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CDU lehnt Windpark ab

Walzbachtaler Union positioniert sich gegen die fünf Windenergieanlagen

Die Windkraftanlage auf dem Weingartener Heuberg beschäftigt nach wie vor die Walzbachtaler. Auch die Parteien. Die Grünen haben es bisher abgelehnt, dazu Stellung zu beziehen, wollen sich vorher umfassend informieren. Die SPD-Fraktion will zur Information beitragen. Sie stellte  am 17. Juni den formellen Antrag, die EnBW zu einer der nächsten öffentlichen Gemeinderatssitzungen einzuladen. Die EnBW möge bei dem Termin den Gemeinderäten Rede und Antwort stehen, heißt es in dem von der Fraktionsvorsitzenden Silke Meyer gestellten Antrag.

Anders dagegen die CDU. Sie ist in dem Thema schon weiter. Nach umfassender Recherche und Gesprächen habe sie ihre Position gefestigt und positioniert sich gegen den Bau der 5 Windenergieanlagen, so heißt es in einer Presseerklärung aus der Feder von Tino Villano, die in der Folge im Wortlaut zu lesen ist.

Obwohl das Thema in der Öffentlichkeit schon länger präsent ist, hat sich die CDU Walzbachtal dazu entschlossen, sich fachlich intensiv mit dem Thema zu befassen. Neben einer Präsentation der EnBW im Gemeinderat wurde auch mit Experten des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) im Rahmen einer außerordentlichen Vorstandssitzung diskutiert.

Ziel der derzeitigen Landesregierung ist es, den Anteil an Windenergie im bestehenden Strommix auf 10% bis 2030 zu erhöhen. Derzeit liegt der Anteil bei 3,8% und wird mit dem Betrieb von 730 Anlagen (Stand Ende 2019) erreicht. Die geplanten 5 Anlagen in Weingarten werden die größten Deutschlands sein mit einer Nabenhöhe von 166m und einer Gesamthöhe von 247m. Dennoch  liefern sie einen zusätzlichen Anteil von nur lediglich 0,08 – 0,1%.

Betrachtet man die Entwicklung der Zunahme an Windenergieanlagen in Baden-Württemberg, stellt man fest, dass die Zunahme seit 2017 stagniert. Dies ist u.a. aufgrund der noch übrig gebliebenen und zur Verfügung stehenden Flächen in windschwachen Regionen zurückzuführen.

Angelehnt an die Windgeschwindigkeiten, produziert die geplante Anlage am Heuberg lediglich nur 17% des Stromertrags, die eine gleiche Anlage an der Nordsee produzieren würde. Um den gleichen Stromertrag wie an der Nordsee zu erreichen, müsste man in Karlsruhe und Umgebung die 5,8-fache Anzahl an Anlagen bauen. Das bedeutet aber auch, dass die spezifische Umweltbelastung pro kWh sich um diesen Wert erhöht.

Baden-Württemberg gehört zu den windschwächsten Regionen in Deutschland. Das ist wissenschaftlich bewiesen worden und im Windatlas (2014) mit folgender Aussage vom TÜV Süd festgehalten: Windkraftanlagen sind im Kraichgau nur sehr bedingt wirtschaftlich zu betreiben. Eine Aussage, die vom Umweltminister Franz Untersteller  unterschrieben wurde. Diese Aussage wurde im Windatlas von 2019 bestätigt, indem festgestellt wurde, dass aufgrund der Lage keine hohen Windgeschwindigkeiten im Kraichgau zu erwarten sind.

Wenn wir den Regionalplan Mittlerer Oberrhein und die Teilfortschreibung „Windenergie“ betrachten, so sehen wir hier ein weiteres Problem. Alle Umweltauswirkungen im Umweltbericht basieren auf einen veralteten Stand der Technik, denn die Höhe der Referenzanlage, auf die die Teilfortschreibung aufgebaut ist, beträgt lediglich 100m. Somit eine deutliche Abweichung zur geplanten Anlage. Neben den Umweltauswirkungen wie Lärm, Bodenschwingungen Naturschutz, ist auch eine bauhöhenbedingte Dominanz und optisch bedrängte Wirkung der geplanten Anlage aufgrund der Nähe zu Jöhlingen nicht zu unterschätzen.

Grundsätzlich steht die CDU Walzbachtal mit Blick auf den Klimawandel und deren Folgen zu einer Erneuerbaren Energie Strategie und fordert effiziente Windenergieanlagen. Stellt man aber den zu erwartenden Stromertrag und den Aufwand ins Verhältnis zu den umweltrelevanten und wirtschaftlichen Auswirkungen, so sehen wir den Anlagenbau in Weingarten als unverhältnismäßig an und sehen öffentliche Belange massiv betroffen. „Windenergieanlagen sind aus unserer Sicht sinnvoll aber dort zu errichten, wo ein hoher Stromertrag zu erwarten ist.  Daher lehnen wir den Bau eines ineffizienten Windenergieparks in Weingarten kategorisch ab“, so Michael Plauman, Vorsitzender der CDU Walzbachtal.

