Header
Zug über den Marktplatz

„Wir wollen bleiben“

Belegschaft protestiert gegen Kaufland-Schließung
Um gute Noten wirbt Kaufland in seinem aktuellen Prospekt. Ganz schlechte Noten erhielt das Brettener Handelsuntrernehmen gestern bei einer Demonstration der Gewerkschaft Verdi. Die Brettener Kauflandbeschäftigten protestierten gegen die geplante Schließung gegen den Standort in der Melanchthonstraße. Vor dessen Eingang machten sie ihrem Unmut mit ohrenbetäubendem Trillerpfeifen bewaffnet schon vor dem Marsch durch die Stadt in einer kleinen Kundgebung Luft.

„Wir wollen bleiben, wir lassen uns nicht vertreiben“, lautete die von Christine Panhölzl entworfene und als Sandwichfrau getragene Forderung. Sie schallte immer wieder lautstark durch die enge Schlucht der Fußgängerzone, als sich der rund achtzigköpfige Protest-Trupp vom Kaufland über die Melanchthon- und ein kurzes Stück der Pforzheimer Straße zum Rathaus bewegt.

Dort wurde Gewerkschaftssekretär Thomas Schark noch deutlicher. „Eine Sauerei“ sei es, dass der Standort Diedelsheimer Höhe auf Kosten der Beschäftigten modernisiert werde. „Wir wissen, dass wir Verbündete haben“, spielte er auf den am Vortag bekundeten Einsatz des Oberbürgermeisters für den Standort Melanchthonstraße an.

Lange mussten die Demonstranten denn auch nicht auf Martin Wolff warten. Seine Begüßung fiel um so herzlicher aus, als e sofort bekannte, er sei gewesener Kollege. 1973 habe er als Schüler im Handelshof gejobbt , Einkaufswagen zusammengeschoben und Regale befüllt. Genau deshalb habe er so viel Verständnis für die Forderung nach Erhalt des Standortes.


Ihm sei wichtig, dass die Arbeitsplätze und die Nahversorgung erhalten bleibe und man dort qualitativ hochwertig einkaufen könne, bestätigt Wolff erneut sein Engagement. Gleichzeitig dämpfte er aber auch die Hoffnungen. Er sei skeptisch, was seinen Einfluss auf die Entscheidung der Kaufland-Geschäftsführung angehe. Dennoch wolle er, so meinte er, „nichts anbrennen lassen“ und habe noch für diese Woche einen Gesprächstermin erhalten.

Seinen Gesprächspartnern kann er die Unterschriften überreichen, die die Brettener Belegschaft mittlerweile für den Erhalt ihres Kauflands gesammelt hat. Über 300 seien es, informierte die Betriebsratsvorsitzende Annette Fautz.

Unterstützt wurde die Brettener Kaufland-Belegschaft in ihrem Protest von insgesamt 45 mit Bussen angereisten Kolleginnen und Kollegen aus den Filialen in Pforzheim und Karlsruhe. Sie verbanden ihre Solidarität mit einem Warnstreik zugunsten der Tarifforderungen von Verdi. Das bisher von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot von 2 Prozent sei viel zu wenig, forderte Thomas Schark unter lautstarkem Applaus eine weit höhere Lohnerhöhung.

Trackback von deiner Website.

Kommentieren

Home Footer Links