Gemeinderäte irritiert über Vorschlag zur Hortbetreuung

Der Kriterienkatalog, den der Walzbachtaler Gemeinderat zur Vergabe von Hort- und Kernzeitplätzen in der letzten Gemeinderatssitzung beschloss, hat für einen Entrüstungssturm bei den Eltern gesorgt. Die gewaltigste Welle löste aus, dass sie sich nicht ausreichend im Vorfeld der Entscheidung beteiligt sahen. In der Zwischenzeit ist die Diskussion im Hintergrund weitergegangen.

Gespräche mit den Eltern haben stattgefunden. CDU-Gemeinderat Tino Villano hat dazu für seinen Ortsverband über facebook eine Presseerklärung veröffentlicht. Mir wurde diese Presseerklärung nicht zur Verfügung gestellt. Eine Erklärung dafür habe ich nicht.

Ein bisschen Copy und Paste aus Facebook hat aber geholfen. Die derzeitige Situation in den Einrichtungen ist allerdings räumlich und personell angespannt, so dass die zukünftige Vergabe der Plätze stärker bedarfsorientiert erfolgen soll, so schreibt Villano in der Presseerklärung, die mit dieser wichtigen Passage endet:

“Inhaltlich wird es keine Änderungen der Kriterien geben. Ein befristeter Bestandsschutz der bisher im Hort befindlichen Kinder zur schrittweisen Einführung halten wir für sinnvoll. Damit verschaffen wir den betroffenen Eltern Zeit alternative Lösungen zu finden, sollten sie nicht den Kriterien entsprechen. Das ist fair und sozial gerecht”, so Villano.

Da staunten die anderen drei Fraktionen nicht schlecht. Levin Huthwelker zeigte sich gestern Abend am Ende der Gemeinderatssitzung gelinge gesagt „irritiert“ über diesen „Bestandsschutz-Vorschlag“. Die verabschiedeten Kritereien seien von Grünen, SPD, FDP und auch der CDU gemeinsam erarbeitet worden. Alle vier Fraktionen hätten wochenlang gemeinsam an dem Thema gearbeitet, meinte Huthwelker. Er wundere sich deshalb sehr, wenn jetzt die CDU mit einem solchen Vorschlag vorpresche. Nur gemeinsam könne man erfolgreich sein.

Mit einer Replik wurde es nichts. Tino Villano rückte sich zwar schon das Mikrophon zur Widerrede zurecht. Doch der Bürgermeister erteilte ihm nicht das Wort. Hier sei jetzt nicht der Ort zur Diskussion des Themas. Und Schluss war mit dem Thema.

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Kommentare (4)

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    Morpheus

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    Als Antwort auf: CDU prescht vor
    Ich verstehe, dass diese Art der Kommunikation gewählt wurde. „Hier sei jetzt nicht der Ort zur Diskussion des Themas.“ sagt alles. Erstaunlicherweise ist die CDU bei diesem Thema die einzige Partei die eine offene Diskussion sucht und das Anliegen der Eltern ernst nimmt. Negativ überrascht bin ich davon, daß Herr Öczan, die SPD und die Grünen hartnäckig versuchen dieses Thema trotz aller Kritik weiterhin im Hinterzimmer verstauben zu lassen. Es wäre doch eine große Gelegenheit dem Bürger zu zeigen, daß man deren Sorgen ernst nimmt und dass man tatsächlich transparent und bürgernah arbeiten kann.

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      S.M., Walzbachtal

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      Als Antwort auf: Gemeinderatssplitter
      Anwort auf CDU prescht vor. Ich finde die Vorschlaege der CDU sehr sinnvoll. Wenn Eltern jedes Jahr neu um den Hortplatz „zittern“ muessen ist das eigentlich unzumutbar. So fordert man heraus, dass die Mutter ohne Grosseltern und Schwiegereltern zurueck an den Herd geht. Ist das zeitgemaess? Sicher nicht!! Morpheus ich gebe Ihnen voellig recht. Transparenz ist wichtig und miteinander reden.

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    Silke Meyer

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    Als Antwort auf: CDU prescht vor
    Die Frage von Levin Huthwelker war nachvollziehbar. Alle Gemeinderäte der SPD, Grünen und FDP waren von der Presseerklärung von CDU-Gemeinderat Tino Villano überrascht. Denn auf Einladung der Gemeindeverwaltung hat am 10. Februar ein Gespräch mit Hortleitung, Elternbeiräten und Vertretern aller Fraktionen im Gemeinderat stattgefunden. Gemeinsam und fraktionsübergreifend wurde. mit den Elternvertretungen und der Verwaltung über Anpassungen bei den Kriterien diskutiert. Diese Vorschläge wurden dann den Eltern der Hortkinder in einem Elternabend letzte Woche in Wössingen und diesen Montag in Jöhlingen unterbreitet. Hier bestand für die Beteiligten die Chance der Meinungsäußerung. Gemeindeverwaltung und Gemeinderat wollten das Ergebnis des zweiten Elternabends abwarten und waren daher über die voreilige Pressemitteilung der CDU doch sehr überrascht. Den Grund der frühzeitigen Presseerklärung kann ich mir vorstellen, möchte aber auf dieser Internetplattform nicht darüber spekulieren.
    Silke Meyer
    SPD-Fraktionsvorsitzende

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    Morpheus

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    Liebe Frau Meyer, ihr Zitat „die Chance der Meinungsäußerung“ trifft es auf den Punkt. In den letzten Wochen versuchten sehr viele Eltern diese Chance zu ergreifen. Es wurden dabei viele gut durchdachte Argumente vorgebracht, wie die Problematik für Alle positiv zu lösen wäre. Leider waren Gemeinderäte, Hortvertreter und teilweise auch die Elternbeiräte gar nicht an diesen Meinungen interessiert. Die von Ihnen genannten Veranstaltungen dienten ausschließlich dazu den Eltern zu verdeutlichen, dass über dieses Thema keine Diskussion zugelassen wird. Ihren Unmut über den von der CDU gewählten Weg kann ich verstehen. In einer funktionierenden Demokratie sollte das nicht notwendig sein. In Walzbachtal geht es aber offensichtlich nicht anders.

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