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Zu massiv

Walzbachtaler Gemeinderat kritisiert erneut ein Bauvorhaben in Jöhlingen
Mit Bauanträgen tut sich der Walzbachtaler Gemeinderat in der letzten Zeit schwer. Vor kurzem beschloss er gar fast einstimmig, rechtliche Mittel einzulegen gegen den Bau eines Fünffamilien-Wohnhauses in der Jöhlinger Lessingstraße. Nicht weit davon entfernt wartete jetzt ein weiterer schwerer Brocken auf die Gemeinderäte. In der Scheffelstraße plant ein Bauherr, an bestehende Wohngebäude ein neues Wohnhaus mit 3 Wohneinheiten anzubauen. Die Nachbarn sind in heller Aufruhr. Das wurde in der der Sitzung vorausgehenden Fragestunde deutlich. Sven Traunfelder befürchtete das Abrutschen seines Hauses durch die Gründung einer riesigen Stahlbetonmauer, die das künftige Gebäude sichern soll.

Im Gegensatz dazu wies Bauamtsmitarbeiterin Skadi Förster darauf hin, dass sich baurechtlich wenig triftige Argumente gegen das Bauvorhaben finden ließen. Das Maß der baulichen Nutzung und die geplante Wohnnutzung entspreche dem Gebietscharakter. Sie empfahl dem Gemeinderat die Zustimmung.

Etliche Gemeinderäte hatten bereits im Vorfeld der Sitzung das Grundstück besichtigt, auf dem das umstrittene Gebäude errichtet werden soll. Im Gegensatz zu Skadi Förster teilten alle die Bedenken der in den Zuhörerreihen reichlich vertretenen Anlieger. Für Karin Herlan (SPD) und Jutta Belstler (CDU) fügte sich das Gebäude keineswegs in die Umgebung ein, wie es Paragraph 34 der Landesbauordnung für Gebiete ohne Bebauungsplan verlangt. Zusammenmit den Nachbarn entstehe ein Gebäudezug mit Hallencharakter. Fragwürdig war für sie schon die Zustimmung zu dort bereits stehenden Gebäuden. Das brachte sie ebenso drastisch wie selbstkritisch zum Ausdruck: „Wenn ich dem zugestimmt haben sollte, dann schäme ich mich dafür zutiefst“. Sie werde nachforschen, ob sie dem zugestimmt habe.

Volker Trumpf (CDU) hatte sogar einen eigenen Plan der umstrittenen Stelle mitgebracht und versuchte nachzuweisen, dass der Gemeinderat einem Baurecht von 33 Metern Länge zustimmen soll, worauf später auch Silke Meyer (SPD) hinwies. Das ist seiner Ansicht nicht mit der Landesbauordnung vereinbar. Außerdem sei das „Riesenbauwerk Stützmauer“ vom Landratsamt sicher falsch beurteilt worden. Unbeantwortete Fragen hatte er zur Grenzbebauung.

Diese Fragen könne die Gemeindeverwaltung nicht spontan beantworten. Sie brauche für deren Bearbeitung etwas Zeit. Er werde beim Landratsamt eine Fristverlängerung beantragen und hoffe, das Thema in der nächsten Sitzung am 18. Dezember abschließend behandeln zu können. Seinen Antrag auf Vertagung billigte der Gemeinderat einstimmig.

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