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„Wolff lächelt gequält“

Proklamation der Brettener Bütt zur Kampagne 2018
In Bretten sind die Narren wieder los. Mit einem Marsch von „toten Gaul“ zum Markplatz quer durch die Fußgängerzone eröffnete die Brettener Bütt die Kampagne 2018. Viel Gefolge war mit dabei und das nicht nur aus Bretten. Die schon traditionelle Freundschaft mit den Wössinger Mondspritzern wurde mit einem Gardetanz gepflegt. Die Flehinger Schneeballen waren selbstverständlich ebenfalls präsent. Die Gölshäusener Hendschich hatten auf der kleinen Treppe vor dem alten Rathaus Aufstellung genommen und tröteten an den passenden Stellen dazwischen, wenn die Stadtkapelle wieder einmal den vom Bütt-Präsidenten notorisch vermissten Tusch versagte. Ein ums andere Mal musste Bernd Neuschl mit strengem Blick um einen solchen bitten und erst als er den Musikern Nachsitzen androhte, besserte sich das Blasverhalten.

Neuschls Rede hätte in der Tat den ein oder anderen weitaus lauteren Tusch verdient. Die Proklamation, mit der er die Kampagne 2018 eröffnete, war wieder einmal gespickt mit Spitzen vor allen Dingen an die lokalpolitsche Prominenz, die im Zuschauerrund gute Miene zum Narrenspiel machte. An erster Stelle natürlich OB Martin Wolff und sein gewesener Konkurrent Aaron Treut. Heidi Leins erhielt ihren Treffer für ihre Kritik an den sozialen Medien, die keineswegs so asozial gewesen seien wie sie im Nachgang der OB-Wahl von der FWV-Dame gescholten worden waren. Da heißt es auch mal Kritik vertragen gerade dann, wenn es nicht nach der eigenen Meinung gehe, mahnte Bernd Neuschl Toleranz an.

Noch heftiger in die Kritik geriet ein „Alt-OB mit flinkem Maul, den man kennt als Metzger Paul“. Zu allem meckert er vom Pfeiferturm herab:
In Bredde do geht’s nur Bergab.
Lieber Paul, deine Verdienste in allen Ehren,
aber so ein Verhalten kann man in Bretten entbehren.
Ich rufe dir auf deinem Pfeiferturm zu:
Wenn du Martin Wolff helfen willst, dann lass ihn endlich in Ruh!
Paul, nimm dir ein Beispiel am alten Papst Benedikt im schönen Rom:
Sein Nachfolger Franziskus regiert ungestört im Petersdom
Zwei Päpste gar und es funktioniert ohne Graus,
denn der Pensionierte hält sich aus den Amtsgeschäften seines Nachfolgers raus.
(Mehr dazu im Anschluss an diesen Artikel im Neuschl-Original)

Das alles wurde mit der gehörigen Prise Ironie verpackt und kam denn selbst bei den im Fadenkreuz stehenden gut an. Erst recht die Polonaise die sich im abschließenden langen Zug durch die Zuschauer schlängelte, von denen sich dann mancher einreihte. Nicht ohne vorher allerdings von Bernd Neuschl mit dem Hinweis versehen worden zu sein, dass mit vielleicht 400 bis 500 Stück noch „einige Restkarten“ für die Vorstellungen in der Stadtparkhalle an den Vorverkaufsstellen vorrätig seien.



