Header

Bauen auf der Insel

Ein historisches Stück Wössingen erhält ein Mehrgenerationenhaus / Vom AUT durchgewunken (Update 24.00 Uhr)

Die Wössinger Rappenstraße ist ein historisches Stück Wössingen und Ortsgeschichte. Der Name der Straße rührt von dem längst nicht mehr existenten „Rappen“, eine ehemaligen Dorfgaststätte. Der Bereich, wo heute Bürgergarten und Seniorenzentrum liegen, war ehedem in der Sprache der alten Wössinger die „Insel“. Es dürften nur mehr wenige leben, die den Ursprung der Insel noch selbst gesehen haben, mehr noch allerdings dürften um ihre Bedeutung wissen.

Die Erklärung geht so: Beim heutigen Seniorenzentrum zweigte vom Walzbach nach Norden der sogenannte Mühlenbach ab, der in seinem Unterlauf das Mühlrad der jetzt noch in der Durlacher Allee 6 stehenden Mühle antrieb. Müller Brauch hatte das Wasserrecht bis zum Bau der Kanalisation im Jahr 1956 inne. Es wurde ihm in diesem Zusammenhang abgekauft. Der Bereich zwischen den beiden Bächen hieß bei den Wössingern die „Insel“. Wer auf der „Insel“ wohnte, erhielt in der Regel das Attribut „Insel“ vor seinen Namen gesetzt. Aus Mina Bauer wurde so die Inselbauers-Mina. Oder der Insel-Lotsch.

Dessen Nachfahren wohnen immer noch dort. Auf einem stattlichen Grundstück in der Rappenstraße 9 wollen sie jetzt in einer interessanten, rautenförmigen Grundriss  ein Mehrgenerationenhaus mit Aufzug und zwölf Wohneinheiten bauen lassen, das alte Haus später abreißen. Heute Abend wird der Bauantrag im Walzbachtaler Ausschuss für Umwelt und Technik beraten. Das Projekt wird von Architekt Frank Simon durchgeführt. Vom Ausschuss wurde es einstimmig durchgewunken, wer hätte auch schon Bedenken gegen ein Vorhaben, das dringend benötigten Wohnraum schafft.

Bedenken der üblichen Art wurde nämlich trefflich begegnet. Erstmals kam dabei die vom Gemeinderat im letzten Jahr verabschiedete Stellplatzsatzung zur Anwendung. Für die zwölf Wohnungen müssen 23 Stellplätze zur Verfügung gestellt werden. Auch Unterstellmöglichkeiten für Fahrräder sind vorgesehen. Im Bereich des Walzbachs gelegen könnten einige Probleme wegen des Grundwassers auftreten, wie Nachbarn fürchteten.

Jutta Belstler forderte deshalb, dass das Projekt ohne Grundwasserabsenkung realisiert werde. Sie lobte es ausdrükcklich dafür, dass es ansprechende Wohnungen bringe und sich in die umgebende Wohnbebauung einfüge und mit Photovoltaik ausgestattet werde. .

Haus in der Rappenstraße (im Volksmund Inselbauers Mina) vor dem Abriß 1984
Nach dem Abriss der Inselbauers Mina und vor dem Bau des Bürgergartens im Jahr 2002.
Angrenzend an den Bürgergarten soll das Mehrgenerationenhaus entstehen.

In einem zweiten Bauantrag soll der Ausschuss über eine ebenfalls stattliche Bauvoranfrage beraten. In der Schillerstraße 7 soll ein Mehrfamilienhaus mit sechs Wohneinheiten entstehen.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Home Footer Links