Bus steckte fest

Walzbachtaler Ordnungsamt hat knifflige Probleme mit dem ruhenden Verkehr zu lösen

Um die Parkmoral steht es in Walzbachtal nicht gut. Davon weiß Nico Schmitt ein Lied zu singen. Der Ordnungsamtsmitarbeiter ist im Walzbachtaler Rathaus für Verkehrsverstöße zuständig. Im Jahr 2021 habe er 394 Verfahren wegen Parkverstößen an das Landratsamt gemeldet,

berichtete Schmitt dem Walzbachtaler Gemeinderat bei der Vorstellung seiner alltäglichen Arbeit.

Seit seinem Amtsantritt im Rathaus im April 2020 hatte er gut zu tun bei der Kontrolle des ruhenden Verkehrs. Aus der Bürgerschaft habe es immer wieder viele Beschwerden behindernd parkende Autos gegeben. Nachdem im vergangenen Jahr der Gemeindevollzugsbedienstete Dominik Zimmermann seinen Dienst quittiert habe, sei es ihm unmöglich alle eingehenden Beschwerden zu bearbeiten. FDP-Gemeinderat Sascha Fanz plädierte denn auch dafür, die Stelle neu zu besetzen: „Wir brauchen einen Gemeindevollbezugsbediensteten.“

Gegen Auswüchse beim Parkverhalten auf der Wössinger Straße konnte das Ordnungsamt nur mit Halteverbotsschildern helfen.

Ganz besonders drastisch sei das durch einen Vorfall auf der Höhe der Wössinger Straße 87 deutlich geworden. Selbst mit dem PKW sei man zwischen beiderseits parkenden Fahrzeugen kaum mehr durchgekommen. Ein Linienbus habe sich dort festgefahren, habe weder vorwärts noch rückwärts aus seiner vertrackten Situation herausmanövrieren können. Der Halter habe ausfindig gemacht werden müssen, um den Bus wieder frei zu bekommen.

Nicht zuletzt diesen Vorfall habe man zum Anlass genommen, abschnttsweise auf beiden Seiten Halteverbotszonen einzurichten. Das habe sich seither auch an anderen Stellen bewährt. An etlichen neuralgischen Stellen in Wössingen hätte das Aufstellen von Halteverbotsschildern für Abhilfe gesorgt. Diese Verkehrsversuche würden noch bis Mai laufen. Dann werde entschieden, ob sie endgültig den Status des Provisoriums verlassen und durch stationäre, dauerhafte Schilder ersetzt werden.

An Stellen, an denen vorsichtiges Raustasten aus den Einfahrten noch zumutbar sei, habe man die Schilder schon wieder entfernt. Nicht immer werde aber auf auf die Schilder rücksichtsvoll reagiert. Betroffene Anlieger seien schon mit dem „Stinkefinger“ bedacht worden, als sie langsam aus ihrem Grundstück herausfahren wollten. Andere würden selbst in den Engstellen „fahren wie eine gesengte Sau. Das können wir so nicht lassen“, kündigte Schmitt Gegenmaßnahmen an. Nico Schmitt machte in dieser Situation andererseits darauf aufmerksam, dass den Bürgern der Weg zur Privatanzeige offen stehe. Jeder dürfe beispielsweise Fotos von falsch parkenden Autos anfertigen und diese als Beweis für den Verkehrsverstoß einreichen.

Nicht unerheblich im Arbeitsablauf seien auch verkehrsrechtliche Anordnungen, wie etwa Sperrungen von Straßen. Die Vollsperrung der Wössinger Straße mit einer zweigeteilten Umleitung während des letzten Jahres habe viel organisatorischen Aufwand verursacht.

Anträge für Plakatierungen seien trotz der beiden Wahlkämpfe im vergangenen Jahr wegen der Pandemie in geringerem Umfang angefallen. Das sei durch Arbeiten rund um die Pandemie mehr als ausgeglichen worden. „Da haben wir viel mit zu tun“, meinte Schnitt. Rund tausend Bescheinigungen für Infizierte und Kontaktpersonen habe das Ordnungsamt ausgestellt und viele Kontrollen der Gastronomie durchgeführt.

Schwer beeindruckt von der Schmittschen Arbeit zeigte sich Volker Trumpf (CDU). Er freue sich über die Bemühungen ein bisschen mehr Ordnung auf die Straßen zu bringen. Er sprach auch den Unrat an, den er allerorten sehe. Gleichzeitig wies er auf einige weitere Problemstellen hin. Diese Gelegenheit nutzten auch Andrea Zipf (Grüne), Silke Meyer (SPD) und Sascha Fanz (FDP).

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