Die Proklamation

I. Ein neuer Bundestag wurde im September gewählt und Angela– wir-schaffen-das-Merkel lächelt ganz gequält: „Ein klares Ergebnis, das tu ich hier gemeinsam vermissen, denn die Wahlbeteiligung – die war beschissen. Wir machen jetzt eine karibisch-relaxte Nation mit einer bunten, bekifften Jamaika-Koalition.“ Und urplötzlich wurden die Grünen zum Freund, doch die Jamaika-Gespräche verglühten wie ein Joint. Denn die FDP sang irgendwann „No Woman no cry, Mir sin’ net dabei… Ja, was Streusalz für den Pulverschnee war Christian Lindner für die Pläne der FDP. Die SPD, hatte schon von Vornherein verloren, hatte man doch Martin Schulz zum Kanzler auserkoren. Schulz wirkt wie eine Christbaumkugel, jawohl: Außen glänzend und innen hohl, wenn er das eigene Wort als Genosse bricht und mit Merkel über eine große Koalition spricht. Alle Genossen sind deshalb ganz ranzig: Denn rein rechnerisch fällt die SPD unter 5 Prozent 2029. Seit September hat sich bundespolitisch nichts bewegt, das einzige: Die haben ihre Diäten erhöht. Derweil unsre Rentner Pfandflaschen sammeln Um nicht in Altersarmut zu vergammeln. Wir alle können da nur fassungslos glotzen, denn GroKo heißt schlicht: Großes Kotzen. Indes – durch die Republikgeht ein großes Oje: Im Bundestag sitzt jetzt die AFD. Liebe Nichtwähler, das ist eure Schuld ohne Nutzen, denn Wählen gehn ist wie Zähne putzen: Tut man’s nicht, dann wird es braun. Da braucht man nur das Ergebnis anzuschaun.



II. Ein neuer OB wurde in Bretten gewählt, und auch Martin Wolff lächelt ganz gequält. Ein klares Ergebnis, das tut man hier vermissen, denn die Wahlbeteiligung – die war beschissen. Der Unterschied zwischen einer Hundehütte und dem ersten Wahlgang in einem Satz? Die Hundehüte ist für den Hund, der erste Wahlgang war für‘d Katz. Selbst nach dem zweiten Weltkrieg – pardon – zweiten Wahlgang war Martin Wolff ganz benommen: Mit einem kleinen Vorsprung hatte er gewonnen. Derweil das Volk debattiert in Facebook und am Tresen: „Oh wäre das Ergebnis doch eindeutiger gewesen!“ Liebe Nichtwähler, das ist eure Schuld ohne Profit: Denn will man klare Mehrheiten, dann wählt man gefälligst mit! Und ein großes Thema einer Fraktion im Amtsblatt nach der Wahl: Sind die sozialen Medien asozial? Meinungsfreiheit bedeutet nicht nur dann und wann, dass man seine Meinung sagen kann. Da heißt es auch mal Kritik vertragen, wenn andere ihre Meinung sagen. Doch einseitig und falsch, das ist ein Trauerblues Besser bekannt als „Fake-News“, die hat in Bretten zwar keiner direkt publiziert, doch der Wahlkampf war so verhärtet und echt wurd kompliziert. Ein kleiner, großer Chefredakteur, der tat sich mit der OB-Wahl wirklich schwer. Jetzt machen wir ein bisschen Dampf, denn es war wirklich ein Kampf. Pressefreiheit und Meinungsbildung das ist sein Motto, seine Neutralität spielte indessen Lotto: Einseitige Kommentare und Leserbriefe wurden da gebracht Und so mancher Unterzeichner hat wohl nicht bedacht, dass man an Syntax und Wortwahl wohl erkennt ohne List, wer der wahre Verfasser dieser Briefe ist. Ein Alt-OB mit lautem Maul, den kennt man hier als Metzgers Paul. Zu allem meckert er vom Pfeiferturm herab: In Bredde do geht’s nur Bergab. Lieber Paul, deine Verdienste in allen Ehren, aber so ein Verhalten kann man in Bretten entbehren. Ich rufe dir auf deinem Pfeiferturm zu: Wenn du Martin Wolff helfen willst, dann lass ihn endlich in Ruh! Paul, nimm dir ein Beispiel am alten Papst Benedikt im schönen Rom: Sein Nachfolger Franziskus regiert ungestört im Petersdom Zwei Päpste gar und es funktioniert ohne Graus, denn der Pensionierte hält sich aus den Amtsgeschäften seines Nachfolgers raus.



