Alternative ganz groß

Konzert des Posaunenchors ersetzt das Gemeindefest

Das Gemeindefest des Posaunenchors und des CVJM gehört zu den festen Programmpunkten im Wössinger Kalender. Zwei Jahren nun schon konnte es wegen Corona nicht mehr stattfinden. Zum 40. Jubiläum wollten sich Dirigent Klaus Schneider und Obmann Karl-Ludwig Soldinger damit nicht abfinden.

Eine kleine Alternative wenigstens wollten die beiden coronagemäß im Garten des Dirigenten auf die Beine stellen. „Das Ergebnis ist nicht schlecht“, stapelte Klaus Schneider am Sonntagabend während der Realisierung mehr als tief.

Denn was als Notlösung nur gedacht war, entpuppte sich als großer Wurf. Maßgeblich dafür waren nicht ausschließlich die Interpretationen von Stücken von Johann Sebastian Bach, dem „Yesterday“ der Beatles, ein „Concerto Allegro“ von Vivaldi, „What a wonderful world“ von Louis Armstrong oder Audrey Hepburns „Moon River“ aus dem Frühstück bei Tiffanys. Die hohe musikalische Qualität des Wössinger Posaunenchors ist schon lange unumstritten und zeigte sich auch an diesem Abend, selbst wenn ein zarter Windhauch die Klarheit der Töne beeinträchtigte. In der Literaturauswahl sei er dadurch stark beeinträchtigt gewesen, gestand der Dirigent.

Dass am Schluss die Musiker mit lang anhaltendem Applaus und Standing Ovations verabschiedet wurden, hatte denn auch nicht nur mit der Musik, sondern sehr stark auch mit der Umgebung zu tun, in der sie ihre Musik zu Gehör brachten. Der parkähnliche, weitläufige Garten des Dirigenten wird von einem Bachlauf durchschnitten.

In Zeiten von Corona ein idealer Umstand, den man leicht nutzen und für Abstand sorgen konnte. Auf der einen Seite des Baches saßen die Musiker, auf der anderen die Zuhörer in lockerer Reihe. Hatte am Nachmittag noch ein Regenguss die Veranstaltung gefährdet, so warf jetzt eine milde Abendsonne ihre Strahlen durch das Laub der umgebenden Weiden und sorgte für eine zauberhafte Stimmung.

Die nicht über eine öffentliche Einladung, sondern ausschließlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda informierten rund 130 Besucher genossen die einem Festival gleichende Atmosphäre. Einige hatten es sich gar am Hang zum Bach auf Decken mit Snacks gemütlich gemacht. Wer „ohne“ gekommen war, der durfte sich an kleinen Köstlichkeiten bedienen, die Familien der Musiker gebacken hatten. Revanchieren davon konnte man sich mit einer Spende, die zu hundert Prozent den Flutopfern in Rheinland-Pfalz zugutekommen wird, versicherte Klaus Schneider.

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