Bundeswehr im Losenberg

Testen in den Seniorenzentren ist starke Belastung für Mitarbeiter

Das Testen in den Seniorenzentren wurde lange als das Mittel der Wahl eingeschätzt, mit dem Corona-Ausbrüche verhindert werden können. An dieser Einschätzung, aufgrund fehlender Testkapazitäten lange nicht realisiert, hat sich nichts geändert. Seit Ende letzten Jahres sind die Testkapazitäten vorhanden. Damit entstand für die Mitarbeiter eine neue Herausforderung, denn sie sollten – wiewohl dafür nicht ausgebildet – die Tests durchführen.

Im AWO Seniorenzentrum Hardtwald fand man eine probate Lösung. Die Pflegekräfte erhielten eine Schulung durch die Hausärzte, sagt Heimleiter Markus Bär. Die Geschulten hätten ihr Wissen an Multiplikatoren weitergegeben. „Man kann das Lernen!“ ist Bär mit dem Ergebnis zufrieden. Die Mitarbeiter werden dreimal pro Woche getestet. Jeder Besucher und andere Externe wie Handwerker oder Physiotherapeuten müssen ebenfalls einen Test absolvieren. Dafür habe man Testtage an Dienstagen und Freitagen festgelegt.

Begonnen hat das alles am 18. Januar., als man vom Bezirksverband der AWO die Tests erhalten hatte. Nachdem mittlerweile die 170 Mitarbeiter regelmäßig ihre Tests haben durchführen lassen dürften so rund 2000 Test im AWO Seniorenzentrum Hardtwald durchgeführt worden sein, schätzt Bär. Das habe man ausschließlich mit dem eigenen Personal durchführen können im Gegensatz zu anderen Heimen, die auf Soldaten zurückgreifen mussten. „Wir konnten das schon gut schultern und mussten nicht auf die Bundeswehr Kräfte zurückgreifen“, sagt Bär.

Eines der Heime, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen durften, war das AWO-Heim Rheinaue in Graben-Neudorf. Drei Wochen lang waren die Soldaten im Haus und führten Tests bei Mitarbeitern, Bewohnern und Handwerkern durch. Erst am 14. Februar war ihr Dienst in Rheinaue beendet.

„Der Aufwand ist schon riesig“, sagt die Pflegedienstleiterin Jasmin Volk. Es sei von Anfang an schwierig zu organisieren gewesen. Vielleicht auch deshalb weil die Rheinaue als eines der ersten Häuser mit dem Testen begann schon Mitte Dezember. Zwölf Pflegedienstkräfte wurden von Hausärzten geschult und führten diese Tests schließlich eigenständig durch. Der Testbeginn fiel zusammen mit einem kleineren Ausbruch unter den Bewohnern im Mitte Dezember. „Im Moment ist aber alles gut“, versichert die Pflegedienstleiterin.

Die Diakonie im Kreis Karlsruhe konnte ebenfalls schon früh mit der Aktion beginnen. Nachdem die Tests am 9. November bestellt worden waren und 14 Tage später eingetroffen seien, habe man unmittelbar darauf mit dem Testen begonnen, sagt die Geschäftsführerin der Diakonie im Landkreis Gudrun Mund. Bewohner und Mitarbeiter seien am Anfang nur getestet worden, wenn sie Symptome aufwiesen. Im Januar dann habe man dann systematisch begonnen, Pflegekräfte und Bewohner dreimal pro Woche zu testen. Dazu habe es eine Video Anweisung gegeben mit der die Mitglieder der Leitungsrunde geschult worden seien.

Im Wössinger Haus „Losenberg“ habe man das ergänzen können durch den Einsatz der Bundeswehr, berichtet Gudrun Mund. Ebenfalls drei Wochen lang standen zwei Soldaten die ganze Woche über zur Verfügung, auch für das Seniorenzentrum in Gondelsheim. Die beiden Soldaten seien die ganze Woche von 9 Uhr bis 17 Uhr zur Verfügung gestanden für die Schnelltest. Das habe super ohne Anmeldung geklappt.

Am 17. Februar habe man begonnen wieder selbst zu testen. Testen dürfen mittlerweile auch Pflegedienst Fachkräfte im Haus. Am Anfang hätten das aber ausschließlich Heimleiter Frank Huck und die Pflegedienstleiterin Sarah Muratovic getan.

Einen ganz anderen Weg ging die Stiftung Geschwister-Nees in Linkenheim. Bei 110 Bewohnern und der großen Verpflichtung zu testen habe man schnell bemerkt, dass wir das nicht schaffen,“ erinnert sich Heimleiter Marek Piecha und ergänzt: „Deshalb haben wir uns schon vor dem Beginn der Tests am 25 Januar um Ehrenamtliche bemüht, die auf diesem Gebiet Erfahrung haben und über Ausbildung verfügen.“ Erfreulicherweise hätten sich daraufhin aus dem Dunstkreis des Roten Kreuzes sieben Personen zur Verfügung gestellt. Sie stünden dienstags, mittwochs und freitags zur Verfügung. Bei 250 Besuchern pro Woche wäre diese Aufgabe ohne sie nicht bewältigbar gewesen

„Das klappt ganz gut“, zeigte sich der Heimleiter zufrieden. Draußen vor dem Heim sei von der Feuerwehr ein Zelt aufgestellt worden, in dem sich die Besucher während der Kälte der letzten zwei Wochen aufwärmen konnten. Die Bundeswehr habe man nicht in Anspruch nehmen müssen, weil „wir schneller waren mit unserer Lösung.“ Die Bewohner selbst und das Personal würden innerhalb des Hauses von Pflegedienstkräften getestet. Das sei eine klare Aufteilung der Rollen.

Er sei dankbar für die tatkräftige Unterstützung, die er von außen erhalten habe. Damit sei auch die Kraft der Pflegenden nicht von ihrer eigentlichen Aufgabe abgezogen worden, denn das sei schon eine große Aufgabe, für deren Erledigung eine Pflegekraft komplett notwendig gewesen wäre.

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