III. „In Bredde geht nix!“, das ist das, was man dem OB nicht verzeiht. Doch Stopp: Es wurde viel gebaut und eingeweiht! Um den Seilrutschenpark zu erkunden mit Sausen, reiste an, der Elferrat aus Gölshausen. Doch sie konnten ihr Höhenabenteuer nicht genießen, sondern wurden sofort des Ortes verwiesen. Ich war da gar net dumm Und hab‘ gefragt, warum? „Im Hochseilgarten hän mir Hausverbot bekomme, awa, s’hat doch g’heiße, dass mia uff em Baum oina abseilen sollen!“ Oh, des war ein beschissener Tag, doch weiter gings ins neue Hallenbad. Auch da gab’s Kritik an ihrem Betragen: Alle Händschich-Elferrät haben ihre Badehosen falsch getragen. Dem närrischen Händschich entsprechend modisch top, hen se d’Badhose o g’habt uff em Kopf. Und dann hen se denkt, wir tun uns nicht genieren Und die Damensauna ausspionieren. Und damit de Badmoischter net bellt, hat de Händschich-Elferrat e kluge Verkleidung gewählt: Denn wie als Männer sich unauffällig sich in eine Damensauna drücken? Logisch: Komplett nackig aber mit Langhaarperrücken. Liebe Nörgler und Motzer, wenn ihr meint, dass in Bretten nix geht, dann isch des e Aussag, die koiner versteht: Es gibt so viel tolle Sachen, man muss nur mol die Augen uffmache!



IV. WM ist in diesem Jahr und – Leut, ist es nicht wunderbar: Eines sag ich ganz ungeniert: Italia hat sich nicht qualifiziert! In Bretten hatten wir ein Jubeljahr 1250 Jahre sind wir mit dem Hundle ein Paar. 1250 Jahre gibt es auch schon die Bütt nicht dumm, und hinter mir stehen in blau die Gründungsmitglieder rum. Die saufen heute die Reste vom Jubilumsbier und freuen sich auf März, denn da gibt’s wieder Hartz 4. Kleiner Scherz, ich wollt nur schau‘n ob ihr noch lebt, darum ihr mir auch diesen Gag vergebt. Der Brettner Elferrat macht eine tolle Schau Auf ihn ein schallendes „Bredde Wau Wau.“ Das Stadtjubiläum war dem Ministerpräsidenten nicht einerlei Und Winfried Kretschmann kam im schönen Mai. Als Ministerpräsident hat er die Stadt gelobt Und vorher ein Lokal zum Essen ausgelobt. Aber Schnitzel und Spätzle wollt er nicht essen, deshalb isch er im Lamm beim Italiener gesessen. Doch der Wirt hatte ihn flugs hinaus begellt: Kretschmann hatte eine „Pizza Nonqualificatione“ bestellt. Das Jubiläumsjahr war wirklich toll: Die Stadt, die Menschen: Alle voll, voll vor freude, Glück und Harmonie. So was gab’s in Bretten noch nie. Vorm neuen Rathaus sind hunderte bunte Hunde gesesse, awa denne ihre Haufe wegmache, des hat ma vergesse. Und Aaron Treut war bös am Schnaufe Der wollt doch tatsächlich an de Spitz vom Kinderumzug laufe!?



