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Wer was wo verkaufen darf

Einstimmig verabschiedet hat der Walzbachtaler Gemeinderat eine modifizierte Sortimentenliste für Einzelhandel und Gewerbe. Mit ihr soll festgelegt werden, wer was wo in Walzbachtal verkaufen darf. Sie wird direkte Auswirkungen auf die Zulässigkeit von künftigen Bauvorhaben haben. Betroffen waren schon der Lebensmittelmarkt an der Wössinger Straße und der Einkaufsmarkt in der Jöhlinger Straße 4. Der Regionalverband hatte sich in die Diskussion eingemischt mit dem Hinweis, Sonder- und Restposten seien in den betroffenen Einzelhandelsbetrieben nicht vertretbar. Sie sollten aus der Kategorie gestrichen werden. Der Gemeinderat folgte dieser Empfehlung.

Details dazu stellte Gerhard Beck vor. Der Prokurist der Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung unterschied sogar zwischen den einzelnen Ortsteilen. In den Ortsmitten solle der Einzelhandel konzentriert werden und definierte ihn so: Hierher gehöre alles, was man in der Tasche nach Hause tragen könne. Märkte für die Dinge, für die man das Auto brauche, gehörten an den Ortsrand. Die 2012 schon beschlossene, sehr lange Liste habe sein Büro „ein bisschen entrümpelt“. Dermaßen entschlackt böte sie mehr Luft für die Gewerbegebiete.

Hinter dem ehemaligen Edeka-Gebäude wächst der REWE

Bürgermeister Karl-Heinz Burgey zeigte sich pessimistisch, „dass diese Liste helfen kann, jemand in die Ortsmitte zu bringen“. Sie sei jedoch ein Steuerungsinstrument für Gewerbetreibende, die was tun wollen.

Betroffen davon ist auch der Wössinger Edeka-Standort. Der dortige Markt steht seit dem 31. Juni 2016 leer. Der Gemeinderat hat für ihn im Oktober 2016 eine Veränderungssperre beschlossen. Davon soll es jetzt eine Ausnahme geben. Die Eigentümergesellschaft wolle dort zwar langfristig nach wie vor Einzelhandel betreiben, informierte der Bürgermeister. Für eine Übergangszeit beantragte sie jedoch, das Gebäude einer ortsansässigen Firma als Lager zur Verfügung zu stellen. Wie zu hören war, soll es sich dabei um die Wössinger PREFAG handeln, die an ihrem jetzigen Standort aus allen Nähten platzt und bis zum Bau eines neuen Standorts im Wössinger Gewerbegebiet „Hafnersgrund“ nach Alternativen sucht. Dem Antrag stünden keine öffentlichen Belange entgegen, meinte Bauamtsmitarbeiterin Skadi Förster, die den Antrag vorstellte. Der Bürgermeister unterstrich das. Eine Nutzung als Lager würde dem Einzelhandelskonzept nicht nur nicht entgegenstehen, sondern sei ganz im Gegenteil positiv zu bewerten.

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Kommentare (3)

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    Raimund Würtz

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    Nothin‘ from nothin‘ leaves nothin‘ (Song von Billy Preston). Kann mir jemand sagen, was hier eigentlich reguliert werden soll, insbesondere in Wössingen? Müsste hier nicht jeder Straßenverkäufer, egal mit was, willkommen geheißen werden in dieser “Toten Hose“? Auch frage ich, ob die Begriffe “Regelung“ und “Festlegung“ einer neuen Sinnstiftung unterworfen wurden. Eingrenzen, verhindern bis hin zum Verbot kann schon sein. Dies auch im Unverstandenen oder nicht leicht Zugänglichen.

    Spott und Hohn goss man vor mehr als zwei Dekaden über einen einverleibten Republikteil und diesem verwandte Staaten, in denen ebenfalls das Nichts bzw. Wenige überreguliert wurde. Vom Standort Karlsruhe aus liegt Wössingen im Osten, Badisch Sibirien. Riesiges Industriekombinat mit Wohnlager für Kontingentarbeiter.

    Ordnung und Freiheit schließen sich ja nicht unbedingt aus, wie schon große Denker wissen ließen. Einfach vertrauen dem geregelten Nichts, auf dass es fruchtbar und Neues zeugend sei. Danke für den Aktionismus am “Nothing“.

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      Kraichgauer

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      Antwort auf: Wer was wo verkaufen darf als Antwort auf: Raimund Würtz

      … ahhh, you made my day! Lehrbuchbeispiel einer Realsatire … 😉

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    wesingcheimero marca

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    Kommentar zum Beitrag „Wer was wo verkaufen darf
    Lobbyismus? oder Planwirtschaft? Beides unerträglich.

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