Brunnen sprudeln noch nicht

Brunnen verleihen vielen Dörfern erst einen unverwechselbaren Charakter. Das gilt erst recht für solche, die unmittelbaren Bezug zu Geschichten oder Sagen haben, die sich um das jeweilige Dorf ranken.

Etwa bei der Wöschbacher „Ölfunzel“ oder dem Wössinger „Mondspritzer“. Das starke Stück Heimat ist in vielen Fällen überdies ein unübersehbares Signal für den Frühling. Dann nämlich, wenn Nachbarn oder Heimatfreunde die Brunnen zu Ostern in Osterbrunnen verwandeln. Das hat in diesem und im letzten Jahr wegen Corona nicht mehr in allen Fällen geklappt.

In Jöhlingen und Wöschbach hat man sich diese Tradition dennoch nicht vermiesen lassen. Die „Unabhängige Walzbachtaler Initiative“ (UWI) hat auch in diesem Jahr unter der Leitung von Thomas Vollmer den Wendelinusbrunnen mit unzähligen knallbunten Ostereiern geschmückt und damit den Wasserspender zum Farbtupfer auf dem Jöhlinger Kirchplatz gemacht.

Arno Borlinghaus, Vorsitzender des Obst-, Wein- und Gartenbauvereins Wöschbach, hat das zu Anfang dieses Monats aus Infektionsschutzgründen fast im Alleingang mit der „Ölfunzel“ in der Wöschbacher Wesostraße getan. Von vielen Bürgern wurde die Gelegenheit mittlerweile genutzt, so berichtet er, am Brunnen sogenannte Wunschzettel zu  befestigen.

Ein wesentliches Element allerdings fehlt bis jetzt allen Brunnen: das Wasser. Aus unterschiedlichen Gründen sprudelt es noch nicht aus den Brunnenstöcken. Mal haben es die Bauhöfe der Gemeindeverwaltungen aus Arbeitsüberlastung wegen Corona noch nicht geschafft, mal zögert man noch wegen der Gefährdung durch Spätfröste noch mit der Inbetriebnahme.

In Walzbachtal gibt es derzeit vier aktive Brunnen: den Sankt Wendelins Brunnen, der auch Kreuz-, oder Osterbrunnen genannt wird, den Brunnen auf dem vorderen Teil des Kirchplatzes, der Brunnen am Wössinger „Bloh“ und der Mondspritzbrunnen am Bürgerpark. An der Kreuzung von Langentaler- und Jöhlinger Straße sitzt überdies der Hirtenbrunnen und vor der Jöhlinger Apotheke ein Brunnen, der vom ehemaligen Jöhlinger Bürgermeister Friedrich Protz gestaltet wurde.

Vor der Inbetriebnahme werden die Brunnen in jedem Frühjahr gründlich gereinigt, versichert Bürgermeister Timur Özcan. Durch die Trockenlegung über die Wintermonate verunreinigen die Brunnensohlen. Deshalb  würden die Brunnen nach der Inbetriebnahme rasch verkeimen und veralgen. Während der Inbetriebnahme werde die Dichtigkeit der Anschlüsse geprüft, denn während des Winters könne es vorkommen, dass Dichtungen platzen.

Die Inbetriebnahme der Brunnen ist nach den letzten Frösten, im Laufe des Aprils, geplant. Die Mitarbeiter des Baubetriebshofes reinigen die Brunnen und führen gegegenenfalls kleine Reparaturen durch. Für die Inbetriebnahme und Reinigung werden zwei Arbeitskräfte gut einen Tag benötigen. Durch die Sonnenstrahlen über die Sommermonate erwärmt sich das Wasser, hier müssen Kontrollen und Reinigung nach Bedarf erfolgen. 

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