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Was darf der Fasching?

Harte Kritik des Bürgermeisters an Eltern und Grünen

Das hat Bürgermeister Karl-Heinz Burgey gar nicht gefallen. So weit darf für ihn der Spaß nicht gehen, den sich die Eltern des Wössinger Kindergartens „Moby Dick“ vor und während des Rathaussturms am Schmutzigen Donnerstag erlaubten (siehe unseren Artikel http://nadr.de/zebra-muss-her/ ).

Auch an Fasching gebe es gewisse Grenzen, meinte er in einer kurzen Würdigung der Aktion am Ende der Gemeinderatssitzung am 11. März. Diese Grenzen hätten die Eltern überschritten mit ihren Schildern „Kinder Ade“ und ihrem Treiben rund um den Wössinger Mondspritzer.

Die Wössinger Kindertagesstätte sei instrumentalisiert worden und vor den Karren einer Partei gespannt worden, meinte Burgey und schloss heftige Kritik an den Grünen an, die sich der Aktion flugs mit einer Presseerklärung angeschlossen hatten. Die ganze Aktion sei nicht mit der Leiterin des Kindergartens abgestimmt gewesen. Während der Prunksitzungen höre er sich alles geduldig an, „aber hier war die kritische Grenze erreicht.“

Michael Futterer fühlte sich als Gemeinderat und Ortsverbandsvorsitzender angesprochen und reagierte mit einer halbherzigen Entschuldigung. Zwar hätten sich einzelne Mitglieder der Grünen aus dem Ortsverband beteiligt, doch nicht als Organisation. Mit den Protestschildern habe der Ortsverband nichts zu tun. Dass der grüne Ortsverband unmittelbar hinterher eine Presseerklärung veröffentlicht habe, sei unglücklich gewesen.

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Kommentare (7)

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    Björn Ritter

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    Als Antwort auf: Was darf der Fasching?
    Bei der Einschätzung, dass die Aktion von den Grünen initiiert wurde, liegt der Herr Bürgermeister falsch. Dem ist nicht so. Zum Thema „Instrumentalisierung“ kann ich sagen, für mich als Vater bot sich der Umzug an, ein ernstes und aktuelles Thema für meine Kinder, meiner Meinung nach, auf angemessene Art und Weise mit ebenfalls betroffenen Eltern und dort zum Ausdruck zu bringen, wo es gehört und gesehen werden sollte.
    Wie kommt man eigentlich auf die Idee?
    Auslöser, für mich, die Bekanntmachung in der Presse, dass das Ortsschild im Bereich Bäderäcker zurück in den Ort versetzt werden soll.
    Ein Ortsschild hat für mich, wenn auch nur in geringem Maße, eine sicherheitsgebende Wirkung. Dieser Sicherheitsraum wird durch Versetzen des Schilds genommen, da im gleichen Zug die zulässige Höchstgeschwindigkeit angehoben wird. Ob man die zulässige Geschwindigkeit dort weiter reduzieren müsse, wie es andere Bürger befürworten, sei dahin gestellt. Aber eine Erhöhung?
    Als Vater, der versucht Strecken im Ort mit seinen Kindern per Fahrrad oder zu Fuß zurückzulegen, wünscht man sich durchaus Querungshilfen an diversen Stellen im Ort. Auch wenn man seine Kinder im geeigneten Alter alleine losschicken will. Dazu gehört neben dem Bereich Rappenstraße/Bruchstraße/Hauptstraße/Bruchsaler Straße und Durlacher Allee/Hauptstraße auch der Bereich am Ortsausgang (TV Halle, REWE, Bäderäcker). Und nun soll dort gar kein Ort mehr sein? Gerade da, wo der Fußverkehr für mich sichtlich zugenommen hat? Anstatt Fußgängern zu helfen, die Straße an einem dafür vorgesehenen Raum (Zebrastreifen!), überqueren zu können, wird dem Autoverkehr eine größere Beachtung geschenkt?
    Wenn man dann auf Nachfrage bei der Gemeindeverwaltung mitgeteilt bekommt, dass man als Autofahrer ja nicht gezwungen sei, die dann geltende zulässige Höchstgeschwindigkeit auszureizen und man als Fahrradfahrer durch Aufhebung der Radwegbindung in diesem Bereich dann auch gerne als Ausbremser auf der Straße fahren könne, dann geht man erst einmal sprachlos heim. Dann denkt man nach. Und dann hat man Ideen…
    An der Stelle möchte ich ergänzen, dass man mir seitens Gemeindeverwaltung sagte, dass man die Geschwindigkeitserhöhung eigentlich nicht wolle und man nochmals mit der zuständigen übergeordneten Behörde ins Gespräch gehen werde. Letztendlich sollte es dann aber gar nicht mehr um das Ortsschild gehen, vielmehr sollte man schauen, wo und dass man Fußgänger unterstützen kann.
    Übrigens: Es ist eine wahre Freude mit den Kindern den Christbaum beim Unterweger mit dem Bollerwagen zu holen!

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      Thomas

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      Als Antwort auf: Was darf der Fasching? Als Antwort auf: Björn Ritter
      Wie haben wir überlebt? Wie haben meine Kinder überlebt? Wie überleben die Kinder meiner Kinder? Wie überleben wir im Alter? in dem extrem hochgefährlichen Walzbachtal, wo Großstädte wie Köln, Berlin, Hamburg, München dagegen noch harmlos sind.

