Bauboom bringt Parkdruck

Walzbachtaler Gemeinderäte lehnen Bauanträge ab

Im Mitteilungsblatt der Gemeinde Walzbachtal wird derzeit fast jede Woche mantramäßig und mit Fotos untermauert unter der Überschrift „Parkdruck“ die Aufforderung wiederholt, die lieben Autofahrer sollten doch ihre Autos nicht auf der Straße parken, sondern in den Garagen und Stellplätzen, die dafür gebaut wurden. Die Wiederholungen der Aufforderungen lassen darauf schließen, dass nichts besser besser, eher schlechter wird.

Eine weitere Beobachtung lässt diese Befürchtung wachsen: Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Es wird noch schlimmer werden. Sehr viele Bauanträge, die der Gemeinderat oder der Ausschuss für Umwelt und Technik in den letzten Monaten beraten haben, werden Mehrfamilienhäuser in Straßen bringen, die ohnehin schon unter enormem Parkdruck stöhnen.

Dies obwohl die Gemeinderäte vielfach alles tun, um solche Entwicklungen möglichst zu mäßigen. Ein Beispiel dafür war die letzte Sitzung des Umweltausschusses. Er war mächtig ungehorsam. Er widersprach gleich mehrfach Beschussvorschlägen der Bauverwaltung des Walzbachtaler Rathauses. Und dies in dem Bewußtsein, dass nach Einschätzung der Verwaltung aller Voraussicht nach das Baurechtsamt des Landratsamtes diese Entscheidung wieder revidieren wird.

Das traf vor allen Dingen auf zwei Bauanträge in der Wössinger Straße zu. Den geplanten Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit neun Wohneinheiten in der Wössinger Straße 116 empfand der Gemeinderat als zu massiv und im Widerspruch zu Paragraf 34 der Landesbauordnung. Die Gemeindeverwaltung hatte Zustimmung vorgeschlagen unter Berufung auf das Baurechtsamt des Landratsamt. Das nämlich werde „ein fehlendes gemeindliches Einvernehmen“ über den Haufen werfen. „In Kenntnis dieser Rechtsauffassung empfiehlt die Verwaltung, nicht weiter am  Versagen des Einvernehmens festzuhalten. Sollte das Gremium das gemeindliche Einvernehmen weiterhin versagen, wird das  Landratsamt im Rahmend er Ersatzvornahme eine Genehmigung erteilen. Gegen diesen Bescheid könnte die Gemeinde bei Bedarf Rechtsmittel einlegen.“

Davon ließ sich der Ausschuss wie gesagt nicht einschüchtern und versagte die Zustimmung. Ein Vorhaben dieser Größe war in Form von 2 Einzelhäusern mit insgesamt 9 Wohnungen schon einmal mit Baugenehmigung 2015 genehmigt worden. Lange rottete das Haus darauf vor sich hin. Vor ein paar Tagen wurden die ersten Absperrungen aufgestellt, heute morgen ein erste Container für die Entkernung aufgestellt.

Wössinger Straße 041 soll einem Neubau weichen.

Ähnliches beim Neubau. Das gleiche für den Neubau eines Mehrfamilienwohnhauses mit vier Wohneinheiten in der Wössinger Straße 41. Auch dort ist damit zu rechnen, dass sich die Zahl der Autos auf diesem Teilstück der Wössinger Straße vergrößern wird.

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Kommentare (5)

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    Zuhörer

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    Gibt’s den Ortsheriff eigentlich noch? Müsste doch jede Mengen Einnahmen für die Gemeinde generieren können, bei den vielen Parksündern. Da kommt oft kein Kinderwagen oder Kind mit Fahrrad durch.

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    Dorfmuggel

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    Die Gemeinde sollte gerade in der Wössinger Str. die Parkplätze, die an der Straße beparkt werden dürfen, einzeichnen. In Weingarten wurde das z.B. in der Jöhlinger Str. gemacht, was zu einer Verbesserung des Verkehrsflusses geführt hat.

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    Daniela L.

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    Es würde auch schon wahnsinnig helfen, wenn die, die ein Grundstück haben, ihre Fahrzeuge dort auch abstellen würden, und Garagen nicht zweckentfremdet nur zum Wäschetrocknen etc. genutzt werden würden. Schade das hier die Gemeinde keine Chance hat einzugreifen und mal ein Machtwort zu sprechen.

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    Lars

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    @dorfmuggel: sofern kein verkehrsberuhigter Bereich (oder per Verkehrszeichen ongeordnet) sind eingezeichnete Markierungen nur Empfehlungen und rechtlich nicht bindend. Genau wie auch die Lichthupe beim Überholen wollen nicht generell verboten ist…Aber wie so oft wissen das viele nicht. Wäre gut, wenn die lieben Verkehstteilnehmer mal die StVO wirklich GENAU kennen würden…
    @Daniela L.: Genau, alles regulieren und reglementieren. Schade, das wir Bürger überhaupt noch so was wie Rechte haben, etwas nach freiem Willen selbst zu entscheiden…

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    Dorfmuggel

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    Als Antwort auf: Bauboom bringt Parkdruck
    @Lars: ja, und? Das Aufstellen eines entsprechenden Schildes ( Zeichen 314 „Nur innerhalb der markierten Parkflächen“ ) sollte jetzt nicht das Problem sein, oder? Oder gibt es einen konstruktiven Gegenvorschlag?

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