Besseres Rollen

Berghausener Ortsdurchfahrten werden saniert.

Pfinztal steht vor einer einzigartigen Chance, den Zustand der Berghausener Ortsmitte dramatisch zu verbessern. Die B293 und die B10 sollen eine grundhaft Erneuerung erhalten. Dem Gemeinderat wurde das Vorhaben von Jürgen Genthner vorgestellt. Betroffen sein wird auch Walzbachtal. Eine der Ausweichstrecken ist die L559, die von Weingarten nach Jöhlingen führt. Begonnen werden soll am 25. Mai, wenn die Baumaßnahmen in der Jöhlinger Straße in Weingarten sicher beendet sein werden.

Der Referatsleiter Straßenbau im Regierungspräsidium bezeichnete die Sanierung als absolutes Straßenbau-Top-Projekt des gesamten Regierungspräsidiums. Es stünde im Regierungspräsidium auf Platz eins und sogar noch im Land auf Platz acht aller baden-württembergischen Straßenbaumaßnahmen. Der B293-Zweig schafft es immerhin auf Platz 19 landesweit. Die Kreuzung von B293 und B10 sei einer der bedeutendsten Verkehrsknoten im Landkreis Karlsruhe.

Das Lebensende der Fahrbahn sei erreicht, meinte Genthner. Risse und Verformungen seien unübersehbar. Das Geld für die Sanierung sei da. Inwieweit es auch in fünf Jahren noch zur Verfügung stehen würde, vermochte er nicht zu prognostizieren.

Damit begegnete er der von mehreren Gemeinderäten geäußerten Befürchtung, kurz nach der Sanierung der beiden Bundesstraße müssten sie eventuell erneut aufgerissen werden zum Austausch der maroden Wasser- und Abwasserleitungen. Ihr ginge das alles „viel zu husch husch“, meinte die Fraktionsvorsitzende der Grünen Monika Lüthje-Lenhart. Mit dem schnellen Vorpreschen begebe man sich der Möglichkeit, die 120 Jahre alten Abwasserkanäle in einem Aufwasch mit den beiden Bundesstraßen zu sanieren. Für die Bürger gebe es ein unmögliches Bild ab, wenn man in drei bis vier Jahren die gerade sanierte Straße erneut aufreißen müsste.

Ein Problem, auf das auch Volker Vortisch für die SPD aufmerksam machte. „Die Bürger würden uns für bekloppt halten“, wurde die SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Elsenbusch-Costerousse noch deutlicher. Bei rechtzeitiger Planung hätte man über die parallele Einbeziehung der Wasserleitungen durchaus nachdenken können. Die Verwaltung habe es versäumt, darüber frühzeitig zu informieren.

Edelbert Rothweiler freute sich zwar darüber, „dass das endlich angegriffen wird,“ merkte aber noch kritisch an, dass klimarelevante Aspekte ein Muss und kein „so weit wie möglich“ sein dürfe.

Der Beginn des vier Millionen teuren Projekts sei für den 25. Mai terminiert. Diesen Termin habe man deshalb gewählt, um sicher zu gehen, dass der Verkehr wieder rolle auf der Landesstraße 571 in der Jöhlinger Straße in Weingarten. Sie sei nämlich vorgesehen als Ausweichstrecke und wichtiger Teil eines Umleitungskonzepts, an dem man derzeit zusammen mit den Fachbehörden gearbeitet werde.

Details der rund sechsmonatigen Bauphase stellte Tim Neumann vom beauftragten Ingenieurbüro Infraplan vor. Mit dem Abschluss der Arbeiten rechnet er Ende November oder Dezember. Halbseitige Sperrungen seien unvermeidbar. Eine einwöchige Vollsperrung der B293 zur Sanierung der Brückstraße habe man in die verkehrsarmen Sommerferien gelegt. Die Lebensdauer der neuen Decke schätzte er auf zehn Jahre.

Im Zuge der Maßnahmen wolle man auch etwas für die schwächeren Verkehrsteilnehmer tun. Die Fußgänger würden breitere Gehwege erhalten. Die für Radfahrer sehr kritische, weil unfallträchtige Stelle an der Kreuzung von Brückstraße und B 293 wolle man entschärfen. Hundertprozentig zufrieden waren die Gemeinderäte mit der dafür vorgeschlagenen Lösung nicht. Dessen war sich Jürgen Genthner bewusst. Man müsse eben versuchen aus einer schlechten Situation das bestmögliche zu machen, weil man räumlich sehr eingeengt sei.

Eine solche Chance solle man nicht verstreichen lassen, appellierte Bürgermeisterin Nicola Bodner erfolgreich. Der Gemeinderat billigte die vorgelegte Planung einstimmig.

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