B293 die III.

Silke Meyer

Stellungnahme der SPD-Fraktion zum Planfeststellungsverfahren für die Ortsumgehung Jöhlingen

Seit vielen Jahren haben sich Verwaltung und Gemeinderat für den Bau einer Ortsumgehung der B 293 in Jöhlingen eingesetzt. Alle bisherigen Entscheidungen hierzu sind vom Gemeinderat einstimmig getroffen worden. Gründe für den Bau waren und sind

– die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität der Anwohner im Bereich der Ortsdurchfahrt B 293 hinsichtlich Verringerung von Lärm und Schadstoffen

– Erhöhung der Verkehrssicherheit aufgrund weniger Unfällen mit möglichen Schwerverletzten und Toten und

– Aufhebung der Trennwirkung und der Zerschneidung des Ortsteils.

Wir verstehen, dass auch aufgrund der Klimaschutzproblematik sich gerade in jüngster Vergangenheit nicht nur Befürworter für die Umgehung finden. Wir können deren Argumente, wie insbesondere eine Versiegelung bisher unbebauter Flächen und der Eingriff in ein Landschaftsschutzgebiet, gut nachvollziehen. Wir haben diese aber mit den Vorteilen einer Umfahrung abgewogen und wir kommen zum klaren Entschluss, dass die Vorteile überwiegen.

Betrachtet man die aktuelle B 293, sind schon die vielen Kraftfahrzeuge kritisch zu bewerten. Der hohe Anteil an Schwerlastverkehr ist aber noch weitaus problematischer.

Nach der Fortschreibung der Verkehrsuntersuchung im Jahr 2019 wird für die alte B 293 ohne Realisierung einer Umgehung für das Jahr 2035 eine Verkehrsbelastung von circa 20.300 Fahrzeugen pro Tag, davon circa 2.370 Schwerlastverkehr, prognostiziert. Eine Umgehung führt nach dem Verkehrsgutachten zu ganz erheblichen Verkehrsentlastungen in der Ortslage.

Zwischen Karlsruhe und Heilbronn gibt es auf der B 293 nur noch in Berghausen und Jöhlingen Ortsdurchfahrten. Wenn zukünftig der Verkehr, insbesondere der LKW-Verkehr, außerhalb Jöhlingens verläuft, ist das eine große Chance für diesen Ortsteil. Jöhlingen wird durch die stark befahrene Bundesstraße nicht mehr in zwei Teile geteilt. Der Schulweg für die Kleinsten wird sicherer und alle zu Fuß Gehende und Radfahrende können ohne eine Gefahr, wie sie bisher besteht, den anderen Teil Jöhlingens aufsuchen. Endlich können die Bewohner der Jöhlinger Straße zwischen Badischem Hof und Ortsausgang wieder Fenster öffnen, weil Schadstoffe und Lärm sich erheblich verringern.

Berücksichtigt werden muss auch, dass die B 293 zwischen Jöhlinger Buckel und Ortseinfahrt durch die Hohle, den zum Teil schmalen Straßenquerschnitt und durch die unübersichtliche Kuppe sehr gefährlich ist. Hier sind jederzeit schwerwiegende Unfälle zu befürchten. Auch im weiteren Verlauf in der Ortsdurchfahrt Jöhlingen staut sich oft der Verkehr auf der alten B 293 aufgrund des schmalen Straßenquerschnitts, der schmalen Bahnunterführung, der engen Kurvenradien, der Abbiegespur Richtung Weingarten und den zwei Fußgängerampeln, was eine erhebliche Gefahrenquelle bedeutet und zusätzliche Schadstoffe emittiert.

Wie anfangs bereits erwähnt, verkennen wir nicht die Nachteile, die die Ortsumgehung bringt. So wird sich für das Baugebiet Attental der Lärmeintrag erhöhen. Wir befürworten, dass in der Stellungnahme der Gemeinde zum Planfeststellungsverfahren vom Vorhabenträger ein aktiver Lärmschutz gefordert wird! Zusätzlich wird verlangt, dass nach dem Bau der Umgehung die Lärmwerte gemessen werden. Sollte sich dann ergeben, dass der Lärmschutz nicht ausreicht, sind weitere Lärmschutzmaßnahmen unumgänglich. Auch die in der Stellungnahme vorgesehenen weiteren Anmerkungen zum möglichen neuen Standort eines Feuerwehrgerätehauses, zum Hochwasserrückhaltebecken und zu den Ausgleichsmaßnahmen befürworten wir nachdrücklich.

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