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Bohren oder reaktivieren?

Gemeinderat lotet Möglichkeiten der Walzbachtaler Trinkwasserversorgung aus / Enthärtung auf der langen Bank

Der Klimawandel macht vor der Region nicht Halt. Die Sommer werden auch hier heißer und trockener. Die Grundwasserpegel reagieren empfindlich auf die Trockenheit. Schon zu Beginn des vergangenen Jahres hatte sich deshalb der Walzbachtaler Gemeinderat mit der Wasserbedarfsdeckung in den kommenden beiden Jahrzehnten und möglicherweise bevorstehende Wasserknappheit beschäftigt. Bei Ausfall eines Brunnens könne der Tagesspitzenbedarf an sehr heißen Tagen im Jahr 2035 nicht mehr gedeckt werden, so hieß schon damals eine Prognose, die durch ein hydrogeologisches Gutachten bestätigt wurde.

Die Ergebnisse des Gutachtens stellte Doktor Maximilian Morio dem Gemeinderat vor. Bereits im Jahr 2017 habe ein sehr trockenes Jahr nur 40 Prozent des langjährigen Niederschlagsmittels erbracht. „Daran gibt es nichts zu rütteln und das wird sich auch nicht ändern“, zeichnete Morio ein düsteres Bild der Auswirkungen des Klimawandels.

Bei seiner Suche nach Problemlösungen stieß er im Prinzip auf zwei Möglichkeiten, wie dem den potenziellen Wassernotstand begegnet werden könne. Die eine Variante ist ein neuer Brunnen. Mehrere Standorte kämen in Frage. Er favorisierte einen der nördlich des Walzbachs in Jöhlingen liege. Mit einer Erkundungsbohrung könne man Gewissheit erhalten, ob der Standort eine ausreichende Schüttung bringen könne.

Als Alternative biete sich der seit Jahren für die Trinkwasserförderung stillgelegte Brunnen in den Pfalzwiesen an. Die dort gemessenen Nitratwerte seien in den letzten Jahren unter den Grenzwert von 50 Milligramm gesunken. Eine neue Förderung könnte sich jedoch als kritisch dann erweisen, wenn der Einzugsbereich des Brunnens sich deutlich in jene Gebiete hinein erweitere, aus denen die Nitratbelastung komme.

Jutta Belstler (CDU) wollte noch mal in den Diskurs über die Trinkwasserenthärtung gehen. Für sie stand fest, dass man dieses schon seit Jahren diskutierte Projekt schieben müsse. Priorität hätten im Augenblick andere Maßnahmen. Zuerst müsse die Wasserversorgung für neue Baugebiete gewährleistet sein. Erst in einem dritten Schritt könne man das große Projekt Trinkwasserenthärtung angehen. Michael Futterer (Grüne) und Lukas Akkan (SPD) machten ebenfalls auf das langfristige Projekt aufmerksam. Vor fünf Jahren konnte sich auch Bürgermeister Timor Özcan eine Realisierung nicht vorstellen.

Der TV Wössingen spürt das gleiche Problem nicht weniger. Der Brunnen, aus dem in den vergangenen Jahren der Rasen beregnet wurde, sei im vergangenen Sommer fast vollständig versiegt. Der Verein beantragte deshalb bei der unteren Wasserbehörde die Herstellung eines neuen Brauchwasserbrunnens. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag nur unter der Bedingung zu, dass negative Beeinflussung der Trinkwasserversorgung ausgeschlossen sei. Maximilian Morio mochte nämlich nicht ausschließen, dass ein solcher Brunnen die Grundwasserströme negativ beeinflussen könne. Das Trinkwasser aber genieße absolute Priorität, waren sich Gemeinderat und Bürgermeister einig.

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Kommentare (1)

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    Steffi

    |

    Als Antwort auf: Bohren oder reaktivieren?
    .. umliegende Gemeinde haben Bodenseewasser, wir nicht. Umliegende Gemeinden brauchen keine Entkalkungsanlagen (privat oder zentral), wir schon. Umliegende Gemeinden hatten letzen Sommer kein Problem mit dem Grundwasserspiegel, wir schon

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