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Barockkreuz in neuem Glanz

Vor dem Jöhlinger Elisabethenhaus

Auf Jöhlinger Gemarkung gibt es viele Kreuze, die vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten von Jöhlinger Bürgern gestiftet wurden. Viele stehen an markanten Orten und etliche davon waren oder sind immer noch das Ziel von Prozessionen. Im Lauf der Jahrzehnte und teilweise auch Jahrhunderte nagte der Zahn der Zeit an den meist aus Sandstein gefertigten Kreuzen.

Nicht anders ging es dem Kreuz an der Bahnhofstraße 37. Das Barockkreuz, das wohl das zweitälteste (1746) aller Jöhlinger Feldkreuze ist, wurde um 1935 von seinem ursprünglichen Standort an der Ecke Grombacherstraße – Freiheitstraße vor das Elisabethenhaus versetzt. Früher war es sicher Stationskreuz bei Flurprozessionen. Am neuen Standort hat es diese Funktion beibehalten als dritte Station der jährlichen Fronleichnamsprozession.

Barockkreuz vor dem Elisabethenhaus in Jöhlingen

Sein beklagenswerter Zustand wurde nach der Sanierung des dahinter liegenden katholischen Kindergartens Sankt Elisabeth noch augenfälliger, bildete es damit einen scharfen Kontrast zum strahlenden Glanz des dahinter liegenden Gebäudes. Eine Restaurierung war unumgänglich. Ein kompliziertes Genehmigungsverfahren wurde in Gang gesetzt, an dem der Jöhlinger Pfarrgemeinderat, das Erzbischöfliche Ordinariat, das Landesdenkmalamt und der Stiftungsrat der katholischen Kirchengemeinde Bretten-Walzbachtal beteiligt waren. Nach dessen Abschluss wurde im Frühjahr 2019 mit der Restaurierung begonnen. Die Koordinierung der Aufgaben übernahm der Bausachverständige der Jöhlinger Pfarrgemeinde Wolfgang Bohmüller. Dem Historiker liegen die Zeugen der Vergangenheit seiner Heimat sehr am Herzen.

Zum Vergleich der Blick auf den historischen Zustand des Kreuzes

Sämtliche Eisenklammern mussten entfernt und durch Stein-Vierungen ersetzt werden. Außerdem wurde der ganz mit Erde bedeckte Sockel freigelegt. Beim Abnehmen der stark beschädigten Abdeckplatte kam am Kreuzbalken eine Vase zum Vorschein, die vorher nicht zu sehen war. Weitere Fehl- und Ausbruchstellen am Kreuz, am Sockel und am Korpus wurden durch den Steinmetz erneuert.

Danach begann der Restaurator seine Arbeit am Kreuzbalken, dem Kreuztitel und dem Sockel. Sie wurden in den Farbtönen nach historischem Befund mit Silikatlasuren gefasst. Eine Besonderheit dieses Kreuzes sind florale Elemente deren ursprüngliche Farbgebung durch Farbanalysen wiederhergestellt werden konnte. Wie bei einem Barockkreuz üblich wurden Krone, Nägel und die Kordel am Lendentuch vergoldet. Mit der Wiederherstellung der Inschrift am Sockel und am Kreuztitel konnte die Sanierung beendet werden.

Die Kosten beliefen sich auf rund 16.000 Euro. Zur Finanzierung trugen die politische Gemeinde Walzbachtal, der Bauförderverein St. Martin Jöhlingen/Maria Königin Wössingen und der Bastelkreis der katholischen Kirchengemeinde mit Zuschüssen bei. Ganz besonders hervorgetan haben sich bei den Renovierungsarbeiten, so betont Wolfgang Bohmüller, die Nachbarn und Freunde Alois Braun, Thomas Seubert und Egon Vogel. Sie hätten mit vielen Arbeitsstunden und Bereitstellung von Materialien ebenfalls zur Kostenreduzierung beigetragen.

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