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Die Kugel rollte im Grüner

Was für ein Wochenende für Bretten. Ein Füllhorn an Lobeshymnen schütteten die Aktiven der zwölften Deutsche Meisterschaft des deutschen Behindertensportverbandes im Hallenboccia über deren Organisatoren und die Melanchthonstadt aus. Für Teddy Östreicher war der „Grüner“ „eine der schönsten Sporthallen in ganz Deutschland, in denen wir solche Meisterschaften durchführen.“ Er muss es wissen („Ich komme viel rum“) leitet er doch seit zehn Jahren nicht nur die Boccia-Meisterschaften, sondern auch die im sogenannten „Bosseln“ – eine nur im Behindertensportverband ausgeübte, dem Eisstockschießen ähnelnde Sportart. Dazu gehört auch das überschwängliche Lob, das Turnierleiter Östreicher für die Ausrichter parat hielt. Denn nicht nur die äußeren Rahmenbedingungen stimmten. Hervorragend habe der Verein für Sport und Gesundheit (VSG) unter der Leitung der Vorsitzenden Elisabeth Raupp im Vorfeld und während der Meisterschaft gearbeitet. Das bestätigte Bernhard Kurz, Landessportwart des badischen Behinderten- und Reha-Sportverbandes (BSB) und auch dessen Vizepräsident. Es sei ihm leicht gefallen, den Antrag des VSG auf Ausrichtung der Meisterschaften in den Gremien des BSB zu befürworten. „Für uns ist damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung gegangen“, gab Elisabeth Raupp das Kompliment artig zurück. Dazu gehört: Eine große Bewährungsprobe hat der Fahrstuhl der Hallen im Grüner bei der Meisterschaft glänzend bestanden. Von den Teilnehmern mit guten Noten bewertet, so kann man die Reaktionen zusammenfassen. Damit nicht genug überschlugen sich selbst an der Verpflegungsfront die Urteile. Helga Horvat rollte geradezu die Augen vor Begeisterung über den Koch des in der Melanchthonstraße gelegenen Hirschen, in dem ihre Pirmasenser Mannschaft Unterkunft gefunden hatte. Da die Entführung des Kochs nach Pirmasens gescheitert sei, werde sie wohl oder übel zum  Essen wieder nach Bretten kommen müssen, scherzte sie und es war ihr todernst gleichzeitig damit. Ganz begeistert seien die Behindertensportler auch über die Eröffnungsfeier gewesen, berichtete Elisabeth Raupp. Nach der Begrüßung durch den ehrenamtlichen stellvertretenden Bürgermeister Dr. Günter Gaus habe der farbenprächtige Auftritt der Nachwuchsgymnastinnen der Abteilung Rhythmische Sportgymnastik des TV Bretten unter der Leitung von Luisa und Eva Hausner sehr viele zu Tränen gerührt. Der Abschluss war nicht minder spektakulär. Nach einem opulenten Büffet, einen Sketch des FC Bauschlott, einem musikalischen Intermezzo mit DJ Uwe Amtmann wurde die Veranstaltung nach Einbruch der Dämmerung mit einem Spektakel der Brettener „Feuerbälle“ beendet. Boccia wurde natürlich auch noch gespielt und das mit nicht weniger Hingabe und Eifer als bei Leistungsportlern. Ein Sieger kann aber noch nicht vermeldet werden, da die Ergebnisse bis Redaktionsschluss noch nicht vorlagen. Eines war aber bis dahin schon sicher: Mit leeren Händen mussten auch die Mannschaften nicht die Heimfahrt antreten, die eher mäßig abschnitten. Selbst die letzten erhielten noch einen Pokal, den sie neben den guten Erinnerungen an die Melanchthonstadt mit nach Hause nehmen durften.

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