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Wössingen unbelastet

Standort liegt außerhalb der Hauptwindrichtung
Entwarnung gaben Werkleiter Stefan Schenk und Umweltleiter Tino Villano dem Walzbachtaler Gemeinderat mit dem 2016er Emissionsberichts für das Wössinger Zementwerk. „Wir liegen in allen Werten deutlich unter den gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerten“, betonte der Umweltleiter der Opterra. Im Fokus steht dabei immer wieder der Quecksilberausstoß, der als besonders gefährlich gilt. Der Grenzwert von 0,025 Milligramm pro Kubikmeter werde mit 0,018 Milligramm deutlich unterschritten. Das Werk sei insbesondere beim Quecksilberausstoß bundesweit Vorreiter, meinte Villano.

Das unterstrich er mit Messungen in Dürrenbüchig. In der Hauptwindrichtung seien dort nur 5 Nanogramm in der Umgebungsluft festgestellt worden. Der Grenzwert liege bei 50 Nanogramm. Seine Schlussfolgerung für das nicht in Hauptwindrichtung liegende Wössingen lautete: „Man kann man davon ausgehen, dass Wössingen völlig unbelastet ist.“ Diese Werte würden immer wieder von den Messgeräten bestätigt. Die Verfügbarkeit sei von 97 Prozent im Jahr 2015 auf 99 Prozent im Jahr 2016 gestiegen.

Auch bei den Schwermetallen liege das Werk deutlich unter den Grenzwerten. Nur zwei Tagesmittelwertüberschreitungen habe es 2016 gegeben und das seien Reaktionen auf Brennstoffausfälle. Die Halbstundenmittelwert seien nur 22 Mal überschritten worden, was einer Einhaltung von 99,99 Prozent entspreche. Dieses Zahlen belegten wie erfolgreich die Bemühungen der Werksleitung um den Umweltschutz in den letzten drei Jahre gewesen seien. Eindrucksvoll belegte Villano das mit Schaubildern, die verdeutlichten, wie weit das Werk die zulässigen Grenzwerte unterschreitet.

Der Einsatz von Ersatzbrennstoffen wurde erhöht von 77 auf 82 Prozent. Auf Nachfrage von Michael Futterer bestätigte Stefan Schenk, dass der sogenannten Fluff, der im Zementwerk verbrannt wird, nicht mehr aus einem ehemaligen Opterra-Werk und auch nicht mehr aus Hockenheim stamme. Der größte Teil komme aus dem Landkreis über die Suez der SITA. Es würden keine Abfälle aus dem europäischen Ausland verbrannt,.

Ebenfalls nicht bestätigen wollte er, dass Lärmbelästigungen von den Zementtransportern in der Steiner Straße ausgehen. Ein am Ortsausgang positionierter Ferienjobber habe keine wesentlich überhöhten Geschwindigkeiten feststellen können. Ursache sei vielmehr ein klappernder Gullydeckel gewesen. Dafür sei die Gemeindeverwaltung zuständig („Da können wir nichts daran machen.“), kommentierte er mit einem Seitenblick auf den Bürgermeister.

Ganz ohne kritische Anmerkungen wollte die SPD-Fraktionsvorsitzende Silke Meyer die Zementwerksvertreter nicht gehen lassen. Sie freue sich zwar, dass wie jedes Jahr das Werk die Einhaltung der Grenzwerte versichere. Aber Schadstoffe blieben eben Schadstoffe und Grenzwerte könnten leicht mit einem Federstrich geändert werden. Meyer forderte die beiden Zementwerksvertreter auf: „Machen sie so viel wie möglich und mehr als das Notwendige.“

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Kommentare (1)

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    Villano

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    Als Antwort auf: Wössingen unbelastet

    Liebe Leser,

    zu dem Artikel möchte ich gerne einige Aussagen klarer darstellen bzw. korrigieren.

    1.) Die Messung in Dürrenbüchig lag im Durchschnitt bei 5 ng/m³. Laut B. Link (Sozialministerium Baden-Württemberg, Stuttgart) werden Gebiete mit 2 – 5 ng/Nm³ als unbelastet eingestuft (Bundesgesundheitsbl – Gesundheitsforsch – Gesundheitsschutz 2·99, S. 168). Somit ist auch Dürrenbüchig am oberen Ende der Skala der unbelasteten Gebiete trotz Hauptwindrichtung. Die Schlussfolgerung ist, dass Wössingen daher erst recht unbelastet sein muss.

    2.) Die Verfügbarkeit der Messgeräte muss laut DIN EN 14181 größer 97% der Betriebsstundenzeit betragen. In 2015 lagen die Werte zwischen 98-99% und in 2016 durchgehend bei über 99%.

    3.) Die Ersatzbrennstoffrate fiel im Durchschnitt von 82% auf 77% in 2016.

    4.) Die Beschwerden hinsichtlich dem LKW Verkehr bezogen sich auf den Verkehr an sich und die Geschwindigkeit. Mittels einer Geschwindigkeitstafel der Gemeinde wurde durch den Ferienjobber festgehalten, dass an drei Tagen lediglich 3 LKWs zu schnell fuhren. Die am häufigsten erfassten LKWs sind Plan-LKWs, die nichts mit dem Zementwerk zu tun haben.

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