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32 Bußgelder

Masken-Kontrolle des Polizeipräsidiums im ÖPNV

Die Zahl der Corona- Infektionen steigt im Moment stark an. Das mochten die Landesregierungen, im föderalen System an erster Stelle bei der Pandemie-Bekämpfung, nicht auf sich beruhen lassen. Mit Schwerpunktkontrollen zur Maskenpflicht im öffentlichen Personennahverkehr wollen sie den Anfängen wehren

und der aufkommenden Nachlässigkeit beim Tragen von Mund- und Nasenschutz begegnen. Nach Aktionen in der Stadt Karlsruhe in der vergangenen Woche war gestern der Landkreis dran.

Und das mit einem gewaltigen Personaleinsatz. In Bruchsal, Bad Schönborn, Philippsburg, Ettlingen und Bretten schwärmten 71 Beamte des Polizeipräsidiums Karlsruhe zur Kontrolle in Bussen und Bahnen aus, wie die beiden Pressesprecher vor Ort Kai Lampe und Heike Umminger informierten. Unterstützt wurden die Polizisten von den kommunalen Ordnungsdiensten und einem 30-köpfigen Team des Karlsruher Verkehrsverbundes, in Bretten unter der Leitung von Christoph Macedo.

Am Brettener Bahnhof war die Aktion schon von weitem unübersehbar. Drei Mannschaftswagen der Polizei dominierten den Eingangsbereich. Die Bahnsteige wimmelten nur so vor Uniformierten. Zu tun hatten sie eine ganze Menge, denn nicht alle hielten sich an die Maskenpflicht.

Auf jedem Schiff, das dampft und segelt, gibt es einen der die Sache regelt: Einsatzleiter Florentin Ochner

„Die typischen Fehler“, so berichtete Kai Lampe, „waren die, dass die Maske unter der Nase hing oder im Haltestellen- und Wartebereich überhaupt nicht getragen wurde“. Schon um neun Uhr morgens hätten 518 solcher Aufforderungen zur Korrektur ausgesprochen werden müssen. Dabei seien 62 Verstöße registriert worden. Ganz überwiegend habe eine mündliche Ermahnung genügt. Die Kontrollierten hätten in aller Regel sehr einsichtig reagiert. In zwei Fällen habe ein Bußgeld verhängt werden müssen. Das allerdings fällt nach der neuesten Corona-Verordnung mit bis zu 250 Euro stattlich aus.

Ziel der Aktionen sei es nicht, hunderte von Bußgeldern zu verteilen. In erster Linie wolle man mit der Maßnahme die Bedeutung des Maskentragens unterstreichen. „Vorschriften sind eben einzuhalten und das aus gutem Grund“, betonte Kai Lampe.

Etwas ausgebremst wurden die Beamten durch Schwierigkeiten auf der Stadtbahnlinie S4. Probleme im Stellwerk Jöhlingen sorgten für Verspätungen und Zugausfälle auf der Strecke zwischen Bretten und Grötzingen und damit aber auch dafür, dass die Wartezeiten bis zum Umsteigen der Beamten zwischen den Bahnen sich geringfügig dehnten.

Insgesamt wurden im kontrollierten Gebiet im Zeitraum zwischen 7 und 13.30 Uhr 5185 Personen kontrolliert. Lediglich 32 mussten bußgeldpflichtig verwarnt werden. Verstöße gegen die Maskenpflicht wurden 918 mal gezählt. Wer keine Maske dabei hatte, musste nicht mit dem Schlimmsten rechnen. Für sie hatten die Kontrollierenden Einwegmasken zur Hand, die bei Bedarf ausgeteilt werden konnten.

Die Initiative zu der Schwerpunktkontrolle ging vom Innenministerium aus. Es beauftragte die Polizeipräsidien, mit Kontrollaktionen die Einhaltung der Maskentragepflicht im ÖPNV gezielt zu überwachen. „Damit sollen die Bürger sensibilisiert und an ihre Pflicht erinnert werden, bei der Eindämmung der Pandemie mitzuhelfen“, sagte Florentin Ochner, der die Gesamtaktion im Landkreis leitete. Nach seinen vorläufigen Rückmeldungen habe er jedoch den Eindruck, dass der Großteil der Bahnfahrer Maske trage und positiv auf die Kontrollaktionen reagiere.

Die Verordnung dazu

Das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie an Bahnsteigen und Haltestellen gilt landesweit seit dem 27. April. Ein Verstoß gegen die Maskenpflicht kann seit dem 1. Juli mit einem Bußgeld von bis zu 250 Euro geahndet werden. Ausgenommen von der Maskenpflicht sind Kinder unter sechs Jahren sowie Personen mit gesundheitlichen Problemen – diese Fahrgäste müssen als Nachweis ein entsprechendes ärztliches Attest mit sich führen.

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