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Blick hinter Waldkulisse

Oberderdinger Waldspaziergang am Horn
„Das hat der Michael aber wieder toll gemacht!“ Diese Anerkennung hörte man am vergangenen Samstag wiederholt zwischen Bratwurst, Stockbrot und Punsch am Lagerfeuer vor der Steinmetzhütte im Gemeindewald Oberderdingen. Gemeint war Gemeindeförster Deschner, der zusammen mit Bürgermeister Thomas Nowitzki zum neunten Mal zum Waldspaziergang einlud.

Rund 70 Teilnehmer nahmen in diesem Jahr daran teil. Die Resonanz war durchweg positiv. Beate und Rolf Stäble aus Oberderdingen waren zum ersten Mal dabei und fanden es sehr aufschlussreich, einmal hinter die Waldkulissen schauen zu dürfen. „Man hat nun eine bessere Vorstellung davon, wie Forstarbeit heutzutage aussieht. Zu sehen, wie traditionelle Handarbeit auch hier der Industrialisierung weicht, ist schon sehr beeindruckend.“

Ausgangspunkt der Exkursion war die Grillhütte auf dem Derdinger Horn. Von dort ging es zu fünf Stationen an denen Michael Deschner in diesem Jahr schwerpunktmäßig auf das Thema Holzwirtschaft einging. 520 Hektar unterliegen seiner Bewirtschaftung. „Mit einem Baumbestand, der zu 50 Prozent aus Buchen, zu 17 Prozent aus Eichen und zu 33 Prozent aus Nadel- und Laubhölzern besteht, sind wir auf dem Holzmarkt breit aufgestellt“, erklärte der Förster und Waldpädagoge. „Diese Auswahl ermöglicht eine flexible Reaktion auf den aktuellen Bedarf.“ Weiter ging er auf die Produktion der verschiedenen Holzsorten ein: Stammholz, Brennholz und Industrieholz. Auch der Einsatz des „Harvesters“, einem Holzvollernter, wurde vorgeführt. Im Jahr werden hiermit durchschnittlich zwischen 500 und 900 Festmeter in drei bis vier Meter lange Stücke zerlegt. Der Rest wird noch immer manuell gemacht. Weiteres Thema war das Eschetriebsterben, das auch die Wälder von Oberderdingen nicht verschonte. Deschner berichtete, dass man deshalb im Oktober frühzeitig recht viel Einschlag durchgeführt hätte, um den Schaden bestmöglich zu begrenzen. Weiter ging es zur Demonstration einer Wertästung. In luftiger Höhe zeigte Christian Rothfritz, der zusammen mit seinem Vater Christian zusätzlich zur Waldarbeit sehr schöne rustikale Waldmöbel herstellt, eindrücklich die Maßnahme zur Verbesserung der Holzqualität an einer Douglasie. Auch Grossvillars Ortsvorsteher Oskar Combe, der zusammen mit Ehefrau Gabriele und Nachbarin Ilona Pleines am Waldspaziergang teilgenommen hat, fand ebenso anerkennende Worte für die informative Veranstaltung der Waldarbeiter, sowie für den gemütlichen Abschluss an der Steinmetzhütte.

20170128 Waldspaziergang Oberderdingen 03 a

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