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Buchdruck

Demonstration im Melanchthonhaus
Das Handwerk der Buchdrucker zählt nicht zu den ältesten. Über 500 Jahre hat es mittlerweile aber doch schon auf dem Buckel. Einen Einblick in seine Ursprünge, weit von der heute digital geprägten Drucktechnik entfernt, erhielten am Tag des offenen Denkmals die Besucher des Brettener Melanchthonhauses. In der Gedächtnishalle hatte Werner Zailer, Mitglied der Buchdruckerzunft der Vereinigung Alt-Brettheim e.V., neben den Stelltafeln der Dauerausstellung „Reformatoren im Bildnis“ einen Nachbau der ersten Buchdruckerpresse von Johannes Gutenberg aufgebaut. Sie bildete das Zentrum zunächst seines Vortrags später auch der Demonstrationen der alten Drucktechnik. Zailer zeigte sich beeindruckt von den Druckstücken, die seine drucktechnischen Vorfahren mit einfachsten Mitteln herstellten. Er staunte fast noch mehr als die Besucher über den Farbreichtum, der damals schon möglich war. Er könne sich beim besten Willen nicht vorstellen, „dass ich einen Druck in der gleichen Fingerfertigkeit fertig kriegen würde“. In den Reihen der Buchdruckerzunft im VAB gebe es allerdings einen Kalligraphen, der dazu wieder in der Lage sei. Der habe auch schon die Gründungsurkunde eines Dorfes im Auftrag der Gemeindeverwaltung für ein Jubiläum reproduziert. Einer ruhige Hand und viel Zeit und Geduld bedürfe das. „Das kostet aber ein bisschen. Ein solches Werk ist nur eine Frage des Preises,“ lächelt Zailer vielsagend ehe er in ein flottes Lederschürzchen gewandet die rund zwanzig Besucher zur Demonstration nach vorne zur Druckerpresse bittet. Ums Rumgucken entsteht dort ein altes Brettener Stadtwappen. Und auch dazu gibt es die gehörigen Erläuterungen, immer im allerschönsten Brettener Dialekt. Da tut sich die aus Rumänien stammende Zuhörerin doch ein bisschen schwer, ebenso wie der Franzose, der nichtsdestotrotz immer wieder fleißig mit Fragen nachhakt. Die Druckerkunst ist nur ein Aspekt des Tages des offenen Denkmals. Am Druckstock vorbei und durch die Stelltafeln der Dauerausstellung „Reformatoren im Bildnis“ (noch bis 11. Dezember zu sehen) schlängeln sich immer wieder Neugierige. Mal als Paar wie Manfred Wartig und seine Frau. Sie betrachten den Tag des offenen Denkmals als gute Gelegenheit endlich einmal das Melachthonhaus besuchen zu können, „denn als arbeitende Bevölkerung kann man nur schwer zu den normalen Öffnungszeiten kommen“. Jetzt allerdings sind die beiden Freudensteiner schwer beeindruckt, gibt das Melanchthonthaus doch einen Blick frei „in einen Teil unserer Kultur, der uns alle prägt“. Mal aber auch eine große Gruppe, die von Axel Lange geführt wird. So etwa eine 21-köpfige, etagte Gymnasialgruppe aus Bietigheim-Bissingen, die einen Teil ihr Klassentreffens ins Melanchthonhaus verlegt hatte. Sei zeigten sich nicht nur vom Haus, sondern auch „vom unheimlichen Wissen von Axel Lange beeindruckt und von der Art wie er es vermittelt“.    

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