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ZeitRaum – Schutzraum

Neue Möglichkeiten der Inobhutnahme im Hohberghaus

Die Familie ist ein Ort der gegenseitigen Wertschätzung. So lautet das gesellschaftliche Credo. Manchmal allerdings ist dieses Credo schwer lädiert. Kinder und Jugendliche leiden unter konfliktbeladenen Familien. Wo die Konflikte so stark werden, dass jungen Seelen Unbill droht, da gibt es das Instrument der Inobhutnahme. In Bretten übernimmt diese Aufgabe das Hohberghaus.

Zwei stationäre Wohngruppen mit jeweils acht Mädchen zwölf und siebzehn Jahren gibt es dort.

Die minderjährigen Mädchen bedürfen im Sinne einer Not- und Eilaufnahme der pädagogischen und therapeutischen Betreuung. So seltsam das klingen mag ist das Ziel der Inobhutnahme ihre baldmögliche Beendigung, die Rückkehr in intakte Familienstrukturen. Bis dahin sollen diese jungen Menschen Sicherheit und Wertschätzung erhalten, die schließlich im Idealfall in dem Schaffen einer Tagesstruktur und der Alltagsbewältigung mündet.

Die räumlichen Voraussetzungen dafür waren im Hohberghaus bisher nicht so gut. Seit gestern ist das anders. Christoph Röckinger, Leiter des Hohberghauses, freute sich ganz besonders, eine kleine Wohnung an die beiden Gruppen übergeben zu können. „ZeitRaum“ heißt sie und das ist wörtlich zu nehmen. Hier sollen die Mädchen die Zeit und den Raum erhalten, ihre Begabungen auf verschiedene Weisen zu erweitern und sich neue anzueignen. Schulische Elemente sollen ebenso integriert werden.

Den finanziellen Spielraum für ein solches Projekt hatte das Hohberghaus selbst nicht. Da traf es sich gut, so erinnerte Röckinger, dass beim Diakonischen Werk Baden eine Spendenaktion unter dem Motto „Raum für Gutes“ lief. Sich unter diesem Motto für die Förderung eines „ZeitRaums“ zu bewerben, lag also nahe. Henrike Litzler, Fachreferentin im Diakonischen Werk für diesen Bereich, habe dem Antrag des Hohberghauses wohlwollend gegenübergestanden, so berichtete sie während der kleinen Feierstunde, mit der der „ZeitRaum“ offiziell in Betrieb genommen wurde.

Aus den Spendengeldern fördere die Diakonie Projekte, die die Begegnung von Menschen unterstützen. Der „ZeitRaum“ greife dieses Motto geradezu idealtypisch auf. Hier erhielten die jungen Menschen die Möglichkeit, sich Gedanken über die nächsten Schritte auf ihrem weiteren Lebensweg zu machen.

Gern habe sein Haus einen bisher ungenutzten Raum ganz im Sinne der Spendenaktion der Diakonie in einen Raum für Gutes umgewandelt, zeigte sich Röckinger dankbar gegenüber Henrik Litzler für die 4000-Euro-Spende, die das möglich gemacht habe. Die Räumlichkeiten seien zwar klein, aber multifunktional nutzbar vom Kochen bis hin zum Filmabend. Darauf freuen sich die 16 Mitglieder Wohngruppe, wie Birgit (Name von der Redaktion geändert) bestätigte. Sie freute sich darüber, „dass es diese neue Möglichkeit gibt“.

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