V. In Bredde steht ein schönes Haus, oins, zwai… Do gugge alte Mensche raus, oins, zwai… Doch leider ist der Bau zu alt, oins… Ein Neubau, ja der kommt nun bald… Im Jahre der Reformation spaltet dieses Thema die Brettener Nation. Und während Pflegeplätze und Arbeitsplätze sind ernsthaft in Gefahr, wird in Bretten diskutiert, debattiert, s‘ war ja klar… Nur eins ist klar und das ist wahr: Wie die Caritas hier ihren Mitarbeitern umgeht, das ist ein Verhalten, von dem nix in der Bibel steht! Denn als christlicher Träger man sich versündigt, wenn man seinen Mitarbeitern kündigt! Das Altenheim zeitgemäß erhalten und gestalten, die Einrichtung samt Menschen schätzen und verwalten, das ist, was ein Träger leisten muss. Alles andere führt zu Verdruss. Aber die Caritas aus Ettlingen oh weh, die treibt Sache, die ich nicht versteh. Nächstenliebe hat se sich auf die Fahne geschrieben Doch wo ist die in Brette geblieben? Des alles zu kommentieren, wiederstrebt meiner Natur, doch so viel gesagt: Es herrscht Chaos pur. Nur eine Frage sei gestellt: Regiert auch hier nur Geld die Welt?? Denn wenn man eh ein neues Altenheim plant mit Betten und Kissen, warum werden dann die alten Mitarbeiter rausgeschmissen? Arbeiten dann da die künftigen Pflegeschwestern und Küchensöhne Für äußerst niedrige Dumping-Löhne? Da wird doch vorab rationalisiert, ganz beflissen, und künftig nach Plan gewaschen und geschissen. Der Mensch ist kein Objekt, das nur kackt und trinkt, und nur gewickelt wird, wenn er stinkt. Zu Pflege und Nächstenliebe gehört mehr als ein Gewinnbringerwesen, liebe Caritas, ihr solltet mal anfangen die Bibel zu lesen! Und die Freiburger Erzdiözese Macht um Harald Maiba viel Getöse, statt einfach hier weise zu schlichten, bei all den bösen, verworrenen Geschichten. Maiba, ein Pfarrer, der Bretten bereichert, der sich einmischt, voller Eifer, hier steht der falsche Mann am Pranger und mir wird es immer Banger, denn wer wird nicht zur Rechenschaft gezogen? das ist die Caritas, ganz ungelogen. Doch halt – Jede Medaille hat zwei Seiten Und so lasst uns jetzt von der Emotion zur Sache weiter schreiten: St. Laurentius, dein Altenheim ist ein Schatz Dort oben über dem Sporgassenplatz. Deine Bewohner können schnell in die Innenstadt flitzen und sie beleben, sie gehen shoppen und sind für den Einzelhandel ein Segen. Doch nun, bevor man einreißt deine Wände Gibt’s Ersatz im Brettener Süden, auf dem Mellert-Fibron Gelände. Indes, als man das Evangelische Altenheim tat in den Brettener Süden verfrachten, wollte keiner deshalb den OB entmachten… Auch auf den Träger – die Diakonie – Gab’s Geschimpfe so gut wie nie. Aber die böse Caritas hat sich mit der Stadt verschworen Und einen unmöglichen Standort auserkoren: Das ist vermintes Gebiet da unten wie im Wahn, direkt neben einer Landebahn, wo täglich hunderte Flugzeuge landen, deshalb kriegt man da auch keinen Besuch von Verwandten.. Die Luft ist verpestet, der Boden verseucht, ein Graus, dass man unser’re alten hinscheucht. Doch halt! Ein Mehrgenerationenpark wurde dort unten errichtet, und ich habe da auch ein Kraichgaucenter gesichtet. Shoppen, Doktor, Kaffe trinken und auch Beten kein Problem, denn dort unten muss auch keine Kirche stehn: Man braucht nicht immer ein Kirchengebäude in seiner Nähe um Gott zu dienen. Denn bereits in der Bibel steht: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen. Deswegen liebe Bürger: Wenn Aussage gegen Aussage steht, aber Pflegeplätze und Arbeitsplätze sind in Gefahr, dann muss ein Standort zweitrangig sein und nur das ist richtig und wahr! Wie die Caritas aber hier mit Maiba und ihren Mitarbeitern umgeht, das ist ein Verhalten, von dem nix in der Bibel steht!



VI. Liebe Bürger, liebe Narren, ehe wir nun in Demut verharren, komme ich zum Ende meiner Proklamation für die Brettener Nation. Das Leben ist schwer genug und wir sollten dankbar sein, denn uns in Bretten geht’s doch wirklich fein. Wir, die wir hier stehen auf diesem schönen Platz, besitzen doch alle einen großen Schatz: Wir leben in Frieden und Freiheit in einer Welt Und das ist wertvoller als ganz viel Geld. Stellt euch vor, wir müssten fliehen über Nacht, in ein fremdes Land, ohne Hab und Gut, allein, habt ihr das schon mal bedacht? Doch uns geht’s gut, wir dürfen feiern und auch mal närrisch sein, und das finde ich, ist wirklich fein. Und so rufe ich mit lautem Schalle: Kommt alle in die Stadtparkhalle. Zur Brettner Bütt mit viel Wau Wau Und genießt eine bunte Narrenschau . Seid bedankt für des Applauses Ton, ich geb nun ab das Mikrofon. Auf euch, auf uns ein Hoch genau. Mit einem dreifach schallenden Bredde…

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