Header

Walzbachtaler Wertsteigerung

Haus Edelberg stellt Konzept für Seniorenzentrum Jöhlingen vor
Ihr Konzept für das neue Jöhlinger Seniorenzentrums stellten die ORPEA / Haus Edelberg öffentlich dem Gemeinderat und einer großen Zahl interessierter Besucher vor. Es steht unter dem plakativen Motto: „Unsere Vision für Walzbachtal-Jöhlingen: Vielfalt unter einem Dach – Wo das Herz wohnt, sind wir zuhause.“ Gleich mit einer vierköpfigen Riege war das Präsentationsteam angereist, um dem Gemeinderat die Details dieses Mottos zu präsentieren.

Tobias Nagel, Projektentwickler für die ORPEA im Bereich Süddeutschland, betonte, dass sich an dem ursprünglich vorgelegten Konzept nicht viel geändert habe. Zwar sei auf Wunsch des Gemeinderats die Zahl der Betten von 90 auf 75 reduziert worden. Dadurch habe man andererseits die Möglichkeit erhalten, die Zimmer ein wenig zu vergrößern. Enthalten sei eine 15-köpfige Gruppe für demenziell Erkrankte. Die Tagespflege betrachtete Nagel als einen „ganz, ganz wichtigen Punkt“. Dafür seien 20 Plätze vorgesehen. Das Haus wolle sich der Gemeinde öffnen. Friseur, Ergotherapie, Physiotherapie, Krankengymnastik sollten im Haus beheimatet sein.

Die Grundflächenzahl wie auch das Baufenster werde eingehalten mit drei Baukörpern, die gleichzeitig begonnen werden. Die Erschließung werde nicht – wie von Anwohnern des benachbarten Neubaugebiets „Gageneck“ befürchtet – über die Anwohnerstraße führen. Mit 29 Stellplätzen genüge man den Anforderungen. Das rechnete Nagel nach kritischen Nachfragen von Michael Paul (CDU), Silke Meyer (SPD) und Michael Futterer (Grüne) detailliert vor. Nach einer 18-monatigen Bauzeit könne aller Voraussicht nach im Oktober 2020 der Betrieb aufgenommen werden.

Das betonte auch Architekt Matthias Schmeling, der weitere Details der baulichen Planung beschrieb. Aktive Teilhabe am Gemeindeleben sei seiner Organisation sehr wichtig, meinte mit Jochen Pabst der Regionalleiter des Hauses Edelberg. Die mit ihrem Mittagstisch für alle offene Küche, könne dafür Garant sein, wie auch die Möglichkeit im Haus Geburtstage von externen Gästen zu feiern. Man wolle den Austausch mit Vereinen fördern und strebe eine intensive Vernetzung an, betonte auch Alexander Grunewald. Der im Vorfeld im Gemeinderat geäußerten Befürchtung, Haus Edelberg werde am Personal sparen, trat der Geschäftsführer energisch entgegen. Das Personal sei im Gegenteil „unser wichtigster Erfolgsfaktor“. Es würden Arbeitskräfte aus der Region zum Einsatz kommen mit unbefristeten Arbeitsverträgen und hohen Zulagen.

Wehren musste sich auch Michael Paul. Eine Besucherin hatte in der vorausgegangenen Fragestunde dem im „Gageneck“ wohnenden CDU-Fraktionsvorsitzenden persönliche Interessen an der Planung unterstellt. Der wies das ebenso wie Bürgermeister Karl-Heinz Burgey entschieden zurück. Paul räumte ein, der einzige Gemeinderat zu sein, der im „Gageneck“ wohne. Am Ende einer Sackgasse wohnend, spiele allerdings der Durchgangsverkehr für ihn keine Rolle. Er verstehe sich lediglich als Sprachrohr von Nachbarn, deren berechtigte Interessen er dem Gemeinderat vortrage. Etwa die nach Emissionen, die von der Anlage ausgehen.

Trackback von deiner Website.

Kommentare (4)

  • Avatar

    Kraichgauer

    |

    Als Antwort auf: Walzbachtaler Wertsteigerung
    „Wo das Herz wohnt, sind wir zuhause“ Wie sagt doch der Volksmund? Das Herz sitzt da, wo der Geldbeutel steckt … 🙂 Am Schluss des Berichts fehlt allerdings eine wesentliche Passage. Bei den besagten Emissionen, die „Sprachrohr“ und CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Paul vortrug, geht es um nicht weniger als „erhöhte Geräuschentwicklungen“, auf Deutsch befürchtetes „nächtliches Schreien“ aus der geplanten Demenzgruppe.
    Glückwunsch zu solchen „Mitmenschen“ und zu so einem Fraktionsvorsitzenden einer christlichen(!) Partei. Man kann fürwahr nur mühsam heimlich aufkeimende böse Gedanken unterdrücken, wenn man sowas hört. Indes, unter diesen „Nachbarn“ oder Partei-Christen werden rein statistisch eine ordentliche Anzahl sein, die früher oder später am eigenen Leib erleben dürfen, wie es sich anfühlt, einen an Demenz erkrankten geliebten Menschen zu verlieren, obwohl er äußerlich weiterlebt. Vielleicht dämmerts dann dem einen oder anderen.

    Reply

  • Avatar

    Michael Paul

    |

    Als Antwort auf: Walzbachtaler Wertsteigerung
    Lieber Kraichgauer,
    Sie waren nicht in der Sitzung, sonst hätten Sie mitbekommen, dass ich Wert darauf gelegt habe, dass ich die Bedenken der Nachbarschaft zwar vortrage, aber nicht unbedingt in allen Punkten teile. Bei dem Thema Demenz teile ich sie überhaupt nicht und das habe ich auch gesagt. Ich habe übrigens zwei Jahre in einer Senioreneinrichtung gearbeitet und käme schon deshalb nicht auf die Idee mich über solche „Emissionen“ auszulassen. Bevor Sie über andere Leute herziehen, sollte Sie sich lieber erkundigen, was diese tatsächlich gesagt haben.
    Michael Paul

    Reply

    • Avatar

      Kraichgauer

      |

      Lieber Michael Paul,
      ich will mich für meine nichtdifferenzierende Heftigkeit bei Ihnen entschuldigen. Nach 30+ Jahren ehrenamtlicher gesetzlicher Betreuung behinderter Menschen passierts mir bedauerlicherweise hin und wieder. Betroffen macht dennoch die Frage, was treibt kommunale Mandatsträger, derart unsägliche Vorurteile ihrer Nachbarn gegen eine Demenzstation in ein öffentliches Gremium zu tragen und damit – trotz allen persönlichen Distanzierungen – als „Sprachrohr“ solchen menschenfeindlichen Einstellungen erst noch eine öffentliche Plattform zu verschaffen?
      Kraichgauer

      Reply

      • Avatar

        Michael Paul

        |

        Lieber Kraichgauer,
        die Entschuldigung nehme ich natürlich an. Ich kann Ihre Frage verstehen und ich möchte sie auch gerne beantworten. Allerdings wäre es mir lieber, wenn Sie dazu persönlich Kontakt mit mir aufnehmen würden. Ich sichere Ihnen auch zu, dass Ihre Anonymität gewahrt bleibt. Freundliche Grüße Michael Paul

        Reply

Kommentieren

Home Footer Links