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Kommentare (6)

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    Madro

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    Als Antwort auf: CDU lehnt Windpark ab
    Wir können ewig über geschredderte Insekten, Infraschall und dergleichen hin und her diskutieren, am Ende geht es um Aufwand zu Nutzen. Der Aufwand stellt in diesem Fall das opfern der Landschaft dar, der Nutzen steht dagegen für mich in keinem vertretbaren Umfang. Wir haben hier einfach nicht genug Wind, kann keiner von uns was dafür, ist aber halt einfach so.

    Bei uns machen andere Ideen viel mehr Sinn! Solar z.B.!

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    Markus

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    Als Antwort auf: CDU lehnt Windpark ab
    Spannend finde ich, dass hier offensichtlich jeder davon ausgeht, dass sich eine Windkraftanlage an diesem Standort nicht rechnen wird, ohne dass es jedoch bereits konkrete Messungen vor Ort gab.
    Meines Wissens wird es noch genauere Messungen durch die EnBW vor Ort geben, welche sicherlich Einfluss auf die weitere Planung und natürlich auch auf die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit einer Anlage haben werden. Die Präsentation zum Vorhaben kann demnach auch nur einen vorläufigen Stand der Überlegungen darstellen und keineswegs eine endgültige, fertige Planung.
    Meiner Meinung nach, wäre es ein valides vorgehen, diese konkreten Messungen abzuwarten und dann alle interessierten Parteien an einen Tisch zu holen um das Vorhaben anhand realer Fakten und nicht anhand theoretischer Modelle und möglicher „Fake News“ zu bewerten.

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    Lars

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    „reale Fakten“ abwarten? Erstmal bauen Lassen und dann sich beschweren, wenn die Daten nicht passen? Dann ist es zu spät

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    Roland

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    CDU lehnt Windpark ab! Die Argumente der CDU sind doch recht schwach, weil: Lärm: noch nicht Messbar, Bodenschwingungen: noch nicht nachweisbar, Ineffizient? müsste EnBW besser wissen als Investor. Glaube nicht, dass EnBW viel Geld investieren will nur um Weingarten und Walzbachtal zu ärgern. Natürlich hat der Naturschutz einen hohen Stellenwert, aber es wird immer wieder zu Konfrontationen kommen, zwischen Pro und Contra ,egal was gerade ansteht. Auch wenn die CDU den Windpark kategorisch ablehnt, so entscheidet doch der Gemeinderat von Weingarten mit JA oder NEIN und das ist gut so! Man sollte doch mal die Gemeinde Feldheim, Land Brandenburg im Internet aufrufen. Völlig Stromautarke Gemeinde, dank Windenergie.

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      Bernhard

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      Als Antwort auf: CDU lehnt Windpark ab Als Antwort auf: Roland
      Feldheim: Klasse. Okay, das Ortsbild ist nicht wirklich schön mit den WIndrädern, aber auch in meinen Augen sollte man hier im Hinblick auf den Energiebedarf die Effizienz höher bewerten als die Optik. Aber bitte unbedingt dran: Feldheim liegt nicht in Walzbachtal, nicht im Kreis Karlsruhe und nicht mal in Baden Württemberg. Die Windverhältnisse in Brandenburg sind andere als hier bei uns. Die EnBW will sicher kein Geld investieren, um Weingarten und Walzbachtal zu ärgern, klar. Aber die EnBW will Fördergelder abrufen, mit den neuen Anlagen auch die Technik weiterentwickeln, Erfahrungen sammeln. Sowas kostet Geld, ganz klar. Forschung ist tatsächlich wichtig und man bekommt sie nicht umsonst.
      Aber der Nutzen muss in einem vernünftigen Verhältnis zum Aufwand stehen! Nur, um anschließend sagen zu können, dass die Anlagen in der Lage sein könnten, soundsoviel Energie zu liefern, wenn sie voll ausgelastet sind, ist in meinen Augen kein wirklich sinnvoller Nutzen, wenn man hinzufügen muss, dass sie leider weit davon entfernt sind, diese Werte zu erreichen, weil halt (leider) der notwendige Wind fehlt. „Man kann mit dem schnellsten Auto auch nur so weit fahren, wie der Sprit im Tank reicht.“ (Egal, ob das Benzin, Diesel, Gas oder sinngemäß Akkuladung ist.) Man könnte jetzt ironisch anfügen: Aber Wind, das ist halt Natur und da haben wir keinen Einfluss drauf, darum kann man es den Betreibern ja eigentlich auch nicht anlasten, oder? Windkraft: Bitte ja, aber nur, wo es auch sinnvoll ist.

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    Norm

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    Markus, Sie verstehen ja, dass das ein politisches Projekt ist? Messungen gibt es – von Messturm in KIT-Nord (deswegen sind auch die Leute von KIT in der Diskussion beteiligt). Denken Sie dass auf Heuberg die Windsituation anders sein soll, nur weniger km Luftlinie entfernt?
    Und zur Info – Sie werden hier bei uns NIE ein 200m Mast zu realen Messungen sehen, aber in Frühjahr 21 werden die Werte schon da liegen, wollen wir wetten?

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