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Betreuung in Gefahr

Eltern von Hort und Kernzeit fühlen sich übergangen

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat sich die Gemeinde Walzbachtal auf ihre Fahnen geschrieben. Mit Hort und Kernzeitbetreuung hat sie dafür ein Betreuungssystem ausgearbeitet. Ein System , das der Gemeinde immerhin 810.000 Euro pro Jahr abfordert, worauf FDP-Gemeinderat Werner Schön während der Haushaltsberatungen hinwies. Damit jedoch scheint in der gegenwärtig prekären finanziellen Situation für die Gemeinde das Ende der Fahnenstange erreicht.

Die Gemeinde kann nicht mehr so viele Betreuungsplätze in Kernzeit und Hort zur Verfügung stellen wie von den Eltern gewünscht werden. Das Geld für zusätzliches Personal und den Ausbau der notwendigen, räumlichen Kapazitäten ist einfach nicht mehr da. Die auf der Warteliste stehenden Kinder können nicht alle berücksichtigt werden. Doch wie sehen die Kriterien aus, nach denen die freien Plätze vergeben werden? Dafür hat der Gemeinderat in nichtöffentlichen Beratungen einen Kriterienkatalog ausgearbeitet. Berücksichtigt werden sollen vor allem Kinder, deren Eltern mindestens  16 Stunden pro Woche arbeiten und das auch bestätigen können, die in Walzbachtal wohnen und tatsächlichen Betreuungsbedarf haben. Das wird ergänzt durch einen weiteren, sieben Punkte umfassenden Katalog. Im Extremfall kann das dazu führen, dass ein Elternpaar im nächsten Jahr keinen Platz für sein Kind erhalten könnte, das in den vergangenen drei Jahren die Kernzeit besucht hatte.

Nicht gegen den Katalog selbst, vielmehr gegen die Art seiner Aufstellung laufen jetzt die Walzbachtaler Eltern Sturm. Elternbeiräte der Kindergärten und Grundschulen brachten ihre Besorgnis und ihren Protest zu Beginn der Gemeinderatssitzung zum Ausdruck. Rund 40 Eltern und Erzieherinnen versuchten die Fragestunde zu einem Tribunal zu machen. Timur Özcan und musste sich dabei auch schwere Vorwürfe an seine Adresse anhören. Über dieses kitzlige Thema im Gemeinderat zu entscheiden, ohne vorher mit den Eltern gesprochen zu haben, sei ein ganz klarer Verstoße gegen sein im nicht lange zurückliegenden Wahlkampf gegebenes Versprechen, das Gespräch vor Entscheidungen zu suchen. Schließlich war sogar die Rede davon, dass sich die Gemeinde nach einer solchen Entscheidung einer „Klagewelle“ gegenüber sehen könnte, von Leuten, die sich benachteiligt fühlen.

Die Gemeinderäte zeigten sich zunächst beeindruckt von dem Engagement der Eltern und gingen noch einmal in die Diskussion. Zu Lukas Akkans Vorstoß (SPD), die Entscheidung noch einmal zu verschieben und ein für den 4. Februar terminiertes Gespräch mit den Eltern abzuwarten, wollte sich der Gemeinderat indessen nicht mehr durchringen. Mit dem Verschieben der Entscheidung könnten Anmeldefristen nicht mehr eingehalten werden, warnte Sachgebietsleiter Esther Breuninger. Das könne keinen neuen Sachstand und eher Verzögerung bei der Zuteilung der Plätze bringen, meinte eine große Mehrheit und wollte „nicht noch mal das Fass aufbohren,“ wie Tino Villano (CDU) formulierte. Die vorgelegten Kriterien seien gerecht und sozial, meinte er.

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