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Apfelsaft wächst nicht auf den Bäumen

Pressmobil beim Wössinger Obst- und Gartenbauverein

Nicht erst beim Erntedankfest der Kirchen wurde deutlich: Die Apfelernte fällt dieses Jahr reichlich aus. Das Fallobst unter den Bäumen legt davon Zeugnis ab. Das ist die Zeit des Wössinger Obst- und Gartenbauvereins. Er bietet schon seit vielen Jahren eine Apfelpressaktion an.

Sebastian Engel hatte dafür eine mobile Presse aus Wiesloch geordert. Der Pole Bartosch Slabosz ist damit in ganz Süddeutschland unterwegs, besonders in den Apfelanbaugebieten am Bodensee und grenzüberschreitend selbst in der Schweiz und Frankreich. Schon weit im Vorfeld hatten nicht weniger als 43 Apfelbaumbesitzer ihr Interesse daran bekundet, die meisten aus Walzbachtal selbstverständlich.

Damit kein Chaos entsteht, hatte der Organisator mit einem ausgefeilten Benachrichtigungssystem dafür gesorgt, dass immer nur der vor Ort war, der als nächstes mit seinen prall gefüllten Säcken und Körben vorfahren durfte. Nicht ohne in diesem besonderen Jahr im Zeichen von Corona die Hygiene-Regeln zu beachten. Alle waren angehalten, nicht nur Abstand zu halten, sondern auch mindestens Alltagsmasken zu tragen. Alle hielten sich daran.

Die Äpfel wurden gewaschen, geschreddert und der Saft dann behutsam mit einer sogenannten Pack-Presse gewonnen. Haltbar gemacht wurde er in einem Durchlauferhitzer, der den Saft auf 82 Grad erwärmt. Abfüllen lassen konnte man ihn in 5- oder 10-Liter-Kartons a 4,50 Euro (die 5-Liter-Variante).

Sebastian Engel war mit seiner Großfamilie schon früh am Morgen weit vor sieben Uhr als erster vor Ort, hatte er doch mit vier Tonnen Brettacher, Boskop, Goldparmänen, Renette oder Golden Delicius ein riesiges Kontingent, aus dem am Ende 2400 Liter Saft flossen.

Die jüngsten Teilnehmer der Aktion kamen aus dem kommunalen Waldkindergarten. Die „Frechdachse“ waren am Morgen zur Apfelernte auf einem gemeindeeigenen Grundstück zwischen REWE und dem Hofladen Unterweger losgezogen. Nach dem Frühstück und einem weiteren langen Spaziergang hatten die Kinder einen Riesenspaß beim Einfüllen der selbst gesammelten Äpfel in das Mahlwerk und an dem aus der Presse sprudelnden Apfelsaft.

Nach dem ersten frischen Schluck konnten sie im Bollerwagen immerhin 15 Kartons zurückziehen zu ihrem Domizil beim Hasensprung. Ebenso kostenlos durften sie den Erkenntnisgewinn mit nach Hause nehmen: „Die Kinder wissen jetzt, dass der Apfelsaft nicht auf den Bäumen wächst, sondern dass man dafür etwas tun muss“, freute sich die Frechdachs-Leiterin Isabella Wenglein.

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