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    Björn Ritter

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    Als Antwort auf: Was darf der Fasching?
    Ja, ich bin auch dafür, dass wir die Kirche im Dorf lassen. Und dass die Glocke weiter die Zeit ansagen darf. Dann brauche ich nämlich weiter nicht aufs Handy schauen, um die Zeit zu erfahren. Als Kind bin ich auch im Dorf rumgekommen und mir ist nichts passiert. Und jetzt hat jeder seine Meinung und Argumente, warum nichts passiert ist.
    Da war der Primo noch im Dorf, da hat es ein Milchhäusle gegeben. Was es da alles gegeben hat. Sogar ein Zebrastreifen soll es gegeben haben, habe ich mir sagen lassen. Ich glaub, Richtung Löwen.Wo war nochmals der Löwen?
    Was und wie genau jetzt früher besser oder schlechter war oder vielleicht noch genau so ist, man braucht und nicht braucht, kann sich jeder selbst zurechtlegen.
    Vielleicht kann man sich auch andere Meinungen und Ideen anhören und kommt zum Ergebnis, dass man etwas verbessern könnte. Und wenn es einem selbst gar nicht so viel hilft (Stand heute).

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      Thomas

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      Als Antwort auf: Was darf der Fasching? Als Antwort auf: Björn Ritter
      Das Problem sind die Eltern und nicht der Verkehr oder sonst so ein hochgefährliches „Ding“. Sie haben es eben selbst geschrieben „Als Kind bin ich auch im Dorf rumgekommen und mir ist nichts passiert.“
      Heute werden die Kinder hinter Stahltoren mit einem Trampolin eingesperrt, mit dem SUV auf die Toilette gebracht, und wieder abgeholt. Fahren Sie doch mal durch das Walzbachtal und was sehen Sie? Keine Kinder, die ALLEINE laufen. Sondern die Abfahrtszentralen der Mütter und Väter. Es fehlen nur noch die Helikopter, Fangnetze an der Straße, weiche Bodenplatten auf dem Gehweg, damit bei einem Sturz die Straße nicht kaputt geht *lach*
      Mittlerweile ist es schon bekannt, dass diese übertriebene Fürsorge mehr schadet als es was bringt. Und solange es die Eltern nicht begreifen wollen, wird es immer wieder etwas zu meckern geben. Das nächste wird dann das fallende Blatt vom Baum sein „Mein Kind wurde von einem Blatt erschlagen, wir wollen Blattfreie Zonen “
      Und was noch interessant wird: An die älteren Menschen denkt da keiner und die haben es sicherlich schwerer als Kinder und von denen hört man nichts, seltsam, oder?

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        Waidelich Arnd

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        So, jetzt ist dann aber gut mit dem Dialog über existente oder inexistente Gefahren. Wenn Wortmeldungen zu dem Thema, dann bitte nur noch von bisher am Dialog Unbeteiligten.

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    Nachbar

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    Als Antwort auf: Was darf der Fasching?
    Karneval heißt hier ja Fasching, aber wenn ich mich nicht täusche, sind überspitzte Darstellungen zu Themen, die einem unter den Nägeln brennen, zum Fasching immer gut aufgehoben. Ein Politiker, der da angesprochen wird, sollte etwas gefasster reagieren.
    Zum Inhalt:
    Ich war zufällig im Frühling 2018 zu einer Gemeinderatssitzung auf der eine Bürgerin fragte, wann denn die 2017 auf der Bürgerversammlung angesprochene Verkehrsschau, stattfinden wird. Tenor: „Wir haben keine Zeit dafür“. Bis heute ist da nichts passiert. Wenn dann noch so „tolle“ Antworten aus der Gemeindeverwaltung kommen, nur weil sich Menschen über eine Verschlechterung der Situation beschweren, dann kann ich es durchaus nachvollziehen, dass man sich auf karnevalistische Aktionen einigt.
    Zum letzten Kommentar:
    Es ist so einfach für etwas mehr Sicherheit zu sorgen – etwas langsamer, ein paar Fußgängerüberwege. Da kann man doch wirklich nichts dagegen haben. Und dass Thomas‘ Kinder in den 80ern nicht überfahren wurden, ist ja schön, aber nun wirklich kein Argument gegen einen Fußgängerüberweg.

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    Mündige Mutter aus dem Moby Dick

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    Als Antwort auf: Was darf der Fasching?
    Ich überspringe die Diskussion zwischen Björn Ritter und Thomas und möchte zu dem ursprünglichen Artikel zurückkehren und darum bitten, uns Eltern als mündige Bürger wahrzunehmen, die sich keinesfalls vor den Karren irgendeiner Partei spannen lassen. Die Aktion war von Eltern initiiert worden, sie war als Faschingsaktion gedacht und sollte auch so interpretiert werden. Es bleibt zu wünschen, dass der neue Bürgermeister bzw. die neue Bürgermeisterin etwas mehr Spaß versteht und in dieser Aktion nicht mehr sieht und auch nicht weniger sieht als das, was sie war bzw. bezweckte: Den Wunsch der Eltern nach einem Zebrastreifen am Ortsausgang Richtung Jöhlingen auszudrücken. Alles andere scheint mir irgendwie Kindergarten.

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